24.06.2019 – Von Espanola nach Sault-Sainte-Marie

In der Nacht waren sie wieder da, die stechenden Plagegeister, – nach einem viertelstündigen Schlachtfest und anschließendem „verbunkern“ aller Fenster, kehrt dann doch wieder Ruhe ein.

Der Tag beginnt bewölkt mit 19 Grad, entwickelt sich allerdings später zum Regentag, erst nieselt es ein wenig, später wirds mehr und am Abend schüttet es aus Eimern, dabei geht das Thermometer schon bald auf kühle 15 Grad zurück, – nordischer Sommer.
Allerdings offensichtlich auch nicht so ganz gewöhnlich, – beim Morgenspaziergang wird Heike auf deutsch angesprochen, – im Vorbeifahren hat ein Bewohner der Stadt unser deutsches Autokennzeichen erkannt und angehalten, – ein Deutscher, der vor über 15 Jahren nach hier ausgewandert ist und gerne hier lebt und arbeitet, – er erzählt Heike, daß es hier sonst Ende Juni regelmäßig sommerlich heiß ist und dadurch kaum Stechmücken anzutreffen sind, dieses Jahr sei alles anders, – zu naß, – zu kalt und viel zu viele Stechmücken.

Heute ist Einkaufstag, – bis gegen 12 Uhr sind wir drüben bei den Supermärkten, alle Vorräte auffüllen, – die nächsten 1.000 Kilometer wird es recht einsam werden, drei Städte werden wir noch antreffen, dazwischen gibt es fast nichts, – ein paar einzelne Häuser, mal eine Tankstelle mit Fastfoodladen, – das wars dann schon.

Unsere heutige Strecke führt uns auf den Highway 17, den Trans-Kanada-Highway, der auch für die nächsten Tage unser Weg sein wird, – relativ gut ausgebaut, immer wieder auch mal zweispurig, – wenig Verkehr, wir kommen gut voran, – irgendwelche Highlights, für die wir uns länger Zeit nehmen sollten, – Fehlanzeige, – Natur, wie jeden Tag, ewige Wälder, unzählige Seen und Flüße, – das reicht ja auch, – deswegen sind wir hier.

Am späten Nachmittag kommen wir nach „Sault-Sainte-Marie“, der letzten großen Stadt hier im Osten, am Übergang zwischen Lake Huron und Lake Superior, der bei uns als der „Obere See“ bekannt ist. „Sault-Sainte-Marie“ gibt es wieder 2 mal, – einmal hier in Kanada und als Schwesterstadt über die Brücke drüben auf der US-amerikanischen Seite. Hier überbrücken mächtige Schleusenanlagen das letzte Höhenhindernis für Schiffe, die vom Atlantik über den St.-Lorenz-Strom und die anderen großen Seen in den „Oberen See“ einfahren und bis hinüber an das fast 600 Kilometer entfernte, westliche Ufer des Sees fahren, um die großen Ernten aus Manitoba, der Kornkammer Kanadas abzuholen.

Wir machen heute früher Schluß, Fahren macht keinen Spaß bei dem Wetter, – naja und hinter der Stadt kommt auch nicht mehr viel, – also hier nochmal ins Gewerbegebiet, bei den Einkaufsmärkten einen Platz finden, – nochmal Internet anzapfen und bleiben. ( N 46° 32′ 36.5″ W 084° 19′ 00.8″ )
Später kommt ein Streifenwagen vorbei, – da meldet sich doch gleich das schlechte Gewissen, ob wir hier vielleicht nicht stehen dürfen ?, – die Streife fährt einmal rund um den HerrMAN, – hält an, – der Fahrer läßt sein Fenster runter, – zückt sein Smartphone für ein Foto, – sieht mich am Fenster, – zeigt den erhobenen Daumen, – ich grüß zurück, – und fährt wieder. Na also, – geht doch !

Tagesetappe:     242 km                    Gesamtstrecke:     4.263 km

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