23.11.2019 – Von Quartzsite zum Joshua Tree National Park

Stockdunkel ist es hier oben in den Bergen, – der Sternenhimmel wunderbar, klar und deutlich, kein Kunstlicht weit und breit, nur die Weite der Wüste, – in der Ferne ist leise das Brummen der schweren Fahrzeuge auf dem Highway zu hören.

Prompt kommen wir am Morgen nicht aus den Federn, – naja, versäumen tun wir jetzt gerade auch Nichts.
Gegen 11 Uhr fahren wir zurück auf den Interstate Highway 10 nach Westen.
Nach wenigen Kilometern nähern wir uns Quartzsite, – schon bei der Anfahrt ist es aus der Ferne zu sehen.
Quartzsite, – wohl der größte „Campground“ der Welt, – an die 5.000 „Snowbirds“, wie die Winterflüchtlinge aus ganz Nordamerika hier genannt werden, stehen mit ihren riesigen Motorhomes, Fifthwheelern und Wohnwagen, mit allem was dazu gehört, verstreut mitten in der Wüste, – über viele Kilometer in alle Richtungen zieht sich das Camp hin.
Einen richtigen Ort gibt es gar nicht, lediglich ein paar Tankstellen, Läden, Restaurants und natürlich Campinghändler und -werkstätten haben sich hier etabliert.

Entstanden ist dieses riesige „Lager“ durch die alljährlich stattfindende, riesige Mineralienbörse, die „fliegende Händler“ einst hier irgendwie etabliert haben und die weiterhin jedes Jahr im Februar mehr als 1 Million Besucher anzieht. – Warum nur für ein paar Tage haben sich Händler und Besucher wohl einst gefragt, und sind gleich über den gesamten Winter geblieben, – das freundliche Klima animiert natürlich dazu, – fast ewiger Sonnenschein, – Tagestemperaturen, die im Winter meist die 20 Grad erreichen und frostfreie, oft laue Nächte, – rundum nur Wüste und Berge, – dem Hobby vieler Amerikaner und Kanadier, – mit dem ATV oder der Enduro ungehemmt rumzuknattern, steht also nichts im Wege.

Wir fahren mal kurz rein in den „Ort“, – nochmal Diesel fassen, denn wenige Kilometer später verlassen wir „Arizona“ und kommen noch einmal nach „Kalifornien“, wo der Diesel gleich wieder mindestens 1 Dollar pro Gallone teurer ist.
Der Staatenwechsel findet auf der Brücke über den „Colorado River“ statt, in seiner Mitte verläuft die Grenze.
Der „Colorado-River“, – wie oft haben wir ihn in den letzten Wochen gesehen, – über viele tausend Kilometer schlängelt er sich durch den Kontinent, – Lebensader, – Grundlage für unzählige Existenzen, – ohne ihn wäre Vieles nicht möglich, – es ist ihm anzusehen, – ziemlich „ausgemergelt“ kommt er daher, ein etwas größerer Bach ist noch von ihm übrig geblieben, – benutzt, – ausgepumpt, – nur mit Mühe noch „am Leben“.

Unsere Uhr springt 1 Stunde zurück, wir erreichen wieder die „Pacific-Time-Zone“ und sind jetzt für ein paar Wochen 9 Stunden hinter der deutschen Zeit zurück.
Eine „Agriculture“-Kontrollstelle, – wir kennen es ja nun mittlerweile von unseren beiden vorherigen Einreisen nach Kalifornien, zwingt jedes Fahrzeug zum Halten, – es wird grundsätzlich Frischware kontrolliert, Obst, Gemüse, speziell Zitrusfrüchte, aber auch Feuerholz, was hier sehr viele Camper mit sich führen, – abendliches Lagerfeuer gehört hier dazu. Wir haben Glück und werden heute freundlich durchgewunken.

Wo auf der Arizona-Seite nichts als Wüste war, wird hier in Kalifornien fleißig Landwirtschaft betrieben, – der „Colorado-River“ wird zum Bewässern hergenommen, riesige grüne Felder sind ein sehr ungewohnter Anblick für uns geworden, – ewig große Plantagen folgen bald, selbst Palmen stehen sauber aufgereiht in den Hainen.

In einiger Entfernung zum Fluß findet auch die Bewässerung ihre Grenze, – die Wüste kehrt zurück.
Es folgen viele eintönige Highway-Kilometer, – schwarzes Band durch dürre Wüste, beschreibt es eigentlich am Besten, – die Landschaft ist nicht unschön, aber die Eintönigkeit beim Fahren, zudem am Nachmittag gegen die fallende Sonne, die waagrecht durch die Frontscheibe scheint und kräftig einheizt, zermürben schnell.

Gegen 15 Uhr erreichen wir den „Joshua Tree National Park“, – wir wollen eigentlich heute ein Stück rein fahren und im Park, auf einem der 5 Campgrounds übernachten, doch schon hier draussen, vor dem Eingang steht ein rotes Schild mit dem Hinweis, daß alle Campgrounds überfüllt sind.
So ist das in diesem Riesenland USA, – die Campgrounds im Norden und der Mitte sind im Sommer oft proppevoll und schließen ab Mitte September so langsam fast alle über den Winter, – hier unten im Süden sind die meisten im Sommer geschlossen, – die brütende Wüstenhitze schlägt alle Besucher in die Flucht, – ab Mitte September öffnen sie hier so langsam und sind jetzt im Winter oft proppevoll.
Wir haben gerade bei der Anfahrt links drüben in der Wüste einen großen, freien Stellplatz und einige Camper gesehen, – wieder freies BLM-Land, auf 1 km Länge stehen etwa 15 Camper und Zelte verteilt, hier ist noch jede Menge Platz, – wir suchen uns einen Schönen aus und machen früher Schluß. Der Ausblick über die Wüste, hinüber zu den Bergen ist fantastisch. ( N 33° 40′ 30.6″ W 115° 48′ 28.7″ ) Heute ist es bereits vor 17 Uhr stockdunkel.

Tagesetappe:     177 km                    Gesamtstrecke:     36.115 km

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