06.08.2019 – Von Kenai nach Homer

Die Nacht ist ruhig und mild, der Tag beginnt wieder sonnig und warm.

Gegen 10.30 Uhr fahren wir weiter nach Süden, diesmal über die kleine „Kalifornsky Beach Road“, die immer am Meer entlang führt.
Zunächst noch am Fischereihafen von Kenai vorbei, dann an die Bucht bei „Kasilof“, dort wird von Alters her Fischfang betrieben, heute campieren dort eine Vielzahl von Hobbyanglern, um dort Lachs und Heilbutt zu fischen.

Dann kommen wir zurück auf den „Sterling Highway“ ( Ak 1 ), den Meeresarm „Cook Inlet“ immer auf der rechten Seite und drüben, auf der anderen Seite der Bucht begleiten uns schon seit gestern die beiden, über 3.000 Meter hohen, schneebedeckten Vulkane „Mount Iliamna“ und „Mount Redoubt“, der Letztere ist noch immer aktiv, sein letzter Ausbruch war im Jahr 2009.
Die Landschaft hier ist richtig schön, lichte Wälder und Tundraflächen mit Bächen und kleinen Seen wechseln sich ab, im Hintergrund immer das Panorama des „Alaska Range“, – alpenländisches Flair, im Vordergrund riesige lila leuchtende Flächen voller Weideröschen, – ein ständiges „Aaah“ und „Oooh“.

Am frühen Mittag erreichen wir „Ninilchik“, ein kleines Örtchen an der Bucht mit einem kleinen Hafen und einer gut erhaltenen russisch-orthodoxen Kirche, – überall auf der Kenai-Halbinsel sind noch immer Relikte, Gebäude und Ortsnamen zu finden, die auf die russische Vergangenheit Alaskas hinweisen, – speziell hier in der Gegend wurden zu Zeiten der Zugehörigkeit Alaskas zu Rußland altgediente Soldaten der russischen Armee angesiedelt und mit einem Stück Land für ihre Dienste belohnt. Irgendwann kam dann alles anders ……

Weiter südlich, bei „Anchor Point“ erreichen wir am Nachmittag den westlichsten, über eine Straße erreichbaren Punkt des gesamten amerikanischen Kontinents ( N 59° 46′ 24″ W 151° 52′ 02″ ) und somit auch den westlichsten Punkt unserer gesamten Reise.

Am späten Nachmittag erreichen wir dann „Homer“, die Südspitze der Alaska-Halbinsel, – eine 7 Kilometer lange Kiesbank, „Homer Spit“, führt quer in die „Kachemak Bay“ hinein, von beiden Seiten vom Meer umspült, – hier ist richtig was los, Tourismus pur, hunderte Wohnmobile stehen auf zahlreichen, einfachen Campgrounds, Kneipen, Restaurants und Souvenirshops reihen sich aneinander, unzählig viele kleine Fischerboote liegen im Hafen, hier werden Ausflugsfahrten zu den vorgelagerten Inseln angeboten und die Sportfischer in die Bay hinausgebracht, Heilbutt fischen ist hier angesagt, zentnerschwere Fische werden mit Angelruten aus dem Meer geholt, der Stolz eines jeden Sportfischers.
Heike schaut kurz in den „Salty Dawg Saloon“, eine Bar in einer urig alten Holzblockhütte mit einem ebenso alten Leuchtturm, direkt an der Straße, – über sie hatten wir in einem Reiseführer gelesen, – der komplette Innenraum an Wänden und Decke ist mit 1-Dollar-Noten garniert, – irgendwie total verrückt, aber einmalig.

Wir fahren dann noch etwa 15 Kilometer an der Nordseite der „Kachemak-Bay“ die „East End Road“ entlang, von dort haben wir einen genialen Blick auf die Bergkette der „Kenai Mountains“ mit ihren zahlreichen Gletschern, – toll, wie sie hinter der Bay in der Nachmittagssonne leuchten und sich im Wasser der Bucht widerspiegeln.
Dann stellen wir uns auch auf einen der zahlreichen Campgrounds mitten im Touristentrubel auf dem „Homer Spit“, ( N 59° 36′ 31.0″ W 151° 26′ 07.8″ ) nebenan wird fleißig geangelt, – auch hier zieht ein Sportfischer einen mächtigen 25 kg-Heilbutt aus dem Wasser, zahlreiche Lachse sowieso, – Heike schaut beim Zerlegen zu und kriegt es irgendwie fertig, den Jungs einige Kilo fangfrischen Fisch „abzuschwatzen“, – super, die nächsten Tage sind verpflegungsmäßig gerettet.

Tagesetappe:     223 km                    Gesamtstrecke:     14.434 km