10.10.2019 – Von Oakhurst in den Sequoia Nationalpark

Irgenwann am späten Abend wird die Stille des Waldes durchbrochen, – irgendjemand hackt Holz mit einer Axt, – beim Nachschauen sehen wir in einer anderen Ecke des Platzes Nachbarschaft, die offensichtlich noch spät eingetroffen ist und sich gerade ein Lagerfeuer anzündet, – draußen ist es frisch geworden, 5 Grad, – die beiden verschwinden aber recht bald in der Koje, dann ist es still.

Der Morgen wieder wunderbar, – blauer Himmel, Sonne, schnell sind 15 Grad erreicht, – die Sonne hat eine unheimliche Kraft, wir bewegen uns derzeit auf den Breitengraden von Athen und südlicher, kein Wunder also.

Gegen 10.30 Uhr fahren wir zurück auf die 41 und nach Süden, Richtung „Fresno“, dort füllen wir ein wenig Proviant nach und biegen auf die 180 nach Osten ab, Richtung „Kings Canyon und Sequoia Nationalpark“.

Von „Oakhurst“ geht es weiter stetig bergab, wir verlassen die Berge der „Sierra Nevada“ nach Südwest, innerhalb einer Stunde sind wir von 1.300 mtr. auf 90 mtr. Höhe hinuntergefahren. „Oakhurst“ und die umliegenden Dörfer liegen noch landschaftlich schön im Mittelgebirge, mit Bergen, Tälern und Hügeln, Kiefernwald und Bäche, die sich durch die Täler winden, – entsprechend werden hier überall Quartiere angeboten, kleine Hotels und Gasthäuser, Campgrounds und Restaurants.
Erst unten im Tal wird es dann eintönig, – vertrocknete, verbrannte Prärie, so weit das Auge reicht, brettebenes Land bis zum Horizont, unser verwöhntes Auge wehrt sich irgendwie, das schön zu finden.
Die Besiedelung wird dichter, wir nähern uns der 50.000 Einwohner-Stadt „Fresno“, – der Müll am Straßenrand ist wieder da, – wie schon in und bei den großen Städten drüben am Pazifik, – in den Dörfern, auch in den Städten Nevadas, Wyomings und Oregons und auf dem flachen Land oder gar in den Nationalparks hingegen ist es angenehm sauber, – überall am Straßenrand wird für ein sauberes Kalifornien geworben und für „Littering“, also „Müllen“ werden 1.000 Dollar Strafe angedroht, – das scheint allerdings nicht wirklich jeden abzuschrecken.

Das Landschaftsbild ändert sich, – hier beginnt eine Zone, die sich mit Recht das Herz der Landwirtschaft nennt, Bewässerungskanäle bringen Wasser für die Felder, auf denen Obst und Gemüse angebaut wird, riesige Felder, ja ganze Täler voller Obstbaumplantagen, Orangen, Mandarinen, Zitronen, Äpfel, Pfirsiche und Nektarinen, – Weinfelder, – Salat und Blattgemüse.

Wir biegen auf die 180 und nähern uns jetzt wieder den Bergen der „Sierra Nevada“, am Nachmittag liegen sie etwas im Dunst, anfänglich sehen sie aus der Ferne wie Sanddünen aus, das leuchtende Gelb rührt allerdings von dürrem Gras, vereinzelt stehen grüne Bäume auf den Hängen, – wir fahren nun wieder ewige Zeiten bergan, in vielen Schleifen windet sich die Straße bis nach „Dunlap“, dort im Visitor-Center besorgen wir uns Detailkarten und fahren weiter in die Berge hinein, irgendwann erreichen wir den Eingang zum Nationalpark, auch hier taugt unsere Amerika-Jahreskarte für den schnellen und kostenlosen Einlaß.

Die Straße windet sich weiter nach oben, bis sich die Wege in die beiden Nationalparks trennen, links zum Kings Canyon, den lassen wir aus, – fahren rechts weiter zum „Sequioa NP“, dieser Weg führt nach Süden und bringt uns zu den größten Mammutbäumen der Welt, – die sind allerdings erst morgen dran.

Nach vielen Kilometern, die sich die Straße durch herrlichen Hochgebirgswald mit teilweise mächtigen Mammutbäumen windet, – erreichen wir wieder Höhen über 2.000 Meter und landen spätnachmittags in „Lodgepole Village“, ein Visitor-Center, ein Supermarkt mit Gaststätte und ein großer Campground erwarten uns hier oben.
Wir sind mitten im Nationalpark, freies Stehen ist nicht erlaubt, der Campground hier ist recht in Ordnung, großzügig verteilen sich die Stellplätze im Wald, Feuerstelle, Grillrost und Picknicktische sind Standard, – für 22 Dollar im Nationalpark, das ist in Ordnung, – mit Seniorrabatt (Grinse-Smiley) nur die Hälfte. ( N 36° 36′ 15.4″ W 118° 43′ 44.7″ )
Am Eingang des Campgrounds weisen Schilder auf die Verhaltensregeln bei Bärenkontakt hin und um dem Ganzen Nachdruck zu verleihen, ist nebenan gleich ein Schild mit den Bärenbesuchen der letzten Woche aufgestellt. Na dann …..

Tagesetappe:      213 km          Gesamtstrecke:      28.649 km

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