02.08.2019 – Von Petersville nach Talkeetna

Herrlich ruhig ist die Nacht und ar….g kalt, – nach dem Aufstehen müssen wir mal für 10 Minuten die Heizung anwerfen, ist ungemütlich im HerrMAN.
Tja, und auf Bild 1 zeige ich Euch heute mal den genialen Ausblick auf die grandiose Bergwelt der Alaska Range und den über 6.000 Meter hohen Mt. McKinley.
In der Nacht hat es geregnet und es regnet noch immer, alles ist wolkenverhangen und neblig, – sch……ade !

Gegen 10 Uhr fahren wir weiter, wollen die Schleife, die auf den Karten eingetragen ist weiterfahren, um auf den Highway zurück zu kommen.
Wir fahren in ein herrliches Tal, – kleine Bäche schlängeln sich hindurch, der „Cache Creek“ und der „Black Creek“, – hier unten wird überall noch nach Gold gegraben, in jeder zweiten „Hecke“ steht eine Hütte oder ein alter Wohnwagen, liegen Werkzeuge, – Pumpen stehen im Wasser, – an manchen Stellen arbeitet schweres Gerät, Bagger, LKW und große Waschtrommeln sind zu sehen, – aber auch viel altes Zeug wurde irgendwann zurück gelassen, rottet vor sich hin, auch einige Hütten verfallen langsam, – sehr erfolgreich gewesen und schnell abgehauen ?, – oder erfolglos das Weite gesucht ?, – die Geschichten hinter Hütten und Werkzeugen möchten wir zu gerne kennen.

Unser Weg wird zusehends schmaler, mehrmals queren wir den Bach durch Furte und irgendwann ist Ende, – nach etwa 15 Kilometern endet der Weg im Nichts, – Kommando zurück, – wir suchen einen Abzweig, den es offensichtlich nicht gibt, dabei fahren wir auch auf einer kleinen Start- und Landebahn, – diese wilden Flugzeugpisten gibt es hier und in Kanada immer und überall, – selbst hier in diesem einsamen Bergtal.
Beim Queren des Baches durch die Furt überfahre ich fast einen Lachs, – dann sehen wir sie, – die Lachse ziehen die Bäche hoch zum Laichen, erst sind es nur zwei oder drei, dann sieben, – mächtige, rotleuchtende Fische, 50 bis 70 Zentimeter lang, – King Salmon, Königslachse, – sie stehen im Wasser und kämpfen sich Zentimeter um Zentimeter gegen die starke Strömung des oft nur zentimeterhohen Baches, lassen sich immer wieder ein kurzes Stück zurücktreiben um neuen Anlauf zu nehmen, wenn es vorher nicht geklappt hat, – irgendwann haben sie wieder ein paar Meter zurückgelegt, – wahrlich ein Kampf, zurück an den Platz, an dem sie selbst geboren wurden, – nach dem Laichen sterben sie. Ein Schauspiel sondersgleichen, – wir stehen lange dabei, schauen zu, fotografieren und filmen, – wir hätten sie mit den Händen nehmen können, – gerne möchte man ihnen irgendwie helfen, – aber Natur ist halt so.

Irgendwann kommt ein Einheimischer auf seinem Quad vorbei, – als ich ihn nach dem Weg frage, erklärt er mir, daß wir die gesamte Strecke wieder zurück müssen, 45 Kilometer, den vermeintlichen Kreisbogen gibt es gar nicht.
Naja, es ist fast 15 Uhr als wir draussen sind, – aber es hat sich gelohnt, – ein herrliches Tal durchfahren, – 60 Kilometer „offroad“ und Schotter gehabt und den Zug der Lachse gesehen, – genug Abenteuer für heute.

Wir fahren noch etwa 25 Kilometer den „George Parks Highway“ nach Süden, queren dort über eine Brücke die Eisenbahn und den „Susitna-River“ und fahren drüben die 25 Kilometer wieder nach Norden, – anders geht das nicht, wenn man nach „Talkeetna“ will.
Hier ist richtig „Budenzauber“, die klassische, touristische Infrastruktur hat sich entwickelt, – Biergärten, Restaurants, Pubs, eine kleine Brauerei, Souvenirshops und Campgrounds, – Mountainbike- und ATV-Touren und Wildwasser-Rafting auf dem nahen River werden angeboten, dazu natürlich auch Rundflüge über den nahen „Alaska Range“ mit seinem Mt. McKinley. Von hier aus soll er auch noch zu sehen sein, – vielleicht klappt es ja morgen früh.

Wir finden an der städtischen Bibliothek einen schnellen WLAN-Zugang und dann am Ufer des Susitna-River einen schönen und ruhigen Stellplatz, ( N 62° 19′ 14.7″ W 150° 07′ 05.4″ ) fußläufig ins Städtchen, – dort spielt im kleinen Park eine Band flotte Country-Musik, – wir nutzen die Gelegenheit, um endlich mal in einem Biergarten zu sitzen und Fisch zu essen, der Regen hat am Nachmittag aufgehört, die Sonne kommt immer mal wieder durch und die Temperatur hat sich noch auf 20 Grad hochgeschraubt.

Tagesetappe:     151 km                    Gesamtstrecke:     13.601 km

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