07.09.2019 – Von Browning nach Great Falls

Der Morgen ist grau, in der Nacht hat es wieder geregnet.
Ben, unser Nachbar auf Zeit, ein Reisender aus Dänemark, der gestern abend hinter uns gestanden hatte und den Generatorklau mit angesehen hat, möchte sich heute früh mal der Ladetechnik im HerrMAN annehmen, er hat Ahnung von der Sache, – eine gute Stunde prüft er alle Komponenten durch und meint, den Fehler gefunden zu haben, – ich werde in den nächsten Tagen eine Werkstatt aufsuchen, offensichtlich ist die Lichtmaschine für die Batterien der Wohnkabine hinüber.

Es ist schon 12 Uhr als wir uns verabschieben, wir haben ähnliche Wege, sicher kreuzen sie sich demnächst irgendwo mal wieder.
Wir fahren hinaus auf den Highway 89, der führt durch bis nach „Great Falls“, unserem Tagesziel, – dort werden wir heute mal wieder einen RV-Stellplatz anfahren, die Batterien nachladen, die haben ja gestern abend nicht wirklich viel abgekriegt, – außerdem mag Heike mal einige Ladungen Wäsche durch die Maschine jagen.

Gleich hinter „Browning“ verlassen wir vorübergehend die „Rocky Mountains“, der graue Himmel des Morgens hat sich verzogen, – er schmückt sich jetzt mit hellen, weißen Wolken, zwischen denen etwas blau hindurchschimmert, – beim Blick zurück ein tolles Bild, die Weite der Prärie vor der tollen Kulisse der Rockies und darüber dieser Himmel, das ist schon fast ein kleines Kunstwerk.

Ansonsten ist die Farbe des Tages heute Gelb.
Fast über die gesamte Tagesstrecke von 200 Kilometern durchfahren wir die grenzenlose Weite der Prärie, hügelige Landschaften mit gelb verdörrten Weideflächen, – Heu am Stiel, kilometerlange Zäune umspannen sie, Rinderherden stehen weidend auf den Flächen, – so sieht also der „Wilde Westen“ in natura aus, – ja, so kennen wir ihn aus den Wildwestfilmen unserer Kindheit und Jugend, und so sieht es hier wirklich aus, – nur die Cowboys mit ihren großen Hüten und den ledergeschützten Jeanshosen auf ihren schicken Pferden, die fehlen irgendwie, – Traktoren in jeder Größe und Ausführung und Pickups sind heute wohl eher angesagt.
Die Gegend ist knochentrocken, es gibt nur vereinzelt Bäche oder kleine Flüße, manchmal auch kleine Seen, deren allernähestes Umfeld ist ein wenig grün, nur wenige Meter daneben herrscht bereits wieder die Farbe Gelb vor.

Noch ein Stück weiter wird dann wieder bewässert, dort wächst das Gras, hoch und grün, – fast fremd diese Farbe hier, – die Farmer mähen die Wiesen, machen Heu für die Winterfütterung, – auf großen, eingezäunten Flächen lagern hunderte dieser runden Ballen.
Und noch ein Stück weiter ist es durch Bewässern sogar möglich, Getreide anzubauen, große Flächen, – natürlich gelb, – teilweise sind sie schon abgeerntet, andere Felder stehen noch. Sogleich ändert sich auch das Bild der Farmen, es stehen wieder diese großen, metallenen Getreidespeicher um die Farmhäuser und leuchten schon aus der Ferne in der Mittagssonne, an ihrer Zahl läßt sich die Größe der Farm einschätzen, – die Kleinen mit einem oder zwei dieser Mega-Blechtonnen, die Großen bis zu zehn. – im nächsten Ort gibt es einen Gleisanschluß, hier wird das Getreide mit großen Silo-Trucks angeliefert, in großen Getreidespeichern zwischengelagert und in Kesselwagen der Bahn verladen und abtransportiert.

Am frühen Nachmittag erreichen wir „Great Falls“.
„Dicks RV“ ist eine gute Stellplatz-Adresse, – der Preis ist in Ordnung, alle Annehmlichkeiten vorhanden, – ich kümmere mich ums Auto, Heike quält Waschmaschine und Trockner und hat auch noch Zeit einen tollen Fisch als Geburtstagsmenü herzurichten. Mit einem guten Gläschen Wein läßt sich das heute gut ausgehen. ( N 47° 29′ 25.7″ W 111° 19′ 50.5″ )

Tagesetappe:     202 km          Gesamtstrecke:     21.157 km

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