13.11.2019 – Von San Antonio nach Las Cruces

Den Zug der startenden Kraniche sehen wir leider nicht, wir hören sie ganz deutlich über uns, – „der Geist wäre willig, jedoch das Fleisch ist faul“, – es ist noch früh und jetzt Aufstehen und rausgehen, – es ist wieder eiskalt draussen, minus 7 Grad, – das nimmt kein Ende.

Nun, irgendwann müssen wir dann doch aus den warmen Federn in die Kälte des Tages.
Gegen 10 Uhr fahren wir los, – heute ist das Dünengebiet der „White Sands“ unser Tagesziel.
Dazu fahren wir den Highway 380 nach Osten bis „Carrizozo“, dort auf den Highway 54 nach Süden bis „Alamogordo“ und dann auf den Highway 70 nach Südwest bis zum „White Sands National Monument“.

Zwischen „San Antonio“ im Norden und „El Paso“ im Süden, direkt an der mexikanischen Grenze liegt die „White Sands Missile Range“, ein mehr als 250 mal 75 Kilometer großes Raketentestgelände des amerikanischen Militärs, im nördlichen Teil liegt „Trinity Site“, der Ort, an dem am 16. Juli 1945 die weltweit erste Atombombe gezündet wurde.
Das Gelände wird zwei mal im Jahr geöffnet, – im südlichen Teil des Testgeländes, am Highway 70 gibt es ein Museum zum Thema Raketen von der V 2 bis heute, etwa 60 Stück werden dort ausgestellt.
Alles Dinge, die die Welt nicht braucht, – wir werden einen Deut tun, uns das auch noch anzuschauen.

Auf unserem Weg von „San Antonio“ nach „Carrizozo“ interessiert uns schon eher das „Valley of Fires“, – ein breiter, erkalteter Lavastrom zieht sich hier durch das weitläufige Tal, – wir halten an um uns das aus der Nähe anzuschauen. Von einer „Recreation Area“ aus führen Wandertrails in das Feld hinaus, – wunderschöne, schwarze Strukturen sind zu erkennen, als wäre er gestern erst erkaltet.

„Carrizozo“ ist ein Ort zum Vergessen, – Tristesse, Leerstand, Zerfall, – und auch zwischen „Carrizozo“  und „Tularosa“ ist es nicht viel anders, – „Auto-Werkstätten“, die das Wort nicht verdienen, eher alte Baracken mit unsäglich viel Autoschrott drumherum, verlassene Hallen, marode Behausungen, – das haben wir zwar immer und überall gesehen, aber in dieser Dichte und Auffälligkeit nur hier und heute.
Erst ein Stück weit vor „Tularosa“ wird es freundlicher, hier wechselt das Landschaftsbild von der Halbwüste zu bewässerten Agrarflächen, Pistazienplantagen sind hier allgegenwärtig. Das bleibt so bis nach „Alamogordo“, wo wir auf den Highway 70 abbiegen, – die Halbwüste prägt hier wieder das Landschaftsbild.

Das Dünengebiet der „White Sands“ ist über den Highway 70 zu erreichen, der mitten durch das Testgelände führt und bei Raketentests ein bis zweimal pro Woche kurz total gesperrt wird. Das Dünengebiet liegt ebenfalls mitten im Testgelände, – davon ist allerdings an normalen Tagen, wie heute, nichts zu merken.
Im Visitor-Center holen wir uns Infomaterial, dann fahren wir rein, – eine etwa 10 km lange Straße führt durch die herrlich „weiße Winterlandschaft“. Eine Besonderheit im Jahrmillionen langen Zusammenspiel von Wasser des „Lake Lucero“, Wind, Sand und Gipsvorkommen vor den „San Andres Mountains“ hat diesen Zauber geschaffen, – schneeweißer Sand, aufgehäuft zu herrlichen Dünen, – hie und da ein wenig Bewuchs durch Gräser und kleine Büsche, – ein paar „Soaptree-Yuccas“, das ist alles, was es hier zu sehen gibt. Es schaut herrlich aus !
Wirklich schade, daß man hier in den Dünen nicht übernachten darf, es sind zwar jede Menge Picknickplätze eingerichtet, auch ein kleiner Zelt-Campground in den hinteren Dünenfeldern, mehrere Wandertrails laden zum Verweilen ein, – nur mit dem Camper auf einem der Parkplätze stehen bleiben darf nicht sein, wirklich schade, das wäre heute die Krönung gewesen.

So fahren wir wieder zurück und suchen uns draussen einen Nachtplatz, was sich heute etwas schwieriger gestaltet, 35 km zurück nach „Alamogordo“ wollen wir nicht, dort wäre eine Möglichkeit, eine andere Möglichkeit führt nach vorne, „BLM Campground Aguirre Springs“ in den „Organ Mountains“, – dorthin, wo wir morgen sowieso durchfahren müssen, allerdings sind das noch 60 Kilometer. Nun, jetzt ist es kurz vor 17 Uhr, die Sonne geht gerade unter, 45 Minuten Fahrzeit, direkt über den Highway 70, das geht heute mal.
Es ist schon dunkel, als wir dort angekommen und die Enttäuschung groß, – der Campground ist geschlossen ! Na Klasse, – heute wirds wohl was später werden. Die nächste Möglichkeit liegt etwa 15 km weiter westlich, hinter dem „San Augustin Pass“, ein freier Campground, irgendwo im „Baylor Canyon“, – bei der Dunkelheit, – nein, das wird nichts. Also noch einmal 15 km weiter, es wird wieder mal der Großparkplatz am Walmart, diesmal in „Las Cruces“, er wird als sauber und ruhig beschrieben, hell ist es dort auch, also hin. Gegen 18.30 Uhr sind wir da, alles paßt. ( N 32° 17′ 20.0″ W 106° 47′ 01.5″ )

Tagesetappe:     352 km                    Gesamtstrecke:     34.597 km

 

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