02.09.2019 – Von Clearwater nach Sicamous

Herrlich ruhig ist es hier draußen im Wald, 15 Grad warm die Nacht, das ist schon sommerlich.
Und so begrüßt uns der Tag, – strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, um 10 Uhr schon 19 Grad, – nur die Spitzen der umliegenden Berge tragen noch einen Nebelschleier.

Wir machen uns los, hinaus auf den Highway 5 und nach Süden. Von dem heutigen Feiertag ist auf dem Highway nichts zu merken, unzählige schwere Trucks brummen gen Norden, sind fast ausnahmslos mit dicken, schweren Eisenrohren beladen, – irgendein Großprojekt, irgendwo im Norden, – auf den ersten 100 Kilometern begegnen uns weit mehr als 50 Stück.
Zunächst fahren wir durch eine Mittelgebirgslandschaft, irgendwie eine Mischung zwischen Spessart und Allgäu, – viel Landwirtschaft wird hier betrieben, Weideflächen, Rinderherden, Pferderanchen, – die Weiden in den Flußauen werden alle bewässert, der große Fluß macht es möglich, – uns scheint, daß der Sommer hier unglaublich trocken gewesen ist, wo nicht gewässert wird, scheint vieles „verbrannt“, gelb und braun herrschen als Farbe auf den Böden vor.

Dann nähern wir uns „Kamloops“, einer Stadt mit 75.000 Einwohnern, – wenige Kilometer vorher ändert sich die Landschaft schlagartig, – wir sind wieder in der Prärie, alles ist dürr, sandig, staubig, die Wälder sind schlagartig weg, nur vereinzelt stehen ein paar wenige Bäume im Talgrund, die Berghänge sind fast kahl, Dornensträucher und Buschwerk dominieren das Bild, – irgendwie wie Kreta im September, Oktober, – ausgedörrt !
Und auch das Wetter spielt mit, – irgendwie ist das, wie wenn man im Herbst über die Alpen nach Italien rein kommt, – plötzlich ist Sommer, 29 Grad, die Sonne brennt, alle Menschen sind im Sommermodus, – total ungewohnt für uns, – die aus der Kälte kommen, – an den Ufern der Flüße und Seen gehen die Menschen baden, fahren Boot und sonnen sich.

Von „Kamloops“ geht es nun auf den „Trans-Kanada-Highway“ (1), den wir schon für unsere Ost-West-Durchquerung von Halifax bis Calgary genutzt haben, hinüber nach „Salmon Arm“.
Und hier ist ja nun gleich mal Südtirol und die Schweiz vereint, „Straße der Weine“ nennt sich der Highway hier, und tatsächlich wird hier Wein angebaut, die Winzereien werben mit Schildern an der Straße um Kundschaft, – plötzlich tauchen Obstbaumplantagen auf, – rote Äpfel auf Bäumen, wir haben seit 2 Monaten keinen einzigen Obstbaum mehr gesehen. Der Highway windet sich immer im Tal des „Thompson River“ entlang, der sich stellenweise zum „Kamloops Lake“ oder später zum „Shuswap Lake“ ausweitet, wie gemalt liegen die Seen in den breiten Tälern, die jetzt wieder von grünen Wiesen und Tannenwäldern gesäumt sind, – die Boote auf ihnen ziehen ihre Runden, – an den mit Sandstränden gesegneten Ufern herrscht Badebetrieb, Bootsanleger und Badestege sind zu sehen, – drüben, an den bewaldeten Ufern stehen wunderschöne Ferienhäuser, der Gardasee läßt grüßen.

In „Salmon Arm“ machen wir eine längere Pause, wollen dann drüben am See, an der Marina übernachten, ein sehr schöner und gepflegter Park lädt dazu ein, – als wir drüben sind ist es uns dann irgendwie doch noch zu früh, – wir fahren noch ein Stück weiter und kommen in „Sicamous“ an, das sich die Hauptstadt der Hausboote nennt. In der Tat liegt es am Zugang zu dem weitverzweigten Seensystem zwischen „Copper Creek“ und „Seymour Arm“, hunderte Kilometer kann man hier auf den Seen schippern und gemächliche Hausbootferien verbringen.
Wir bleiben mal lieber bei unserem HerrMAN und loggen uns im Ort, auf einem leeren Parkplatz neben der katholischen Kirche ein, – der doch recht starke Verkehr auf der Straße nach „Kelowna“ hört allerdings nach 21 Uhr fast komplett auf und verspricht eine ruhige Nacht, draußen sind es noch immer 19 Grad. ( N 50° 49′ 40.3″ W 118° 58′ 51.9″ )

Tagesetappe:     276 km                    Gesamtstrecke:     20.033 km

Ein Kommentar zu „02.09.2019 – Von Clearwater nach Sicamous

  1. Hallo Heike, Ich lebe in Salmon Arm und we sind momentar auf unsern Herbst Kamping tripe. Ich habe euch auf dem Parkplaze von Fort Steele gestern gesehen. Bitte entschuldigen, mein deutsch ist nicht das besste. Lebe seit 31 Jahr hier in Kanada. Eine tolle Reise was ihr 2 unternehemen. Viel Spass!! Heidi aus Salmon Arm.

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