05.09.2019 – Von Wasa (Kanada) nach Eureka (USA)

Und genau so ist die Nacht dann auch, – kaum Verkehr, – alles ruhig, – nur kommt spät am Abend so ein amerikanisches 12-Meter-Reisemobil angefahren, stellt sich hinter uns und läßt die ganze Nacht den Stromgenerator und die Klimaanlage laufen, – naja letztendlich hat so ein monotones Brummen dann doch irgendwie etwas Einschläferndes.

Der Morgen beginnt wieder mit Sonnenschein, es herrscht weiter Hochsommer, – wir fahren raus auf den Highway 95 / 93 bis Fort Steele.
Dort besichtigen wir das alte Fort aus der Gründerzeit, ehemals ein Handelsposten und nur über den Fluß zu erreichen, später wurde dann die Eisenbahnlinie bis hierher gebaut. Die alten Gebäude sind gut erhalten, teilweise restauriert und mit den Utensilien der damaligen Zeit ausgestattet, Hinweistafeln an den Gebäuden erzählen die jeweilige Geschichte, Angestellte des Parks in der Kleidung der damaligen Zeit erfüllen das Fort mit Leben und erzählen den Besuchern über die Tradition der alten Berufe und Geschehnisse der damaligen Zeit. Schön anzusehen sind die alten Fassaden der Häuser und Geschäfte, die Kirchen, der Bahnhof, der alte Fähranleger, Kutschen und alte Traktoren, LKW und Maschinen. Eine schöne Zeitreise, – authentisch und lehrreich, verbunden mit einem herrlichen Spaziergang in der Sommersonne.

Dann fahren wir einige Kilometer weiter, in das Städtchen „Cranbrook“, die letzte Möglichkeit, uns noch einmal in kanadischen Supermärkten mit den bekannten und gewohnten Dingen zu versorgen, – nur Frischware und Fleisch dürfen wir halt nicht mitnehmen, – wir werden heute noch über die Grenze in die USA reisen.
Als die kanadischen Dollar ziemlich restlos ausgegeben sind, fahren wir ein kleines Stück zurück, um auf den Highway 93 zu kommen, der uns dann über „Wardner“, „Galloway“ und „Grasmere“ zur Grenze Kanada / USA bringt.

Die Landschaft unterwegs ist wieder beeindruckend, anfänglich noch die letzten Flanken der „Rocky Mountains“, – Sumpflandschaft unten im weitläufigen Tal, – später dann knochentrockene Prärie, alles ist verdorrt, Gras und niedere Büsche sind gelb und braun, sogar Nadelbäume beginnen, ihre Farbe von grün nach braun zu verändern.
Noch ein Stück weiter südlich sind die hohen Berge verschwunden, – es herrscht eher Voralpenlandfeeling, – hügelige Landschaft, grüne Wiesen, Bauernhöfe, Kühe auf den Weiden, Bauern bei der Heuernte, – auch hier ist das Land eigentlich knochentrocken, aber überall laufen die Beregnungsanlagen und wässern die Wiesen, ohne sie wäre hier kein Grashalm gewachsen, so aber scheint das System zu funktionieren, der Fluß spendiert das Wasser, offensichtlich gibt es genug davon, – die Wiesen spriesen in feinstem Grün, Mensch und Tier freuen sich darüber und sogar für ein paar Golfplätze reicht es noch.

Wenige Kilometer hinter „Grasmere“ kommen wir an die Grenze, – wir sind die Einzigen, die Ausreise geht wieder ohne Kontrolle, die Einreise in die USA kurz und schmerzlos, kurzer Check der Papiere, die üblichen Fragen nach dem Woher und Wohin, nach den Dingen, die man nicht haben darf, – Waffen, Drogen, Alkohol, Obst und Gemüse, Fleisch, – wir können alle Fragen mit einem überzeugenden „No“ beantworten, gegen unsere zwei Flaschen Wein hat er nichts einzuwenden, – eine tatsächliche Kontrolle entfällt, – wir kriegen einen angenehmen Aufenthalt gewünscht und sind durch, – unter 5 Minuten ! , – so sollte das immer und überall sein !

Der erste Ort in USA heißt „Eureka“, ein kleines, verschlafenes Örtchen, aber nicht unschön, – kleine Geschäfte, Restaurants, eine Tankstelle, die üblichen Geschäfte rund ums Auto, ein Supermarkt, – zudem einen „Riverside Park“ am kleinen „Tobacco River“, auf dem man stadtnah und ruhig übernachten kann. Das nehmen wir doch gerne an. ( N 48° 52′ 39.9″ W 115° 03′ 12.4″ ) Wir sitzen im Park auf der grünen Wiese und geniessen die Spätnachmittagsonne, – ich mach mir´s im Blaumann zum Abschmieren unter dem HerrMAN bequem, – ein Raubvogel holt sich zweimal kurz hintereinander einen Fisch aus dem kleinen Fluß, zappelnd hängt er unter ihm, als er über uns hinwegfliegt, – am Abend kommt ein kleines Rudel Rehe zum Grasen den Fluß entlang und gesellt sich total angstfrei zu uns, – schön dabei zuzusehen.
Zum Abschluß der ersten Etappe unserer Reise, – Kanada und Alaska, 3 Monate, über 20.000 Kilometer, – schlendern wir heute mal ins Städtchen rein und lassen uns in einem kleinen Restaurant nieder, nachdem bisher eigentlich keiner unserer Restaurantbesuche was taugte, war es heute dort endlich mal angenehm, – wird schon noch…..

Tagesetappe:     158 km          Gesamtstrecke:     20.671 km

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