15.08.2019 – Von Valdez zum Gilahina River

Der Sommer ist zurück, die Sonne lacht, Nebel und Dunst haben sich über Nacht ganz verzogen. So sehen wir nun endlich auch die herrliche Bergwelt rings um Valdez und den „Valdez Arm“.

Heute fahren wir zurück nach Norden, über den „Richardson Highway“ bis „Tonsina“, dort auf den „Edgerton Highway“ bis „Chitina“ und dann auf der „McCarthy Road“ weiter nach Osten.
Zunächst geht es wieder durch den „Keystone Canyon“ hinauf in die Berge, – Schilder am Straßenrand verweisen auf den alten „Trail 98“, den steilen Anstieg über den Paß, über den sich ab 1898 die Goldsucher mit Sack und Pack auf den Weg machten. Der klare Himmel und die Sonne lassen heute herrliche Blicke auf die Gletscher der umliegenden Berge zu, je nach Blickwinkel leuchten sie weiß bis türkisblau, – auch der „Worthington Gletscher“ zeigt sich uns noch einmal in all seiner Pracht.

Nach dem Abzweig auf den „Edgerton Highway“ durchfahren wir wieder über weite Strecken kleinwüchsige Nadelwälder, später säumen vermehrt Wohnhäuser unseren Weg, dazwischen auch einige Farmen, große Wiesen sind zwischen den Waldstücken zu sehen, Rinderherden, gefüllte Heuschober, – hier wird wieder ein wenig Landwirtschaft betrieben.
Hinter „Chitina“ endet offiziell die Asphaltstraße, – mit dem schmalen Felsdurchbruch nach dem Ort beginnt die „McCarthy Road“, begleitet vom mächtigen „Chitina River“, immer wieder ein toller Anblick, wie sich diese Flüße das gesamte Tal erobert haben, – oft aufgeteilt in unzählige, durch Sandbänke getrennt parallel fließende kleine Flüßchen, Unmengen von Treibholz liegt angeschwemmt an den Ufern und auf den Sandbänken, – wir können nur erahnen, welche Wassermaßen sich im Frühjahr, während der Schneeschmelze von den Bergen kommend das Tal hinunter ergießen, – hier in den Hochlagen dieser Regionen können in den Wintern bis zu 25 Meter (!!) Schnee fallen, – für uns unvorstellbar, – wie dann der „Alltag“ hier aussieht, – gibt es dann überhaupt noch Alltag ?
Die „McCarthy Road“ ist anfänglich noch asphaltiert, jedoch sehr wellig und uneben, der HerrMAN springt darüber wie ein Geisbock, später dann wird sie zur Schotterstraße mit starken Wellblechstrukturen, – fahren geht aber recht gut, Tempo 50 ist ausreichend, um ruhig und ohne Scheppern drüber zu fahren, sogar bis Tempo 75 geht gut.
Wir fahren auf der abgebauten, ehemaligen Eisenbahnstrecke, die einst zu den Kupferminen „Kennecott“ geführt hat, – Nadelwälder, Tundraflächen, kleine Tümpel und Seen prägen nun das Bild, sogar Arktikschwäne haben sich hier niedergelassen, – wir sind im „Wrangell-St.Elias Nationalpark“ angekommen. Seinen Namen hat er von den beiden gleichnamigen, 4.317 und 5.489 Meter hohen Bergen „Mount Wrangell“ und „Mount Elias“, die ihre weißen Spitzkegel bisher allerdings noch in einer Wolkendecke verstecken. Vielleicht morgen !?

Heute fahren wir zunächst noch über die abenteuerliche, ehemalige Eisenbahnbrücke, die einspurig über eine hohe Schlucht führt, dankenswerterweise hat man die Holzbretter der Fahrbahndecke, über die wir fahren müssen, gerade gegen Nagelneue ausgetauscht, – Glück gehabt.
Ein Stück weiter, am „Gilahina River“ überspannt die uralte, hölzerne Eisenbahnbrücke das Tal, – glücklicherweise müssen wir die nicht benutzen, sie ist mehr als baufällig, ein Teil davon ist bereits zusammengestürzt, – die Straße führt mittlerweile neben der Brücke durch das Tal und über den kleinen Fluß „Gilahina“. Dort unten am Fluß finden wir eine kleine Stellfläche, gerade passend für die kommende Nacht. ( N 61° 26′ 17.1″ W 143° 43′ 06.0″ )

Tagesetappe:     232 km          Gesamtstrecke:     15.881 km

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