17.08.2019 – Von McCarthy nach Glennallen

McCarthy ist nicht an das Stromnetz angeschloßen, die Nacht ist herrlich dunkel, kein Kunstlicht am Himmel, – Auto fährt sowieso keines mehr, – irgendwann läuft ein Fußgänger im Schein seiner Taschenlampe die Schotterstraße entlang, – irgendwie nostalgisch schön hier.
Die Nacht ist mit 7 Grad mal wieder richtig „knackig“ und es regnet heftig, – am Morgen sind auf den mittelhohen Bergen frische weiße Hauben zu sehen, – der erste Schnee.
… und wir werden von einem herrlich blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein geweckt, der Regen hat den Himmel klargewaschen, auch die total eingestaubten Bäume und Hecken entlang der Straße sind wieder grün.

Also nach dem Frühstück gleich noch einmal runter zur Fußgängerbrücke und nach dem Icefall schauen, – wooowh ! – welch ein Anblick, – diese riesige weiße Wand zwischen den mächtigen Bergen, mehr als 2.000 Meter hoch soll sie sein und mindestens genau so breit. Leider hängen über den Gipfeln noch weiße Dunstschleier und verdecken das Blau des Himmels, – nun sind auch endlich mal die Spitzen der umliegenden Berge zu sehen, über 4.000 Meter hoch sind sie.

Gegen 11 Uhr ziehen wir dann weiter, am Visitor-Center treffen wir andere Reisende aus Deutschland und der Schweiz, wir reden kurz übers woher und wohin, – sicher treffen wir uns irgendwo wieder, – dann verabschieden wir uns und fahren los.
Über die rumpelige Schotterstraße geht es die nächsten 75 Kilometer nach Westen, wenigstens hat sich die Nässe des nächtlichen Regens schnell verzogen, die Straße ist nicht matschig und stauben tut es heute auch nicht, eigentlich optimal.
Die Fahrt geht zurück, wieder durch diese ewig langen Nadelwälder, vorbei an den Tundraflächen, den Tümpeln und Seen, – am „Crystal Lake“ hat sich jemand ein kleines Paradies geschaffen, – Haus am See, Bootsanlager, Badesteg, riesige, frisch gemähte Rasenfläche mit freistehenden Birken, vielleicht ein eigener Golfplatz, – daneben gleich eine Start- und Landepiste fürs Flugzeug.
Weiter geht es über die eingleisige, mit Holzbrettern belegte Eisenbahnbrücke und dann entlang des riesigen „Copper River“ bis nach „Chitina“, hier beginnt die Asphaltstraße „Edgerton Highway“, die bis hinaus auf den „Richardson Highway“ und dieser weiter bis nach „Glennallen“ führt.

Irgendwann kurz vor „Chitina“ tauchen sie plötzlich am Horizont auf, – die riesigen, weißen Berge, auf deren Anblick wir schon lange warten, – erst nur einer, dann nach und nach die anderen, insgesamt sind es 4, die man von hier aus sehen kann, alles 4.000er, der „Mount Blackburn“ gar fast 5.000 Meter hoch, – einer von ihnen, der „Mount Wrangell“ mit seinen 4.317 Metern ist ein Vulkankegel.
Endlich ist uns das Glück mal hold und wir erleben dieses Panorama, mächtig und schneeweiß leuchten sie vor dem blauen Himmel, – bis zum Abend, über fast 150 Kilometer begleiten sie uns, bei passendem Wetter morgen noch einmal ein weites Stück.

Kurz vor „Glennallen“, bei „Tazlina“ gibt es rechts am Fluß, etwas abseits der Straße, einen Picknickplatz, das wird unser Nachtplatz. ( N 62° 03′ 10.7″ W 145° 25′ 39.8″ )

Tagesetappe:     212 km          Gesamtstrecke:     16.150 km

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