15.06.2019 – Von Burntcoat Head zu den Hopewell Rocks

Auch heute früh hängt dicker Nebel über uns, 13 Grad.
Trotzdem gehen wir gegen 10.30 Uhr noch einmal hinunter an die Bay, – gegen 12 Uhr soll der Wasserstand seinen höchsten Pegel erreichen.
Oh ja, – das ist ein gewaltiger Unterschied, – obwohl noch deutlich die Flut des einströmenden Wassers erkennbar ist und bis um 12 Uhr sicher der Pegel noch um mindestens einen ganzen Meter steigen wird, ist ganz deutlich zu sehen, was sich über Nacht getan hat.
Vergleicht mal das erste Bild der heutigen Serie mit dem Letzten von gestern, darauf ist der Unterschied sehr gut zu erkennen.
Die „Strandlinie“ ist von weit draußen direkt an die Uferklippen gewandert, der Wasserspiegel um etwa 15 Meter angestiegen, – dort wo ich gestern abend noch gemütlich im Meer spazieren war, steht heute das rötlichbraune Wasser meterhoch, – die Felsen sind darin verschwunden, – die vorgelagerte Insel, die ich gestern abend noch umwandert habe, ist nun tatsächlich eine Insel. – Phantastisch !
Über 100 Milliarden Kubikmeter Wasser werden Tag für Tag durch die Kraft des Mondes in der „Bay of Fundy“ hin und her bewegt, – Gezeitenkraftwerke produzieren 350 Megawatt Strom.

Über die 215 und 236 fahren wir weiter nach Truro, dort auf dem Highway 104 nach Norden bis Moncton und auf der anderen Seite der „Shepody Bay“ auf der 114 wieder nach Süden bis zu den „Hopewell Rocks“, nun auf der Nordseite der „Bay of Fundy“.

Als wir uns auf dem Highway 104 nach Norden bewegen, ändert sich die Landschaft, weg vom Wasser, hinein in die Wälder, – so weit das Auge reicht.
Erst am Abend, als wir uns dem Atlantik wieder nähern, enden auch wieder die großen Wälder, Wiesen, Felder und farmen prägen das Bild, später dann der Anblick der jetzt wieder leergelaufenen Bay.
Heute haben wir die Provinz „Nova Scotia“ (Neu Schottland) verlassen und sind in der Provinz „New Brunswick“ (Neu Braunschweig) angekommen, – hier tragen die Autos wieder zwei Nummernschilder, – in „Nova Scotia“ ist nur das Hintere Pflicht, vorne kann jeder tun und lassen, was er will, der Platz ist an den meisten Autos „leer“, einige tragen aber dort auch Phantasiekennzeichen, Werbeschilder, flotte Sprüche oder sonstwas, – ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Ansonsten bleibt es bei der gleichen Uhrzeit, bei der englischen Sprache, – der Sprit ist wohl fast 20 Cent teurer, haben wir gesehen, – und der Müll wird nicht mehr so stremg getrennt, wie in „Nova Scotia“.

Die Hopewell Rocks sind spektakuläre Felsformationen mit tiefen Auswaschungen, die bei niedriger Tide sehr gut zu sehen sind und unter denen man hindurchgehen kann.
Gegen 17.30 Uhr kommen wir an, um 17.44 ist der niedrigste Wasserstand, – optimales Timing.
Wir wandern den Trail hinunter zum Meer, an verschiedenen Aussichtspunkten kann man die spektakulärsten Formationen bestaunen und hat einen tollen Ausblick auf die leergelaufene, schlammige Bay, – am Ende des Trails führt eine lange Stahltreppe hinunter auf den Meeresboden, – dort spaziere ich zu den ausgewaschenen Felsen mit den Torbogen und Fenstern, die dort am Strand hoch aufragen. Schön anzuschauen und schon auch faszinierend, der Gedanke, auf dem Meeresgrund zu stehen.

Auf dem Parkplatz zum „Visitor Center“ dürfen wir nicht stehen bleiben, der wird um 18 Uhr mit Schranken geschlossen, draußen vor dem offiziellen Parkplatz, auf einem kleinen Neben-Parkplatz schon. ( N 45° 49′ 15.1″ W 064° 34′ 39.7″ ) Um 21 Uhr verziehen sich die letzten Besucher, es wird ruhig draussen, wir sind alleine.

Tagesetappe:     260 km          Gesamtstrecke:     1.757 km

2 Kommentare zu „15.06.2019 – Von Burntcoat Head zu den Hopewell Rocks

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