07.10.2019 – Von Reno nach Carson City

Die Nacht bleibt ruhig, – frisch ist es wieder geworden, nur 3 Grad, wir sind natürlich auch fast 1.400 mtr. hoch.

Neben uns „wohnt“ noch ein junges Paar aus Ontario / Kanada, am Morgen plauschen wir ein wenig miteinander, dann fährt wieder jeder seiner Wege,
das heißt bei uns erst einmal durch die Stadt, – nunja, so richtig sehenswert ist „Reno“ nicht, die Stadt und ihre Vororte bringen es mittlerweile auf 250.000 Einwohner, die Stadt (über)lebt am Rande der Wüste nur durch den „Truckee River“, der aus dem nahen „Lake Tahoe“ entspringt, ohne ihn gäbe es die Stadt nicht. Niederschläge sind das gesamte Jahr über eher die Ausnahme, meist scheint die Sonne von einem stahlblauen Himmel, – so auch heute, – und 25 Grad kommen auch wieder zusammen.
Groß geworden ist die Stadt durch das seit den 1930er Jahren erlaubte Glücksspiel und dem gesamten „Drumherum“, das sich gebildet hat, – Hotels, RV-Parks, Restaurants, – natürlich imitiert man auch das „Gehabe“ der großen Schwester „Las Vegas“ und bietet Schnellhochzeiten in den entsprechenden Kapellen an.
Wir sind relativ bald die 10 km durch die Stadt gefahren, außer ein paar „Riesenklötzen“, die meist Casino und Hotel in einem sind, gibt es nicht wirklich viel anzusehen.

Also wieder zurück und auf nach „Virginia City“.
Über die kleine Nebenstraße 341 geht es über den Berg, – zunächst aus dem „Reno-Valley“ hinaus, von dort oben haben wir einen fantastischen Ausblick über das Tal, die Stadt „Reno“ mit ihre Trabanten und auf die dahinter liegenden, hohen Berge der „Sierra Nevada“.
Auf der anderen Seite geht es dann langsam in vielen Schleifen wieder hinunter, die Landschaft ist ausgesprochen schön, – vertrocknete Prärie mit vereinzelt stehenden Kiefern und kleinen Wäldchen, dazwischen viele wunderschöne Farmhäuser, meist auf den besten Aussichtspunkten der umliegenden Hügel gebaut.

Nach etwa 25 Kilometern erreichen wir „Virginia City“, die alte Minen- und Bergwerkstadt, – in der Zeit um 1870 erlebte sie ihre Blütezeit, 30.000 Menschen lebten damals hier, – die ertragreichste, jemals gefundene Silber- und Goldmine „Comstock Lode“ sorgte für diesen unglaublichen Aufschwung. An vielen Stellen des Tales kann man heute noch die Abraumhalden der damaligen Zeit sehen, in kleinem Stil wird auch heute noch gefördert, die „goldenen“ Zeiten sind jedoch vorbei.
Uns ist „Virginia City“ eher aus den Zeiten von „Bonanza“ bekannt, die „Ponderosa Ranch“ und die „Cartwrights“ sind unserer Generation natürlich ein Begriff, – aus dieser Zeit hat man die Gebäude der heute kleinen Ortschaft herübergerettet, viele schön restauriert und gepflegt, – bei einigen Anderen gibt es noch Einiges zu tun, – in den Gebäuden sind heute überwiegend Geschäfte, Läden, Souvenirshops und Lokale untergebracht, – der alte Saloon ist noch originalgetreu erhalten und wird als solcher weiter betrieben.
Die „Cartwrights“ haben wir heute nicht angetroffen, aber Heike hat den „Festus Haggen“ mit seinem Esel gefunden und hat sich mit beiden ablichten lassen, neben ihm und so manchem anderen modernen „Glücksritter“ tummelt sich dort so manches Original.
Ein toller Besuch, ein wenig Nostalgie, schön anzusehen und ein wenig Verrücktes, – insgesamt ein toller Nachmittag.

Dann fahren wir hinüber nach „Carson City“, der Hauptstadt von Nevada, 52.000 Einwohner und nicht sehr interessant, aber eine nostalgische Meile in der Innenstadt soll es auch geben, wir werden morgen mal nachchauen.
Heute soll dann mal Schluß sein, wir tanken noch mal voll, – morgen geht es wieder nach Kalifornien hinüber, dort kostet die Gallone Diesel bis zu 5,40 Dollar, hier zahlen wir nur 3,05 Dollar.
Ein kurzer Stop beim Walmart, der ist hier offensichtlich nicht fürs Übernachten geeignet, wir fahren noch etwa 7 Kilometer aus der Stadt hinaus, dort am kleinen „Washoe-Lake“, ein wenig verdeckt hinter einem hohen Wäldchen aus Schilfpflanzen finden wir einen schönen Stellplatz direkt am Ufer. ( N 39° 14′ 34.0″ W 119° 48′ 35.9″ )

Tagesetappe:      93 km          Gesamtstrecke:      27.979 km

 

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