26.09.2019 – Von Mitchell nach Sweet Home

Unser heutiger Wald ist nicht so dicht, wie der von letzter Nacht, – so dringt am Morgen schon die Sonne zu uns durch und hilft, die Kälte der Nacht zu vertreiben, wir sind noch immer auf 1.400 Metern Höhe, in den „Ochoco Mountains“, die Nacht war wieder 2 Grad kalt..

Gegen 10 Uhr verlassen wir unseren Platz und fahren auf dem Highway 26 hinaus, weiter nach Westen, – dichter Wald begleitet uns über viele Kilometer, kräftige Pinien und Kiefern von enormer Höhe stehen in ihm, nicht sehr eng, so daß zwischen ihnen noch Grasflächen wachsen, auf denen die Rinder grasen.
Auf der linken Seite begleitet uns stets ein kleiner Fluß, der dann vor „Prineville“ zum „Ochoco Lake“ aufgestaut wird.
Nachdem wir uns nun tagelang weit abseits touristischer Pfade bewegt haben, waren gestern an den „Painted Hills“ wieder erste Touristen anzutreffen und heute hier am Stausee und auf dem Weg hierher begegnen uns sehr viele Wohnwagen und Reisemobile, – hier am See ist die gesamte Palette von Angeboten anzutreffen. Trotzdem ist es merklich ruhiger geworden, – Nachsaison, – die meisten Tourist-Informationen und viele Campgrounds sind bereits geschlossen, andere sind nur noch wenig besucht.

„Prineville“, das wir anschließend anfahren ist eine nette Kleinstadt mit entsprechender Infrastruktur.
Hier kommen wir an einem „Animal Hospital“ vorbei und statten ihm direkt einen Besuch ab, – Aspro hat wieder Schmerzen in den Kniegelenken und humpelt schon seit Tagen so vor sich hin. Der Arzt bestätigt die Diagnose, die schon unser Tierarzt in Deutschland und der auf Kreta vermutet hatten, – Arthrose. Sehr unschön, – Frauchen und Herrchen können das ganz gut nachvollziehen, Aspro ist nun der Dritte im Bunde, – hoffentlich bringen ihm die verordneten Tabletten Linderung.
Anschließend fahren wir auf einen kleinen Berg oberhalb der Stadt und geniessen den Blick über die City und hinaus in das weite Hinterland, aus dem wir gekommen sind.

Von „Prineville“ fahren wir über den Highway 126 nach „Sisters“ und dann auf dem Highway 20 weiter, bis wir dann morgen hoffentlich am Pazifik ankommen.
„Sisters“ ist ein kleines aber feines Städtchen, viel Grün in der Stadt, die „City“ im Wildwest-Stil, sauber und gepflegt mit kleinen Geschäften und Lokalen.

Hinter „Sisters“ geht es über die Berge der „Cascade Range“, – diese Bergkette, die sich von Nord nach Süd erstreckt, ist eine Wetterbarriere und hält das oft nasse und neblige Pazifikwetter westlich und läßt die Prärie im Osten vertrocknen. Nur vereinzelt schieben sich Wolken über die Bergkämme hinweg und lassen es an den Ostflanken der Berge immer wieder kurz regnen. So auch heute, wir sehen schon bei der Anfahrt, daß sich trotz blauem Himmel und 24 Grad dort hinten an den Bergen eine dicke, schwarze Wolke ausweint.
Als wir dann in die Berge hineinkommen, ist der schöne Spätsommer, den wir nun bald zwei Wochen lang geniessen konnten, zu Ende, – die Temperatur fällt auf 12 Grad, es regnet und wird neblig. Der Wald, durch den wir uns die nächsten zwei Stunden bewegen ist dicht und naß, das ist an den Zweigen der Bäume zu sehen, die oft dick bemoost oder mit langen Flechten bewachsen sind, – Regenwald.

Hinter dem fast 1.468 mtr. hohen „Santiam-Paß“ geht es dann bald 20 km lang ständig abwärts, bis wir auf etwa 200 Metern Höhe angekommen sind, – über die Berge hat es ständig weiter geregnet, hier unten ist es eher ein Sprühregen, die Temperatur hat sich bei 18 Grad eingependelt, – wir sind gespannt, wie das morgen draussen am Meer wird.

Gegen abend kommen wir endlich ein wenig aus dem ewigen Wald heraus, – bei „Sweet Home“ hat man den „South Santiam River“ aufgestaut, – rund um den schönen Stausee locken allerlei touristische Angebote, unter anderem der ziemlich große „Sunnyside Country Campground“, – dürften wohl weit mehr als 150 asphaltierte Stellplätze sein, – großzügig, parkähnlich angelegt, feiner Rasen, Ahornbäumchen, Picknickgarnituren, Feuerstellen, – ganz hinten am Ende sind zwei (!) Plätze belegt, – die Saison ist vorbei, eigentlich ist der Platz seit 23. Sept. geschloßen, – der Platzwart jedoch sieht uns und meint wir könnten gerne hier stehen, es wäre offen. Ok, wir bleiben, – wir stehen ziemlich weit vorne und sind ganz allein in dem großen Park. ( N 44° 25′ 41.6″ W 122° 36′ 40.8″ )

Tagesetappe:     225 km          Gesamtstrecke:     25.938 km

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