03.10.2019 – Von Westport nach Sheridan

Die Nacht ist angenehm ruhig, kaum Verkehr auf der nahen Straße und das Meer ein Stück weg, also auch kaum zu hören.
Es ist auch nicht ganz so kalt, wie die letzten Nächte, mit 11 Grad kommen wir ganz gut weg, der Tag läßt dann allerdings wieder etwas zu wünschen übrig, zwar wieder mit herrlichem Sonnenschein, aber mit 17 Grad auf dem Thermometer nicht wirklich so angenehm, wie sich das anhört, ein eisiger Wind kommt über das Meer und läßt die gefühlte Temperatur kaum über 10 Grad ansteigen, im Windschatten und in der Sonne sehr angenehm, im Wind ziemlich kalt, – kalifornisch ?

Nun gut, es ist wieder fast 11 Uhr, als wir losfahren, – raus auf die Küstenstraße 1 nach Süden, Ziel „San Francisco“, – das wird sich aber noch ein wenig hinziehen.
Die Küstenstraße ist eng und wahnsinnig kurvig, die Ausblicke auf das Meer dafür wahrlich traumhaft, rauhe Klippen, dazwischen herrlich lange und sandige Strandabschnitte, vor der Küste immer wieder Felsnasen, die aus dem Wasser schauen, Riffe, Klippen, große und kleine Steine, – nein, eintönig ist die Küste keinesfalls.

Wir passieren die Städte „Fort Bragg“, wo wir im Supermarkt wieder mal unseren Proviantschrank auffüllen, – „Mendocino“, – ja, das „Mendocino“, – Heike wollte Euch eigentlich am Ortsschild per Videoclip ein Ständchen singen, – ich konnte sie gerade noch davon abhalten ……
„Point Arena“, „Gualala“, „Fort Ross“, ein altes Fort aus der russischen Vergangenheit der Westküste, auf den Türmen des Forts sind orthodoxe Kreuze zu sehen und auch der Friedhof, an dem wir vorbeifahren trägt sie, und zuletzt „Jenner“.

Die Küste wechselt ständig zwischen Kiefernwald, Eukalypthusbäumen und Prärienlandschaft, – es scheint, trotz der Nähe zum Meer unheimlich trocken zu sein, alle Wiesen sind verdörrt, gelbbraun, nur an den Häusern sieht man grün und gelegentlich auch Blumen, dort wird halt fleißig gegossen.
Die Küste scheint ein beliebtes Gebiet für Ferienhäuser zu sein, – fast den ganzen Tag lang sehen wir sie links in den Berghängen thronen, mit sicherlich phantastischen Ausblicken, und rechts unten in Strandnähe oder am Strand stehen, – zwischen „Fort Ross“ und „Jenner“ fahren wir durch ein Gebiet, das kilometerlang mit einer Art Feriendorf bebaut ist, – sehr weitläufig und vereinzelt stehen die schmucken Häuser der Luxusklasse, überall der gleiche Stil, gleiche Hinweis- und Straßenschilder, der kilometerlange Zaun auf beiden Seiten der Straße ist auch immer von der selben Bauart. Sicher das Werk irgendeines Immobilienmoguls.

Am späten Nachmittag führt uns die enge Straße in ewigen Kurven immer weiter die Steilküste hinauf, die Abgründe am rechten Straßenrand werden immer tiefer, – die Küste unten am Meer ist rauh, felsig und die Brandung schäumt schneeweiß, – irgendwie kennen wir diesen Ausblick recht gut, – Kretas Südküste sieht ähnlich aus.

Das Thema Stellplatzsuche bleibt auch heute Eines, seit 16 Uhr schauen wir ständig, was es so gibt, – Brauchbares ist mal wieder nicht dabei, – viele Plätze sind schon geschlossen, – die Privaten viel zu teuer und die „Freien“ gibt es hier nicht, jeder Quadratmeter gehört irgend jemandem, alles ist eingezäunt und abgesperrt, sogar die Waldwege.
Bei „Jenner“ fahren wir dann von der Küste weg, – die 116, eine Querstraße rüber zur 101, immer am „Russian River“ entlang, in der Hoffnung, daß es abseits der Küste eventuell einfacher ist, – aber auch dort nur Fehlanzeigen, ein Campground ist nur für Mitglieder irgendeines Clubs reserviert, der Zweite verlangt 59,25 Dollar für eine Übernachtung ohne alles, – danke, nein.
Wir kommen dann in das Örtchen „Sheridan“, auch dort ist der große Zentralparkplatz wieder fast komplett leer, aber fürs Übernachtstehen gesperrt. Am anderen Ende des Dörfchens finden wir dann einen kleinen Parkplatz, auch fast leer, und hier stehen keine Verbotsschilder, – also wagen wir es mal wieder. ( N 38° 27′ 53.3″ W 123° 00′ 38.7″ )

Tagesetappe:     213 km          Gesamtstrecke:     27.270 km

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