14.06.2019 – Von Tiverton nach Burntcoat Head

Auch heute früh wird es nichts mit dem Gang zum „Balancing Rock“, der Regen hat zwar in der Nacht irgendwann aufgehört, dafür hat es heute früh Nebel, daß man die Hand kaum vor den Augen sehen kann. Durch das Zusammentreffen des warmen Golfstroms aus dem Süden und des kalten Labradorstroms aus dem Norden hat es diese dicke Nebelsuppe hier über der Landzunge an mehr als der Hälfte aller Tage. Die Temperatur dabei heute früh bei 11 Grad. – Danke und Tschüs !

Mit der Fähre geht es von „Long Island“ wieder zurück auf den „Digby Neck“, – die Rückfahrt mit der Fähre ist übrigens bereits mit den 7 Dollar der Hinfahrt mitbezahlt.
45 Kilometer die Landzunge hinauf, dann von Digby über die 1 nach Annapolis Royal, einem von britischen Siedlern gegründeten Städtchen, mit schönen alten Häusern und dem Fort Anne mit seinem gepflegten „englischen“ Park.
Irgendwo unterwegs endet der Nebel, die Sonne kommt durch und die Temperatur steigt schon mal auf 15 Grad, am Nachmittag sogar noch auf 20, – geht doch.
Dort, direkt gegenüber dem Fort Anne entdecken wir die „German bakery und Sachsen Cafe“, da müssen wir doch gleich mal reinschauen, – Roggenvollkornbrot gibts hier, ein echtes Highlight zwischen dem vielen labberigen Toast, den es hier überall nur gibt. Außerdem gibts Apfelstrudel mit Vanilleeis und Kaffee und eine Terrasse zum Draußensitzen, – das lassen wir uns nicht entgehen !

Danach ziehen wir weiter, über die 1 auf den Highway 101, – Middleton, – Kentville, – bis kurz vor Windsor, dann auf die 215 bis hinüber nach „Burntcoat Head“ am Ufer der „Minas Bay“.
Unterwegs wechselt das Landschaftsbild, wo bisher nur Wasser, Wälder und die kleinen Häuschen zu sehen waren, tauchen nun auch Wiesen und Felder auf, es wird Landwirtschaft betrieben, Rinder stehen auf den Weiden, die Felder tragen noch die Stoppel der Maisernte vom letzten Jahr, große Farmen mit entsprechend großen Hallen betreiben die Aufzucht von Tieren, dem Aussehen und dem Geruch nach, würden wir auf Geflügelfarmen tippen.
Bei Berwick säumen große Apfelplantagen den Weg, die meisten stehen derzeit in voller Blüte, – bei Wolfsville ist das älteste Weinanbaugebiet Kanadas, die „Grand Pré“.

Die „Minas Bay“ ist die Verlängerung der „Bay of Fundy“, – durch eine Engstelle am „Cape Split“ entsteht hier der weltweit größte Tidenhub mit mehr als 16 Metern, bei Springfluten gar bis zu 21.
Schon bei der Anfahrt sehen wir immer wieder die fast völlig leergelaufene Bay, sieht irre aus, – überall kleine Häuschen am See, – Bootsanleger, – nur alles ohne Wasser, – weg, – irgendwer hat den Stöpsel rausgezogen, – eine unendlich weite, braune „Schlammlandschaft“ ist übrig, – fast bis zum Horizont, – sogar die Flüsse und Bäche im Zulauf sind völlig leergelaufen.
Als wir gegen Abend im „Burntcoat Head Park“ ankommen, führt die Bay gerade den niedrigsten Wasserstand des Tages, – über eine Treppe am Hang gelangen wir die rotbraunen Klippen hinunter bis auf den Meeresgrund.
Das ist der Hammer, was wir hier sehen ! Wir stehen hier unten, schauen über die teilweise von den Wassermassen ausgespülten Klippen hoch in den Wald, weit über uns. Der Meeresboden ist steinig, kleine Tümpel mit Restwasser, ein wenig Seetang und vereinzelte Muschelschalen weisen darauf hin, daß wir hier tatsächlich im Meer sind. Eine völlig freistehende, kleine Insel mit einem Wäldchen obendrauf wird hier „flowerpot“ genannt. Sieht tatsächlich aus wie ein überdimensionaler Blumentopf.
Ich gehe eine große Runde, bis fast hinunter an die 16 Meter tiefer liegende Wasserkante, – sieht aus, wie ein ganz normaler Strand, nur eben immer nur für kurze Zeit, dann kommt die Flut zurück und verdeckt alles weit unter sich.

Hier auf dem Parkplatz vor dem Eingang zum Park ist es am Abend herrlich ruhig, hier bleiben wir über Nacht ( N 45° 18′ 37.4″ W 063° 48′ 21.8″ ) und gehen morgen früh noch einmal hinunter an die Klippen, der höchste Pegel soll gegen 12 Uhr mittags erreicht werden, wir sind gespannt, wie das dann aussieht.

Tagesetappe:     289 km          Gesamtstrecke:     1.497 km

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