01.07.2019 – Von Kenora nach Steinbach

Am späten Abend ist in der Ferne irgendwo ein Feuerwerk zu hören, – hier wird der „Canada day“ schon vorgefeiert.
Sonst ist die Nacht herrlich ruhig, draußen ist irgend ein Tier zu hören, – undefinierbare Laute, später ruft ein Uhu.

Der Morgen wieder sommerlich blau und warm, – 10 Uhr, 25 Grad, – geht doch !
So fahren wir los, zurück auf den Highway 17 nach Westen.
Die Landschaft, wie gestern, – Wälder und Seen, hügelig, – die Straße, wie gestern, – einspurig, aber prima zu fahren, es geht gut voran.

Nach etwa 50 Kilometern wechseln wir die Provinz, wir verlassen Ontario und kommen nach Manitoba.
Der Trans-Canada-Highway 17 wird hier zum Trans-Canada-Highway 1 und bleibt auch die 1 bis hinüber zum Pazifik, – die Autokennzeichen wechseln, – die Uhrzeit bleibt, – der Highway wird hier optisch eher zur Autobahn, – zweispurig, – die Gegenfahrbahn liegt oft 200 oder gar 300 Meter weiter drüben, – Kanada hat viel Platz, – die Parkplätze liegen in der Mitte, zwischen den beiden Fahrbahnen, – so können sie von beiden Seiten angefahren werden, – sehr praktisch, – der Diesel wird dankenswerterweise wieder etwas billiger, in Ontario noch bei 1,35 CAD, liegt er hier in Manitoba bei 1,15 CAD.

Vor Winnipeg ändert sich die Landschaft, der Wald wird bedeutend weniger, dafür tauchen jetzt Felder auf, – Manitoba ist bekannt als die Kornkammer Kanadas, – riesige Felder, Maispflanzen sind zu erkennen, und ewig weite, blühende Rapsfelder. Landwirtschaft wird hier in großem Stil betrieben, – in den Städtchen reihen sich die Landmaschinenhändler an den Einfallstraßen, alle bekannten Marken sind zu sehen, – die angebotenen Maschinen sind mega, – hier darf halt alles ein wenig größer sein.

Heute wollen wir bis Winnipeg, lesen aber von dem Städtchen „Steinbach“, das etwas vor Winnipeg, ca. 20 Kilometer südlich des Highway 1 liegt, – hier gibt es die „Mennonite Heritage Village“ ein Freilandmuseum, das sich mit der Besiedelung dieses Landstriches im 19. Jahrhundert durch deutschsprachige Mennoniten aus Rußland und der Ukraine beschäftigt, die ursprünglich aus Holland und Norddeutschland stammten und über Polen nach Rußland und die Ukraine gekommen waren.
Alte Gebäude im Stil des 19. Jahrhunderts errichtet, ausgestattet mit den Utensilien und Handwerkszeugen der damaligen Zeit und eine Dokumentation in Schrift und Bild im Hauptgebäude zeigen beeindruckend die Wanderbewegungen der damaligen Zeit, bis die Menschen letztendlich hier in diesem Landstrich gelandet sind.
Viele Ortsnamen in der Gegend zeugen von der Herkunft ihrer Bewohner, eben Steinbach oder Blumenort, Gnadenthal, Kleefeld, Altona und Reinland, – alles Beispiele dafür.

Viel beeindruckender noch fanden wir die Tatsache, daß heute beim Besuch des Museumsdorfes, – es ist sehr viel los, heute ist bekanntlich „Canada day“ und das Museum hat seine Tore zum freien Eintritt geöffnet, – zwischen den Besuchern tatsächlich oft deutsch zu hören ist, – die Sprache lebt immer noch, wird offensichtlich gepflegt, auch nach fast 200 Jahren noch, – es klingt irgendwie befremdlich hier in der Ferne, aber auch schön, – und in der Stadt werden wir mehrmals auf deutsch angesprochen.
Auch nochmal am Abend haben wir eine nette Unterhaltung auf deutsch, – denn es wird später und wir bleiben, stellen uns an den „A.D. Penner-Park“, eine wunderschöne Parkanlage mit Sportplätzen, überdachten Picknickplätzen, einem kleinen See mit Brücke, einem GMX-Parcours und vielen anderen Einrichtungen, die die Menschen hier gerne nutzen, – bis gegen Mitternacht ist Betrieb hier draussen, – und an mehreren Stellen rund um die Stadt ballern heute die Feuerwerke. ( N 49° 32′ 39.7″ W 096° 40′ 54.1″ )

Tagesetappe:     203 km          Gesamtstrecke:     5.816 km

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