04.09.2019 – Von Golden nach Wasa

In der Nacht bringen entfernter Blitz und Donner einen heftigen Gewitterregen zu uns, – der Morgen will davon allerdings nichts mehr wissen und läßt wieder die Sonne strahlen, zuerst hängt noch eine Dunstglocke über dem Tal, die sich schnell verzieht, dann leuchten schneeweiße Nebelschwaden in schmalen Streifen vor dem Panorama der umliegenden Berge, bis auch sie von der Sonne verschluckt werden.

Wir machen uns auf den Weg, nach ein paar Erledigungen ist es schon wieder 12 Uhr Mittag bis wir loskommen, – hier in „Golden“ verlassen wir den „Trans-Kanada-Highway“ (1) und fahren auf den Highway 93 / 95 nach Süden, immer Richtung Grenze Kanada / USA.
Auch heute geht unsere Fahrt durch alpenländische Welten weiter, – klingt irgendwie langweilig, ist es aber überhaupt nicht, – jede Gegend ist irgendwie anders als die Vorherige, die Täler mal schmaler, mal weiter, die Berge höher oder niedriger, mal fahren wir nur durch Wälder, mal durch wahre Voralpengebiete mit grünen Wiesen, Kühen und Bauernhöfen.
So ist es auch heute, eine ausgesprochen schöne Gegend mit gepflegten Anwesen, – Rinder und Pferde stehen auf den Weiden, – der Highway führt hier parallel zu den „Rocky Mountains“ nach Süden, zudem ist „Calgary“ nicht wirklich weit weg, und so werden hier merklich Touristen beworben, überall preisen Gästehäuser ihre Zimmer an, bieten Restaurants ihre Speisen an, Campingplätze buhlen um die Gunst der Kunden, die diese Gegend nicht nur in den Ferien besuchen, sondern auch gerne mal einfach zwischendurch und an den Wochenenden vorbeikommen.
Auf der linken Seite haben wir ständig die schönsten Ausblicke auf die Flanken der „Kootenay Ranges“, einem Teil der „Rocky Mountains“, die hier den „Yoho Nationalpark“ und den „Kootenay Nationalpark“ bilden, auf der Rechten schlängelt sich der „Columbia River“ durch das Tal, oft ist er gar nicht als Fluß zu erkennen, die breiten Täler sehen eher wie Seen oder manchmal auch wie riesige Sumpflandschaften aus.

So kommen wir am Nachmittag nach Bad Füssing, – natürlich nicht, – „Radium Hot Springs“ heißt das durchaus hübsche Städtchen, – der Vergleich hat sich mir einfach aufgedrängt, – diese Alpenlandschaft, – heiße Quellen, die natürlich entsprechend organisierten Badebetrieb nach sich ziehen, im Umfeld jede Menge noble Feriendörfer, Golfplätze, Unterkünfte und die entsprechende Gastronomie.

Weiter nach Süden werden die Berge etwas flacher, der „Columbia River“ wird zum „Columbia Lake“ und die „Canal Flats“, langgezogene, blau leuchtende Seen, die sich vor den Bergketten aneinanderreihen und in der Mittagssonne ein wirklich tolles Bild abgeben.
Bei „Wasa“ machen wir Schluß heute, es ist wirklich sommerlich, – endlich mal, – bis 28 Grad zeigt das Thermometer an, – am schönen kleinen „Wasa Lake“ machen wir Schluß, der relativ kleine See ist angenehm warm, also gönnen wir uns heute das erste mal für diesen Sommer ein Bad im See, – sehr angenehm, so kanns gerne bleiben.
Der Parkplatz am Badesee liegt wunderbar verdeckt und schon um 19 Uhr sind fast alle Gäste weg, Verbotsschilder gibts keine, also bleiben wir hier für die Nacht.
– Allerdings nur bis kurz vor 21 Uhr, dann taucht ein Ranger auf und erzählt uns, daß das nicht sein darf, – stört zwar keine Seele, aber diskutieren läßt er nicht zu.
Naja, es ist gerade so noch hell und er gibt uns einen Stellplatztip, – wir fahren nochmal etwa 5 Kilometer raus und stehen dann auf einem Parkplatz am „Kootenay-River“, – zwar in Straßennähe, aber nachts fährt ja sowieso fast kein Auto. ( N 49° 49′ 18.0″ W 115° 45′ 33.0″ )

Tagesetappe:     224 km                    Gesamtstrecke:     20.513 km

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