07.11.2019 – Von Cortez zum Mesa Verde Nationalpark

Die Nächte draußen in der Wüste sind halt einfach was ganz anderes, – hier auf dem Parkplatz wird es zwar zur Nacht hin auch ruhig, nur die amerikanischen Camper lassen gnadenlos ihre Generatoren brummen, dann kommt noch ein großer Truck mit Kühlauflieger, stellt sich keine 20 Meter neben uns und läßt die gesamte Nacht den Motor laufen, erst um 6 Uhr in der Früh fährt er wieder vom Hof, – das auch mal zum Thema Umweltschutz, – die meisten Amerikaner haben davon noch nie etwas gehört. Sie fahren am Morgen auch mit ihrem dicken 8-Zylinder Pickup einige Kilometer zum „Drive-Thru“ von McDonalds, holen sich dort einen großen Styroporbecher Kaffee und fahren dann, während sie den genüsslich schlürfen, eine Stadtrunde, – mal schauen, was es dort so zu schauen gibt, oder stellen sich für eine halbe Stunde auf einen Parkplatz, natürlich mit laufendem Motor, denn im Winter ist es zu kalt, da muß die Heizung laufen, im Sommer ist es dann zu warm, da muß die Klimaanlage ran.

Trotzdem sind wir am Morgen gut ausgeschlafen, – die Nacht ist mit minus 4 Grad wieder eher winterlich.
Heute fahren wir von „Cortez“ die 160 nach Osten, nach wenigen Kilometern erreichen wir den „Mesa Verde Nationalpark“.
Im Visitor-Center besorgen wir uns einen Orientierungsplan für den Park, entdecken dabei supergutes Internet und sind erst mal 3 Stunden beschäftigt.
Dann fahren wir in den Park hinein, am Kassenhäuschen wird wieder unser AllAmerican-Paß akzeptiert.
Der Park liegt auf einer mit Pinien bewaldeten Hochebene, die von einigen kleineren Canyons durchzogen ist, wir schaffen uns also erst einmal 600 Höhenmeter in die Berge, – der Ausblick von dort oben entschädigt allerdings reichlich dafür, – entlang der Straße gibt es immer wieder „Viewpoints“ zum Anhalten, die Ausblicke sind wahrlich vom Feinsten.

Nach etwa 16 km, auf fast 2.700 Metern Höhe erreichen wir dann den „Park Point Overlook“, eine Bergkuppe, die eine komplette 360 Grad-Rundumsicht bis zum Horizont erlaubt, – unglaublich ist die Fernsicht, die Ebene, die Prärie, zwei kleine Seen liegen dort unten, im Hintergrund nach fast allen Seiten irgend ein Gebirgszug, – das Wetter spielt mit, nachdem gestern zum ersten mal seit Wochen ein paar graue Wolken am südlichen Himmel zu sehen waren, ist heute wieder das altbekannte Stahlblau zurück.

Nach weiteren 16 km erreichen wir dann die Hauptattraktionen des Parks, – „Dwellings“, das sind 800 bis 1.500 Jahre alte Behausungen der Ureinwohner Amerikas, die diese in die ausgewaschenen Felsen der kleinen Canyons gebaut haben. Seit über 800 Jahren sind sie verlassen, teilweise zerfallen, teilweise renoviert, aber oft auch in sehr gutem Zustand erhalten geblieben. „Spruce Tree House“, „Square Tower House“, „Cliff Palace“ und „Balcony House“ sind die wirklich beeindruckenden Häuser, ja oft ganze Dörfer, die wie Schwalbennester in den gelben Sandsteinklippen „hängen“, – der „Sun Temple“ ist ein gemauertes Gebäude aus dieser Zeit, das oben auf einem Plateau errichtet wurde und das zumindest von außen besucht werden kann.

Auch hier im Park macht sich das Saisonende stark bemerkbar, – wir finden es gut, denn es ist kaum etwas los, überall ist Platz, die Parkplätze leer, nur wenige Besucher sind mit uns unterwegs, – andererseits ist natürlich auch Vieles schon im Winterschlaf, die Lodge, der Campground, Restaurants und Cafe´s, aber deretwegen sind wir ja nicht hier.

Mehrere „Loops“, also Ringstraßen führen an den schönsten „Dwellings“ vorbei, – betreten kann man sie sowieso nur in Begleitung eines Guides, – viele dieser geführten Touren finden aber jetzt auch nicht mehr statt, – das macht gar nichts, denn die besten Blicke auf sie erwischt man sowieso meist von der anderen Seite des Canyons.
Oben auf dem Plateau stehen einige Stahlhallen, unter denen Ausgrabungen der damaligen Zeit geschützt werden, – meist nur Grundmauern, aber gut dokumentiert, so daß man einen recht brauchbaren Einblick in das Leben, Wohnen und Wirken der damaligen Einwohner bekommt.

Den gesamten Nachmittag verbringen wir mit der „Rundreise“ durch den Park, die kurzen Spaziergänge zu den jeweiligen Aussichtspunkten summieren sich bis zum Abend zu einer ganz beträchtlichen „Wanderung“. Am späten Nachmittag kriegen wir gar etwas Eile, denn es wird jetzt früh dunkel und wir müssen noch über 30 Kilometer zurück, die Bergabfahrt hinunter in die Ebene und einen Nachtplatz suchen.
Direkt nach der Ausfahrt aus dem Park, in etwa 5 km Entfernung gibt es drüben im Wald freie Stellplätze auf BLM-Land, das ist was für uns.
Es ist schon ziemlich finster, als wir ankommen, der Platz ist in Ordnung, hier bleiben wir. ( N 37° 21′ 36.9″ W 108° 25′ 22.4″ )

Tagesetappe:      105 km          Gesamtstrecke:      33.304 km

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