10.08.2019 – Von Seward nach Whittier

Heute geht es wieder ein Stück gen Norden, zurück auf den Seward Highway (Ak 9) über „Moose Pass“ bis an die Südostspitze des „Turnagain Arm“, dann rechts weg und hinaus nach „Whittier“ am „Prince William Sound“.

Der Tag ist wieder sonnig und angenehm warm, – allerdings wird sich hier der Sommer wohl so langsam dem Ende zuneigen, die Weideröschen haben fast abgeblüht und das Laub in den Bäumen beginnt sich bereits gelb zu färben, wenn Wind aufkommt, fallen bereits die ersten Blätter, – untrügliche Zeichen für den bald kommenden Winter.

Zunächst fahren wir noch einmal kurz durch Seward, dann hinaus und nach Norden, die Landschaft kennen wir ja bereits, es gibt nur diese Straße, – Wälder und Tundraflächen, Seen, Flüße und Bäche, die Landschaft hügelig, immer wieder die Berge als „Rand“ des Blickfeldes.
Dann erscheint links der „Turnagain Arm“, der mächtige Fjord mit über 10 Meter Tidenhub, der das Ende des „Cook Inlet“ darstellt, – dort an dessen Spitze biegen wir rechts ab, nach etwa 9 km kommen wir zum „Portage Glacier“ und dem dazugehörigen „Portage Lake“, – ein grandioser Anblick.

Aber zunächst fahren wir vorbei, wollen erst noch hinaus an den „Prince William Sound“, diese mächtige Bucht, die hinaus in den Golf von Alaska führt und nur durch eine Bergkette von dieser Seite getrennt ist. Der Ort „Whittier“ ist der dortige Hafen und verbindet diesen Teil Alaskas mit „Valdez“, „Cordova“, „Homer“ und dem Pfannenstiel Alaskas. Um nach „Whittier“ zu kommen, müssen wir durch einen 4 km langen Tunnel, – er kostet 13 Dollar Maut von dieser Seite aus, von der anderen Seite ist die Durchfahrt umsonst, – ein abenteuerlicher Tunnel, – eigentlich als eingleisiger Eisenbahntunnel gebaut, durch den Personen und Waren mit der „Alaska Railroad“ vom Hafen ins Landesinnere gebracht werden, wird er heute als Eisenbahn- und Autotunnel gemeinsam genutzt. Er wird immer für eine Fahrtrichtung gesperrt, während die Fahrzeuge aus der anderen Richtung grünes Licht haben, das wechselt wohl so alle 20 bis 30 Minuten, wenn nicht gerade ein Zug durchfährt, dann haben alle Autos Pause, denn sie fahren über die Bahngleise, man hat die Zwischenräume zwischen den Eisenschienen mit Betonplatten ausgelegt, so geht das recht gut, – ein irres Gefühl ist das schon, 4 km auf den Eisenbahnschienen zu fahren, – am Ausgang steht einem dann ein wartender Zug visavis, vor dem man links abbiegen muß um die Straße wieder zu erreichen.

Jedenfalls kommen wir in „Whittier“ an, – dort im Fjord liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff vor Anker, – das Städtchen ist nicht groß, eher eng und klein und mit Fahrzeugen aller Art rundum zugestellt, – am Hafen können wir kurz anhalten, der ist auch ganz nett anzuschauen, viele kleine Fischerboote liegen hier vor Anker, es herrscht reger Betrieb in den Fjord hinaus und zurück.
Der Fjord ist herrlich anzuschauen, – blaues Wasser, auf dem die Boote weiße Gischt hinter sich her ziehen, – blauer Himmel, – rundum Berge mit weiß leuchtenden Gletschern, eigentlich Bilderbuch, – aber für uns zu eng, irgendwie haben wir beide das Gefühl eingesperrt zu sein.
Hinter der Stadt fahren wir die Schotterstraße noch etwa 2 Kilometer am Rand des Fjords entlang bis zu einem schönen Aussichtspunkt, dann ist hier die Welt zu Ende.
Wir fahren postwendend durch den Tunnel zurück in die „Freiheit“, – hin zu einem großzügigen Parkplatz am Visitor Center des Portage Gletscher, – dort, direkt am See finden wir unseren heutigen Nachtplatz. ( N 60° 47′ 00.1″ W 148° 50′ 30.1″ )

Tagesetappe:      187 km          Gesamtstrecke:     14.980 km

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