25.09.2019 – Von Unity nach Mitchell

Eine so ruhige und stockfinstere Nacht hatten wir seit langer Zeit nicht mehr, nur das Plätschern des Baches ist immer mal zu hören.
Die Pinien und Kiefern stehen so dicht und hoch, daß auch am Morgen kaum Licht zu uns durchdringt, – oben in den Baumwipfeln sieht man die Sonne scheinen, hier unten am Boden hängt noch die Kälte der Nacht, 2 Grad waren es, 4 Grad sind es jetzt.

Gegen 10 Uhr fahren wir los, – es sind tatsächlich 11 Kilometer bis hinaus auf den Highway 26, – so tief hatten wir uns im Wald „versteckt“.
Es gibt 3 Highways, um von „Salt Lake City“ an die Pazifikküste bei „Portland“ zu kommen, – den Interstate 84, eine breite Autobahn mit viel Betrieb und wenig Flair und die beiden schmalen Highways 20 und 26, – unser Reise-Handbuch empfiehlt den 26er, die Strecke ist zwar etwas kurviger und etwa 50 Kilometer länger, soll aber die Interessanteste sein.
Und genau so ist es: Gestern schon die Fahrt „über die Dörfer“ mit den grünen Auen, der endlosen Prärie und der trockenen, herrlichen Hochebene, – und nun heute erst, – eine ganz phantastische Landschaft, die wir durchfahren, – wunderbar anzusehen, total abwechslungsreich und auf dem Highway kaum ein Auto, also auch super zu fahren.
Zuerst, gleich hinter „Unity“ beginnt ein lichter Pinien- und Kiefernwald, – der Highway schlängelt sich durch eine Mittelgebirgslandschaft, – zwischen den Waldstücken immer wieder kleine Lichtungen mit Wiesen, meist fließt ein kleiner Bach hindurch, der das alles erst möglich macht, – ein Farmhaus mit landwirtschaftlichen Gebäuden und Rindern, die durch Wiesen und Wälder streifen, – schön zu sehen, wie diese Tiere halbwild ihre Freiheit geniessen können.

Nachdem wir den „Dixie-Paß“ überquert haben, geht es lange bergab, der Wald endet und die endlose und trockene Prärie beginnt wieder, sinnigerweise heißt der nächste Ort dann „Prärie City“.
Kurz hinter „Dayville“ machen wir einen Abstecher zum „Sheep Rock“, Highway und Fluß schlängeln sich durch einen engen Canyon, dessen rote Sandsteinfelsen senkrecht unter dem herrlich blauen Himmel leuchten, der „Sheep Rock“ liegt in einem kleinen Seitental und zeigt sich in verschiedenen Farben über den grünen Wiesen.

Ach ja, und wenn ihr Euch bisher Gedanken gemacht habt, wo die ganzen „Nike“-Schuhe herkommen, – die wachsen dort einfach so auf den Bäumen ! – so einfach geht das !
Gesehen zwischen „Sheep Rock“ und „Mitchell“.

Am späten Nachmittag, kurz hinter „Mitchell“ biegen wir rechts auf eine Stichstraße ab, – nach etwa 10 Kilometern erreichen wir die „Painted Hill-Region“, eine herrlich bunte Erosionslandschaft, – bunt gestreifte, vegetationslose Hügel leuchten in den tollsten Farben in der Mittagssonne, – dunkelrot mit weißen Streifen, – gelb mit roten und schwarzen Streifen und alles noch mit Zwischentönen, – ein wahres Meisterwerk der Natur, in Jahrmillionen von Wind und Wasser herausgewaschen und modelliert.

Wir fahren zurück auf den 26er und noch ein Stück nach Westen, – etwa 25 Kilometer hinter „Mitchell“ erblicken wir links den „National Forest Campground Ochoco Divide“.
Den steuern wir heute sofort an, damit der Tag nicht wieder mit elend langer Stellplatzsuche endet. Die „National Forest“-Plätze sind durchweg in Wäldern Oregons gelegen, großzügig angelegt und immer sehr sauber, – manche sind kostenlos, andere kosten 12 bis 15 Dollar im einfachen „Selfregistration-system“, das ist absolut ok.
So stehen wir heute in einem lichten Wald, nur wenige andere Camper sind noch da, die Feriensaison ist längst zu Ende, – Picknickplätze, Lagerfeuerstellen, Toilettenhäuschen, sogar Mülltrennung, – alles ist blitzsauber, – eine „gute Fee“ kümmert sich um alles. ( N 44° 29′ 53.5″ W 120° 23′ 15.2″ )

Tagesetappe:     255 km          Gesamtstrecke:     25.713 km

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