12.08.2019 – Von Anchorage zum „Tolsona Lake“

Die Nacht ist natürlich hier mitten in der Stadt nicht so leise, wie draussen in der Natur, – Flugzeuge starten und landen schon früh am Morgen, aus der Ferne dringen die Geräusche der Fernstraße zu uns herüber und auch auf den umliegenden Straßen brummen bereits die Fahrzeuge, trotzdem ist es nicht zu laut und absolut ok so.

Der Sommer geht weiter, gegen 10 Uhr bereits 21 Grad, – wir fahren los, aus der Stadt hinaus, nach Norden, nach mehr als 50 Kilometern rechts weg auf den „Glenn Highway“, nach „Palmer“ und weiter Richtung „Glennallen“ und „Valdez“.
Von „Seward“, wo wir gestern losgefahren sind, hätten wir auch quer durch den „Prince William Sound“ mit der Fähre hinüber nach „Valdez“ fahren können, spart 450 Kilometer „Umweg“. Allerdings hat bekanntlich jede Medaille zwei Seiten, die Schiffspassage kostet etwa 450 Dollar, außerdem soll die Strecke von „Palmer“ nach „Glenndallen“ äußerst reizvoll sein, weshalb wir uns für die Straße entscheiden.

Und das ist gut so, – schon hinter „Palmer“ beginnt eine wirklich herrliche Strecke, die Straße führt durch das Tal des breiten „Manatuska Rivers“, rechts und links ragen wunderschöne Berge in den Himmel, – kurz hinter „Palmer“ wird noch etwas Landwirtschaft betrieben, gerollte Heuballen liegen auf den Wiesen, – wenig später dann nur noch Natur pur, – das breit ausgeschwemmte Flußbett, – Wälder und Tundraflächen, – die Berge am Fuß bewaldet, in der Mitte noch mit niederem grünen Bewuchs und oben nur noch der blanke Fels, einige sind mit Gletscherresten bedeckt, – die Straße wird kurvig und geht stetig bergauf und bergab, manchmal wird sie ein wenig schmal, – sie läßt sich jedoch gut fahren.
Ständig sind wir irgendwo am Anhalten, weil jeder Ausblick schöner als der Letzte ist.
Irgendwann auf einer Anhöhe sehen wir ganz weit hinten zwischen den Bergen ein weißes Tal, – was ist das ?, – sieht total unwirklich aus. Mit dem Fernglas können wir es dann erkennen, – es ist tatsächlich ein Gletscher, – dort unten im Tal zwischen den Bergen meterdick Schnee und Eis, während die umliegenden Berge schnee- und eisfrei sind, – total unwirklich.
Schilder, die später auf einem Parkplatz stehen, weisen darauf hin, daß wir hier den „Manatuska-Gletscher“ vor uns haben, er kommt von den zurückliegenden, hohen Bergen der „Chugach Mountains“ und schiebt seine Eismassen durch das Tal, jeden Tag wandern sie 30 Zentimeter talwärts, schmelzen natürlich auch ab, der breite „Manatuska River“ wird von ihm gespeist, und der bringt unglaubliche Wassermassen und weißlichgraue Sedimente mit sich.

Viele Kilometer später ändert sich die Landschaft komplett, wir befahren eine Hochebene, – weite, lichte Wälder mit Tundraflächen und kleinen Seen bestimmen das Bild bis fast zum Abend.
Gegenüber des „Tolsona Lake Resort“, oben am Hang im Wald sehen wir eine schöne kleine Lichtung, fahren hin, – und das passt, – unser heutiger Nachtplatz. ( N 62° 05′ 50.6″ W 146° 02′ 40.7″ )

Tagesetappe:     271 km                    Gesamtstrecke:     15.361 km

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