27.07.2019 – Dawson City

Hier sind die Nächte schon wieder merklich „dunkler“, zumindest von 23 bis 2.30 Uhr ist es ein wenig finster.
Das mit dem Internet hier auf dem Stellplatz ist ein Flop, Internet ist wohl da, das funktioniert allerdings nicht mit dem Laptop, – keine Ahnung, was das ist, die Smartphones haben Empfang, der Laptop nicht, also kann ich nichts erledigen, auch keine Berichte einstellen, – muß ich morgen nach einer anderen Möglichkeit suchen.

Am Morgen begeben wir uns erst mal auf die Spuren der Goldsucher, fahren die Bonanza Creek Road entlang und viele Kilometer das Tal des Bonanza- und Eldorado Creek hinauf, kleine Bäche, die später bei Dawson City in den Klondike fließen. Dort, am Discovery Claim haben George Carmack, Skookum Jim und Tagish Charlie am 17. August 1896 ihre sagenhaften Goldfunde gemacht und damit den großen Goldrausch am Klondike ausgelöst. Innerhalb der nächsten Monate kamen bis zu 100.000 Goldsucher aus aller Welt unter abenteuerlichen Umständen hierher an Klondike und Yukon, um das große Geld zu machen, – so die Hoffnung.

Das Tal ist komplett zerwühlt, überall sind noch deutlich die Abraumhalden und Schutthügel zu erkennen, die die Goldschürfer hinterlassen haben, als sie anfangs mühselig, Zentimeter um Zentimeter des Talgrundes umgegraben und durchgewaschen haben um die begehrten Goldnuggets zu finden. Später sind dann die großen Minengesellschaften eingestiegen, haben die Claims erworben und das „Schürfen“ technisiert, mit Baggern, Raupen und eigens gebauten „Schaufelradbaggern“ wurde die Goldsuche in großem Stil weiter betrieben.
So steht weiter oben im Tal die Gold Dredge Nr. 4, – ein Monsterbagger, der mit Kettenschaufeln Unmengen von Erde und Gestein in sich hineinstopfte, dort das Gold ausgewaschen und den Abraum hinten wieder ausgespuckt hat, – damals ein Meisterstück der Ingenieurskunst, – heute ein Museum.

Auch heute noch betätigen sich einzelne Abenteurer an einigen Stellen als Goldschürfer, Gesellschaften mit schwerem Gerät sind dabei, das Tal und die umliegenden Hügel weiter umzugraben. Bisher wurde Gold im Wert von mehr als 500 Millionen Dollar gefördert.
Auch wir betätigen uns im Bach als Schürfer, so wie es wahrscheinlich Hunderte vor uns an dieser Stelle auch schon getan haben, – entsprechend groß ist unser Erfolg.

Am Nachmittag kommen wir zurück in die Stadt.
Am Visitor-Info-Center finde ich endlich den begehrten Internetanschluß und verbringe den Rest des Tages damit, alles aufzuarbeiten, was in den letzten 10 Tagen liegengeblieben ist. Heike erkundet so lange die Stadt, morgen früh werden wir uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten ansehen.

Heute bleiben wir auf dem Parkplatz des Visitor-Info-Center stehen, treffen dort noch andere Reisende aus Deutschland, ein nettes Gespräch ist da schnell beieinander. ( N 64° 03′ 50.7″ W 139° 25′ 55.4″

Tagesetappe:     43 km                    Gesamtstrecke:     12.318 km

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