14.07.2019 – Von Kiskatinaw nach Fort Nelson

Die Stille in den tiefen Wäldern Kanadas ist schon fast beängstigend schön, – und kalt dazu, 8 Grad.

Heute schauen wir uns kurz die alte Holzbrücke über den „Kiskatinaw-River“ an, die einzig erhaltene Originalbrücke aus dem Jahr 1942, – nicht mehr ganz frisch, aber beeindruckend als Bauwerk, dann fahren wir zurück auf den „Alaska-Highway“ (97) und weiter Richtung Norden, über „Fort St. John“, „Wonowon“ und „Pink Mountain“ nach „Fort Nelson“.

Unsere Reise-Handbücher versprechen für die heutige Fahrt keine Highlights, – nichts liegt an der Strecke, was zu besuchen oder anzusehen wäre, nur Kanadas ewige Wälder und pure Natur. So ist das dann auch, – über hunderte Kilometer kaum ein Ort, nur unsere Straße und ewig Wald. Riecht irgendwie nach Langeweile.
Doch denkste ! – Keine Highlights ! – haben die eine Ahnung ? – heute ist unser Glückstag ! – 6 Schwarzbären, – 3 Kraniche, – 1 Luchs und eine Elchfamilie, – das war echt spannend !
Der Wald steckt wahrlich voller Wildtiere, – die Straße ist schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen, – an beiden Seiten mit einem etwa 20 Meter breiten Streifen als Sichtfeld versehen, das meist sauber gemäht ist oder zumindest nur mit niederem Gras bewachsen, so ist das Wild bereits aus der Ferne gut zu sehen.
Schon bald taucht der erste Bär am Straßengraben auf, frißt völlig unaufgeregt das frische Gras und läßt sich auch nicht stören, als wir anhalten und ihn beobachten. Lange bleiben wir so am Straßenrand stehen, nur 10 Meter von ihm entfernt, bis er sich dann in den Wald verzieht.
Die anderen 5 sind ebenfalls Einzelgänger und tauchen schön der Reihe nach im Abstand von 30 bis 50 Kilometern immer wieder mal auf, – manche sehr gut zu sehen, – andere huschen schnell durchs Bild, – immer wieder halten wir an und beobachten sie, – einer quert vor uns die Straße und kriegts dann richtig eilig, als ein schwerer Sattelschlepper gerade an uns vorbeizieht und auf ihn zu fährt, – er schafft es unversehrt auf die andere Seite.

Irgendwann kommt rechts im Grünstreifen ein merkwürdiger Schatten daher, – ich halte an, setze ein Stück zurück, – ein Luchs geht dort durchs Gras, läßt sich von uns überhaupt nicht stören und geht nur wenige Meter vor unserem HerrMAN ganz gelassen über die Straße, – ein winderschönes Tier.

Wenig später stehen Kraniche am Waldrand, – hier braun gefärbt, – auch sie lassen sich nicht stören, als wir anhalten, zurückfahren und sie fotografieren.

Ja und am späten Nachmittag, – wir trauen unseren Augen kaum, – kurz hinter einer Kuppe, – steht mitten auf der Straße eine Elchkuh mit ihren beiden Jungtieren, – vollkommen ruhig und ohne Eile, – ich habe genug Zeit um rechtzeitig anzuhalten, – sie schauen kurz zu uns herüber und verlassen dann ruhig die Straße Richtung Wald.

Heute wirds spät, aber wir wollen noch bis „Fort Nelson“, denn dazwischen im Wald ist es eher schwierig, einen Nachtplatz zu finden, die meisten Seitenwege sind von den Gasfirmen gebaut und belegt. In „Fort Nelson“ selbst ist auch kein geeigneter Platz zu finden, der Campground ist sündhaft teuer, den lassen wir lieber links liegen. Wir fahren ein kleines Stück zurück zum „Muskwa-River“, dort an seinem breiten Kiesstrand finden wir einen herrlichen Platz, – das lange Suchen hat sich gelohnt. ( N 58° 47′ 32.0″ W 122° 38′ 34.7″ )

Tagesetappe:     447 km          Gesamtstrecke:     8.994 km

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