05.07.2019 – Von Herbert nach Maple Creek

Oh ja, der Platz hält, was er versprochen hat, – hier könnten wir es ein paar Tage aushalten, – kein Auto, kein Zug, keine Menschenseele, viel friedlicher geht kaum.

Trotzdem reißen wir uns gegen 10 Uhr los, – wie immer, raus auf den TCH 1 gen Westen, – nächstes großes Ziel ist dann wohl die Stadt Calgary.
Gestern abend haben wir gelesen, daß heute, am Freitag früh in Calgary die große „Stampede“ eröffnet wird, – ein Volksfest sondergleichen, nach Cowboyart, – so wie es sich für die hiesige Gegend gehört, – Rodeo, Bullriding, Stier-Wrestling und Lassowerfen im 20.000-Personen-Stadion, Verkaufsbuden, Jahrmarktstimmung und Vieles mehr, – das Spektakel geht über 10 Tage und lockt regelmäßig 1,2 Millionen Besucher an, – Oktoberfest auf kanadisch !
Eröffnet wird es heute früh um 9 Uhr mit einem gigantischen Festumzug durch die Stadt. Nunja, – eh zu spät, – für morgen auch, – aber übermorgen schauen wir dort bestimmt mal vorbei.

Heute geht es erst mal wieder gemächlich über den Highway, die Weizenfelder sind passé, – hier ist Prärie angesagt, – hügeliges Land mit vereinzelt Buschwerk und kleinen Wäldchen bewachsen, – Grasland riesigen Ausmaßes, – eingezäunt, – Rinderherden allgegenwärtig, – dazwischen immer wieder eine kleine Ranch, – das sieht eher nach bäuerlicher Landwirtschaft aus, nicht mehr nach Industrie, wie bei den Weizenbauern. In den Senken steht Wasser, – kleine Seen, – sie dienen den Herden als Tränke.

Für den Nachmittag planen wir bei dem Städtchen „Maple Creek“ einen Abstecher nach Süden, dort befinden sich die „Cypress Hills“, mit etwa 1.400 Metern die höchste Erhebung Kanadas, östlich der Rocky Mountains, – eine Mittelgebirgslandschaft mit Nadelbäumen, kleinen Seen und Bergen, die so ganz anders ausschaut, als die umliegende Prärie.
Im Städtchen kauft Heike etwas Gemüse bei einer „Huttererfamilie“, die in ihrer traditionellen Kleidung an der Straße aus ihrem Transporter heraus selbst angebautes Gemüse anbietet, – im Nu entwickelt sich ein nettes Gespräch, – nebenan ist „Carolines Imbiss“, – Caroline kauft auch gerade ein, und so kommt es, daß wir ins Gespräch kommen und gleich bei ihr zum Mittag einkehren. Dabei erfahren wir, daß hier im Städtchen morgen auch ein Rodeo stattfindet. „Aber ein Echtes“ meint Caroline, „mit echten Cowboys, die hier täglich auf dem Pferderücken arbeiten“, „nicht irgendwelche Stuntmänner, wie sie in Calgary zu sehen sind“. Ok, das überzeugt, – wir machen heute mittag unseren Ausflug zu den „Cypress Hills“ und kommen heute abend zurück, – müssen sowieso hier wieder durch, – und schauen uns morgen das Spektakel an.

Nach knapp 40 Kilometern, immer leicht ansteigend, erreichen wir die „Cypress Hills“, – sie sind tatsächlich schön anzuschauen, die gesamte Region ist ein großer Nationalpark, – Einfahrt nur durch eine Schranke, – natürlich gegen Gebühr, – ok, 10 Dollar für alle zusammen ist uns das wert.
Ein schöner See, – natürlich dort auch Budenzauber, – Ferienhäuser im Wald, – Campgrounds mit fast 600 Stellplätzen, – wir wollten eh nicht bleiben, – dann aber geht es über eine Schotterpiste weiter, nun sind wir ganz alleine, viele Kilometer geht es über eine Hochebene, – Grasland, Nadelbäume, unglaublich viele Blumen am Wegrand und in den Wiesen, seltene Exemplare, auch Orchideen, – auf der Hochebene sind auch vereinzelt Rinder zu sehen, die dort zwischen den Bäumen grasen.
Irgendwann erreichen wir einen Aussichtspunkt, der den Blick auf die untenliegende Prärie freigibt, – wirklich toll, – der Blick geht weit hinaus in die Prärie, – ein grüner Teppich bedeckt das Land, – kleine Seen glitzern in der Abendsonne, – der Horizont verschwindet komplett im abendlichen Dunst.

Mittlerweile ist es 18 Uhr, wir fahren zurück nach „Maple Creek“, – wir suchen den Rodeoplatz schon mal auf, – morgen früh geht es gegen 08.30 Uhr mit einer Vorführung der Hütehunde los, und loggen uns dann auf einem großen Parkplatz beim „Health Center“ ein, wieder komplett leer, am Abend dann auch sehr ruhig, das paßt für die Nacht.( N 49° 54′ 09.5″ W 109° 29′ 14.3″ )

Tagesetappe:     270 km                    Gesamtstrecke:     6.989 km

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