26.11.2019 – Von Palm Springs nach Bombay Beach

Die Nacht ist verdammt unruhig !
Um kurz nach Mitternacht, ich bin noch auf, klopft es an der Türe, – Security, – wir könnten hier nicht stehen bleiben.
Ich erkläre dem „Nachtwächter“, daß am Eingang zum Parkplatz ein Schild mit der Aufschrift „Welcome to Palm Springs Free Unlimited Parking“ steht, worauf er erwidert, daß das nicht für die Nacht gelten würde, – das kann und will ich nicht verstehen, erkläre ihm, daß „unlimited“ auch „unlimited“ bedeuten würde, – ich gehe mit ihm zum Schild hinüber, frage ihn, wo das mit dem Nachtverbot stehen würde, – das interessiert ihn sichtlich gar nicht, – er meinte dann „Er gäbe mir 5 Minuten, um zu verschwinden“, – das war wohl sein Fehler, denn so laße ich nicht mit mir rumspringen, – mit einem Fingerzeig auf das Schild frage ich ihn, ob er der englischen Sprache mächtig wäre und ob er die auch lesen könne, oder ob er nicht verstehe, was dort geschrieben ist, – dann laß ich ihn stehen, gehe zurück zum HerrMAN und schließe die Türe hinter mir ab. Er verzeiht sich.

Als sich mein Blutdruck wieder normalisiert hat, gehen wir schlafen.
Irgendwann mitten in der Nacht, es ist 3 Uhr, knallt es wieder an der Tür, nicht einmal, gleich zwei- oder dreimal, – Aspro tobt, – jetzt reichts mir endgültig, – das kann ich grad haben, wenn uns einer aus dem Schlaf reißt. Die Tür laß ich zu, werfe die Außenbeleuchtung an, öffne das Fenster und dann setzt es erst mal was, – ich laße ihn erst gar nicht zu Wort kommen, putze ihn runter, er solle gefälligst nicht mitten in der Nacht an unsere Türe poltern, außerdem wäre gesagt, was zu sagen ist und er solle sich mal schleunigst verzeihen, bevor ich richtig sauer werde. Dann kriegt er noch zwei Schimpfkanonaden auf Deutsch hinterher, – laut und gemein, – gut, daß er kein Deutsch versteht, die waren annähernd „knasttauglich“. Ich sag ihm unmißverständlich, daß er richtig Ärger kriegt, wenn er nicht auf der Stelle verschwindet oder uns noch mal wecken sollte, hau ihm das Fenster zu und laß ihn stehen. Er müht sich, irgendwen mit seinem Handy anzurufen, – vermutlich tut er nur als ob. Dann trollt er sich.

Naja, mit Schlafen ist jetzt nicht mehr wirklich viel. Irgendwann, vielleicht gegen 5 Uhr, oder so, fährt er wieder auf den Parkplatz, kontrolliert die dahinterliegenden Lokale und verzieht sich. Na also, geht doch ! Kann ich gerade verputzen, – solche Typen, die sich ihre eigenen Regeln schaffen, um andere Leute zu schikanieren !

Trotzdem scheint am Morgen wieder die Sonne und wir fahren los.
Allerdings haben wir jetzt die Schnauze von den großen Städten endgültig voll, die haben uns schon zuvor nicht wirklich gelockt, – „Los Angeles“ hatten wir letzte Woche schon aus unseren Gedanken gestrichen, wollten jetzt noch „San Diego“ machen, – das ist jetzt auch durch, es gibt einfach kaum Parkmöglichkeiten, die Verantwortlichen wollen keine Wohnmobile haben. Also bleiben wir weg, ganz einfach.

Wir beschließen, 3 oder 4 Tage früher zum Grenzübergang „Mexicali“ und hinüber nach Mexiko zu fahren, das ist von hier aus direkt nach Süden.
Heute ist dann großer Einkaufstag, – all die mittlerweile „guten“ Sachen kaufen, die wir evtl. in Mexiko nicht mehr kriegen werden, – in Palm Springs finden wir zufällig die erste „Aldi-Filiale“ in den USA, Heike will da unbedingt mal rein, – ja und, was soll ich sagen, – Weihnachten kann kommen, – Christstollen mit Marzipanfüllung, Nürnberger Lebkuchen und Eierlikör bringt sie mit.

Wir fahren heute den Highway 111 nach Süden, und siehe da, dort entlang finden wir auch die gestern vermissten Nobelorte, „Cathedral City“, „Rancho Mirage“ und „Palm Desert“, – Herrlich grüne Golfplätze, Feriensiedlungen, Freizeitresorts und Geschäfte ziehen sich in einem endlosen Band durch die Wüste, 4 bis 6 spurig die Straße, rechts und links edelster Rasen, Palmen und Blumenrabatten auf dem Mittelstreifen, – die Wassersprenger laufen wohl rund um die Uhr. Das Bild ist ähnlich, wie wir es von Spaniens Süden oder von Teneriffa oder Gran Canaria her kennen, – dort, wo nicht gegossen wird, herrscht die Dürre der Wüste.

Wir fahren über den Hwy 111, östlich des „Salton Sees“ vorbei, – dank Bewässerung wird dort über viele Kilometer intensive Landwirtschaft betrieben, riesige Felder mit Salat und Kräutern, es wird gerade geerntet, ganze Heere von Erntehelfern sind bei der Arbeit zu sehen. Ausgedehnte Zitrusplantagen folgen, – Weinfelder, – riesige Palmenwälder, – Datteln werden überall in den Ortschaften zum Kauf angeboten.

Der „Salton See“ liegt 69 Meter unter dem Meeresspiegel, wir fahren bis zum „Fountain of Youth Campground“, kurz hinter „Bombay Beach“. Dort werden wir für 2 Nächte bleiben, Heike möchte morgen nochmal einen Waschtag einlegen. ( N 33° 23′ 57.9″ W 115° 39′ 49.0″ )
Übermorgen beginnt dann der dritte Teil unserer Nordamerikareise – Mexiko.

Tagesetappe:     117 km                    Gesamtstrecke:     36.584 km

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