06.09.2019 – Von Eureka nach Browning

So schnell geht das hier mit dem Wetter: Gestern Abend noch hochsommerliche 29 Grad, heute früh ist es bewölkt und beginnt zu regnen, die Temperatur liegt bei 13 Grad und daran ändert sich auch den ganzen Tag nicht viel, kurz erreichen wir mal die 16 Grad, dann fällt sie zurück auf 14.
Kurz nach 10 Uhr machen wir uns auf den Weg, raus auf den Highway 93 bis „Whitefish“, dann auf den Highway 2 bis nach „Browning“.

Anfänglich regnet es ziemlich heftig, entsprechend schlecht geht es zu fahren, – Spurrillen, Wasserfontänen von den entgegenkommenden Trucks, naja, nach etwa einer Stunde wird der Regen weniger und hört später ganz auf. Die Landschaft ist, wie sie gestern auch war, – voralpenländisch.
„Whitefish“ ist ein recht ansehnliches Städtchen mit schönen alten Fassaden, gepflegt und sauber, – hier wird ganzjährig Bergtourismus in all seinen Facetten ziemlich groß geschrieben. Wir holen uns hier im Supermarkt die Frischware, die wir in den letzten Tagen aufbrauchen mußten, Grenzübertritt haben wir nun längere Zeit keinen.

Heute wollen wir uns den US-amerikanischen „Glacier Nationalpark“ ansehen, man kann bei „West Glacier“ in den Park hineinfahren, diesen auf der 85 Kilometer langen, schmalen „Going-to-the-sun-Road“ durchqueren und auf der Ostseite bei „St. Mary“ den Park wieder verlassen. In der Mitte des Parks führt die schmale Straße in Serpentinen über den 2.026 Meter hohen „Logan Paß“ und gibt spektakuläre Ausblicke frei.
So weit die Theorie, – die Praxis sieht etwas anders aus:
Durch das schlechte Wetter werden die heutigen Ausblicke wohl weniger spektakulär ausfallen, dicke Wolken und Nebelfetzen vor den Bergen bestimmen das Bild, – zudem erfahren wir bei der Einfahrt in den Park, daß der mittlere, der alpine Teil der Straße für große Fahrzeuge (über 6,30 mtr. Länge und über 3 Meter Höhe) gesperrt ist, – wir fahren trotzdem rein, so etwa 25 Kilometer, bis Avalanche, dürfen wir, – dann müssen wir umdrehen.
Nunja, die 25 Kilometer hätten wir uns auch schenken können, außer dichtem Wald auf beiden Seiten ist nichts zu sehen, – den herrlich glasklaren Bergfluß, der über schöne Kaskaden neben der Straße herfließt, bestaunen wir erst auf der Rückfahrt, als wir endlich einen Parkplatz in einer der stets gut gefüllten Parbuchten ergattern.

Also dann, – wieder zurück und auf der Südseite um den Nationalpark herum, hinüber nach „Browning“, der nächstgrößeren Ansiedlung.
Nach einigen Kilometern Wald und Hügeln beginnt die Anfahrt auf eine Hochebene, zwischen 1.300 und 1.600 Metern bewegen wir uns ab jetzt, – hier beginnt die Prärie, weite, baumlose Flächen, verdörrtes Grasland, bis zum Horizont, – Hügel, kleine Wassertümpel, hie und da eine Ranch, – Wildwestszenerie.

Am Abend kommen wir nach „Browning“, die Stadt liegt im „Blackfeet Indianer Reservat“ und hat das übliche Angebot, Schule, Polizei, Läden, Tankstelle, Museum und ein Casino. Dort am weitläufigen Museumsparkplatz, neben dem Casino lassen wir uns für die Nacht nieder. ( N 48° 33′ 24.7″ W 113° 01′ 19.6″ )
Ich nehms mal vorweg, so besch… wie der Tag verläuft, so endet er letztendlich auch.
Ich muß mal wieder Batterien aufladen, hole den Generator raus, stell ihn unter den HerrMAN und lass ihn brummen, – das stört hier niemanden, der Platz ist groß, es steht niemand nebendran und das Brummen geht im Lärm der nahen Straße fast gänzlich unter. Wir laufen dann mal rüber zum Casino, – dort auf dem Parkplatz haben wir vorhin mal wieder Reisende aus Deutschland getroffen, sie stehen mittlerweile hier bei uns, ein kleines Stück hinter unserem HerrMAN, – als wir zurückkommen, wir sind noch 25 Meter vom HerrMAN entfernt, hält ein PKW neben dem HerrMAN, der Beifahrer springt raus, schnappt sich den brummenden Generator ins Auto und haut ab. „Überraschungsklau“ in allerfeinster Präzision, hat keine 10 Sekunden gedauert. Ich kann ihnen nur noch meine „guten Wünsche“ nachschreien, kriegen tu ich sie natürlich nicht mehr. Tolle Begrüßung in USA, – na Bravo, – das kann ja heiter werden.

Später am Abend wird es hier am Platz immer lauter, Autos fahren, ziehen „Powerslides“ auf dem Asphalt, Motoren heulen, Türen knallen, lautes Geschrei, immer wieder mal, scheint Alkohol im Spiel zu sein, – das ist uns letztendlich nicht mehr geheuer, wir ziehen um, rüber auf den Parkplatz vom Casino, die hauseigene Security läuft dort Streife und zeigt uns den kameraüberwachten Teil der Parkplätze, – den Museumsparkplatz nebenan können wir so nicht empfehlen, schon gar nicht am Wochenende.

Tagesetappe:     284 km                    Gesamtstrecke:     20.955 km

2 Kommentare zu „06.09.2019 – Von Eureka nach Browning

  1. Ach du grüne Sch….,
    Auf euren Asien- und Afrika Reisen wurde euch noch nichts geklaut, oder, aber im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist alles möglich. Wo war denn Aspro, eurer Wachhund ??
    Dafür sind die Bilder nun wieder besser, liegt aber wahrscheinlich nicht am geklauten Generator.
    Wünsche weiterhin eine schöne, aber verlusfreie Reise,
    und Danke für die tolle Berichterstattung.
    Hans

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