27.06.2019 – Von Thunder Bay nach Kashabowie

Schon früh heizt uns heute die Sonne ein, gegen 10 Uhr sind bereits 25 Grad erreicht.

„Thunder Bay“ wurde erst vor etwa 50 Jahren durch den Zusammenschluß der beiden Orte „Port Arthur“ und „Fort Williams“ gegründet.
Das „Fort Williams“ war Anfang des 19. Jahrhunderts ein bedeutender Handelsplatz, die „Northwestern Company“ betrieb den gesamten Handel mit den Pelztierjägern aus den Weiten Manitobas. Sie lieferten ihre Felle hier ab, die mit Lastkanus bis hinunter nach Montreal verschifft wurden, im Gegenzug konnten sie hier all die lebenswichtigen Dinge erstehen, die in der Wildnis benötigt wurden.

Das sehen wir uns heute an.
Auf einem großzügig angelegten, parkähnlichen Gelände ist ein Freilichtmuseum entstanden, in dem das historische „Fort William“, das im 19. Jahrhundert etwa 14 Kilometer entfernt gestanden hatte, originalgetreu nachgebaut, liebevoll alle Details rekonstruiert, die Gebäude mit historischer Einrichtung bestückt und Leben auf das Gelände gebracht wird, in dem Menschen in historischen Gewändern dort als Handwerker „arbeiten“, als Familien „leben“ und das seinerzeitige Leben nachspielen. Bereitwillig erklären sie uns das seinerzeitige Leben und ihr Tun, – alles ziemlich authentisch und wahrlich gut gemacht. Das Gelände liegt so weit abseits vom Schuß, daß man sich in der Tat in die alte Zeit versetzt fühlt, keinerlei Technik ist zu sehen, keinerlei störende Geräusche dringen von der Stadt herüber.

Arzt und Apotheker, Bäcker, Büttner, Schmied, Büchsenmacher, Kanubauer, Zimmermann, Schreiner und Drechsler sind die Berufe, die damals von Bedeutung waren und in ihrer ursprünglichen Umgebung nachgestellt sind, die original alten Werkzeuge runden den Einblick ab, sie sind noch voll funktionsfähig.
Wohngebäude für die „besseren Herrschaften“ und für die „einfachen Leute“, ein Justizgebäude, das Gefängnis, ein Hospital, die Kirche und ein großer Versammlungsraum bilden das „Dorf“, das von einer hohen Palisadenumzäunung eingefasst wird, die schweren Tore können geschlossen werden.
Draußen vor der Umzäunung sind die Zelte zu sehen, in denen die „Besucher“ untergebracht waren, – am Flußufer sind Verladerampen für die Schiffe gebaut, ähnlich Kaimauern in den Häfen. Eine wirklich sehenswerte Anlage, – etwa 2 Stunden brauchen wir, bis wir durch sind, – man kann sich auch locker doppelt so lange dort aufhalten, – aber Aspros ist allein zu Haus, wir wollen ihn nicht zu lange warten lassen.

Auf dem großen Parkplatz vor dem Besucherzentrum stehen wir schön schattig unter einem Baum, davor ein frisch gemähter Rasen mit Bänken und Tischen, ein sehr angenehmer Platz, hier bleiben wir lange sitzen, Aspros kann mal wieder frei laufen, aalt sich im Gras, wir bleiben fast 2 Stunden sitzen.
Dann fahren wir noch ein Stück weiter, wir wählen die südliche Route, den Highway 11, der ziemlich parallel zum Hwy 17 verläuft, aber landschaftlich schöner sein soll.

Nach etwa 50 Kilometern überfahren wir die nächste Zeitzone, aus der „Eastern Time“ wird die „Central Time“, – wir kriegen eine Stunde geschenkt und sind jetzt 7 Stunden hinter der deitschen Zeit zurück.
Heute ist es knallheiß, – nach insgesamt etwa 100 Kilometern hält sich unsere Lust zum Weiterfahren ziemlich in Grenzen, – wir schlagen uns seitlich in den Wald, – finden einen kleinen Schotterplatz auf einer Lichtung und machen es uns bequem, – der Platz taugt auch für die Nacht. ( N 48° 39′ 46.6″ W 090° 15′ 59.8″ )

Tagesetappe:     108 km          Gesamtstrecke:     5.111 km

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