01.12.2019 – Von San Felipe nach Alfonsinas

Die Nacht ist herrlich dunkel und still, nur das Wogen der Brandung und der Wind sind immer mal zu hören.

Auch am Morgen kommt der unangenehm frische Wind noch immer aus Osten, – direkt übers Meer, – Berge von Sand hat er hier im Camp schon aufgetürmt, – die drei verkrüppelten, alten Bäume, die hier stehen, sind einseitig und schief gebogen, offensichtlich weht der Wind hier immer so, vielleicht einer der Gründe, warum dieses wirklich schöne Camp verlassen und dem Verfall preisgegeben ist.
Beim Frühstücken können wir einem Kitesurfer zusehen, wie er sein Gerät fertig macht, ins Wasser steigt und nach wenigen Minuten mehrere hundert Meter weiter oben wieder herauskommt und aufhört, er hat schwer mit dem Wind zu kämpfen, – offensichtlich war er auch ihm zu heftig.

Wir fahren kurz nach 11 Uhr los, raus auf die MEX 5 und weiter, immer nach Süden.
Die Straße führt über mehr als 100 km fast immer geradeaus und am Golf entlang, – Orte gibt es über die gesamte Etappe keine, nur mehr oder weniger unbewohntes Land.
Direkt an der Küste haben sich kleine Camps gegründet, – kleine Wohnwagensiedlungen, – hie und da auch armselige Hütten mit Booten davor, Fischer, die hier draussen campieren, – an einigen schön gelegenen Buchten laden RV-Parks oder Feriensiedlungen zum Verweilen ein, – meist ist das Meer einige hundert Meter von der Straße entfernt, über sandige Wege sind sie zu erreichen.

Wüstenhafte Abschnitte mit ein wenig Bewuchs, – Sand und Geröllfelder wechseln sich ab, – das Meer leuchtet türkisfarben, der Wind setzt ihm heute weiße Gischtkronen obendrauf. Gegen Nachmittag endet die Zone mit flachen Stränden und wüstenhaftem Land, – jetzt reichen die Berge direkt bis ins Meer, – steile Klippen, – karge Felsen, – rotbraune Geröll und Lavafelder setzen jetzt die Akzente, – immer öfter sind der Küste kleine, felsige Inselchen vorgelagert, – Vogelparadiese, – einige der Felsen sind von oben bis unten weiß von Vogeldung bekleckert, – in den meisten Buchten gibt es einen kleinen Sandstrand und ein paar Hütten oder alte Wohnwagen.

Die MEX 5 ist anfangs ziemlich schmal und verlöchert, nach einigen Kilometern allerdings frisch asphaltiert und recht gut zu befahren, im südlichen Bereich allerdings hat es unzählige Baustellen, dort werden alle Wasserdurchlässe unter der Straße erneuert, – gleichzeitig, – andauernd ist die Straße gesperrt, eine rumpelige Schotterpiste führt mehrere hundert Meter neben der Straße entlang, – das kostet natürlich viel Zeit, obwohl wir kaum Verkehr haben, kommen wir nicht wirklich weit voran.

Bei „Alfonsinas“ wird der Campground „Papa Fernandez“ mit Restaurant empfohlen, – es ist zwar noch früh am Tag, aber wir fahren hin und bleiben.
Über eine Schotterpiste erreichen wir ein kleines Fischernest, das durch einen kleinen Hügel von der dahinterliegenden Bucht getrennt ist. Die Familie von „Papa Fernandez“ vermietet sie als Campground, – nichts Aufwendiges, ein paar schattenspendende Palapas, ein paar alte Toilettenhäuschen, ansonsten ein ganzer Strandbogen zur freien Auswahl, 100 Pesos Eintritt, 5 Euro, – wir sind ganz alleine, – nach uns treffen gerade noch Reisende aus Belgien ein. ( N 29° 49′ 55.9″ W 114° 24′ 09.5″ )
Am Abend testen wir die mexikanische Küche, lassen uns vorne im Restaurant bekochen, – auch hier sind wir alleine. Noch wissen wir nicht, was wir da so essen, das müssen wir noch irgendwie lernen, aber schmecken tut es uns.

Tagesetappe:     137 km                    Gesamtstrecke:     37.283 km

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s