02.12.2019 – Von Alfonsinas nach Bahia de Los Angeles

Auch hier draussen in der Bucht ist es stockdunkel, kein Kunstlicht dringt von irgendwo her zu uns durch, – Totenstille, nur das Plätschern der Wellen ist zu hören. Fast gespenstisch schön. Der starke Wind hat sich auch beruhigt und der Morgen ist entsprechend warm und sonnig, schon ziemlich früh erreicht das Thermometer die 20 Grad.

Gegen 10.30 Uhr fahren wir dann wieder los, – eigentlich wollen wir ja mal etwas „hängen“ bleiben und ausspannen, – aber erst weiter im Süden und zudem an einem Ort, von dem aus wir auch irgendwie ein Städtchen erreichen können, ohne 200 km fahren zu müssen.
Also zurück zur MEX 5, nach Süden, bis sie auf die MEX 1 trifft und einige Kilometer weiter südlich dann links weg über die MEX 12 nach „Bahia de Los Angeles“ am „Golfo de California“.

Wenige Kilometer südlich „Alfonsinas“ passieren wir einen Kontrollposten des Militärs, – jedes Fahrzeug wird angehalten und kontrolliert, die jungen Soldaten kontrollieren die Pässe und inspizieren dann den Innenraum unseres HerrMAN, – gewissenhaft, aber korrekt und freundlich, nach wenigen Minuten können wir weiter.

Die MEX 5 führt noch ein paar Kilometer am Golf entlang, – sandige Wüste mit Sträuchern und Büschen begleitet uns auf beiden Seiten, – dann führt sie hinauf in die Berge der „Sierra de San Pedro Martir“, die Landschaft ändert sich komplett, – kahle Felsen, Lavagestein und kakteenbewachsene Hochflächen übernehmen die Regie.
An vielen Stellen wird die MEX 5 neu asphaltiert, Baustellen sind also an der Tagesordnung, dafür ist sie jetzt auch in einem recht guten Zustand. An einer Megabaustelle führt eine ewig lange Umleitungsstrecke über ruppige und steile Feldwege, allerdings auch durch eine wunderschöne Landschaft, – Steine und Felsen, steile Hügel und eine flache Ebene wechseln sich ab, übersät mit einer Vielzahl an schönen Kakteen in allen Formen und Größen, – von faustgroßen Minigewächsen über Kugelkakteen, Agaven und Joshua Trees bis hin zu Cholla´s und mächtigen Kandelaberkakteen ist wirklich alles dabei. Und weils mal nicht flott über Asphalt, sondern fast im Schritttempo über Rumpelwege geht, bleibt genug Zeit, sie alle in Ruhe und aus der Nähe zu bestaunen.

Dann kommen wir zur MEX 1, sie ist die einzige Hauptverkehrsstraße, die die „Baja California“ komplett von Nord nach Süd, also mehr als 1.300 Kilometer weit durchzieht und dabei immer wieder von der Pazifikküste an die Golfküste und zurück wechselt.
Die hatten wir uns dann allerdings ein wenig anders vorgestellt, das erste Stück ist absolut fertig, – tiefe Schlaglöcher, lose Asphaltplacken und aufgesetzte Flickstellen, es rumpelt und poltert, wie vorhin auf dem Feldweg. Zudem ist sie unglaublich schmal, selbst der Begegnungsverkehr mit PKW wird zur Zielübung, – wenn schwere LKW entgegen kommen, wirds richtig eng, ich gewöhne mir schnell an, rechtzeitig so weit wie möglich rechts ran zu fahren und anzuhalten oder langsam weiter zu rollen. Zu allem Übel ist die MEX 1 auf einem Damm gebaut, die Asphaltkante endet seitlich im Nichts, – zudem teilweise noch ausgebrochen geht es direkt ohne jedes Bankett 1 bis 2 Meter nach unten, ein klein wenig zu weit ausweichen führt also zwangsläufig zum sofortigen Abflug, – Leitplanken oder Ähnliches, – Fehlanzeige, – entsprechend viele „Einschläge“ sind im tiefer liegenden Straßengraben auf beiden Seiten zu sehen, – leider auch unzählige, mit bunten Plastikblumen geschmückte Gedenkkreuze.
Auch hier, entlang der MEX 1 setzt sich dieser wunderschöne Kakteengarten über viele Kilometer fort, – glücklicherweise ist nicht wirklich viel Verkehr, so nutze ich die gesamte Straßenbreite und es bleibt sogar noch Zeit diese Pracht zu bestaunen.

Auch nach dem Abzweig auf die MEX 12 geht es so weiter, – sie ist dankenswerterweise wieder breiter und auch ganz gut ausgebaut, das erste Auto begegnet uns nach 45 Kilometern, ein zweites nochmal 5 km später, das wars dann auch über die gesamte Strecke von 66 Kilometern.
Am späten Nachmittag erreichen wir den Ort „Bahia de Los Angeles“, draussen am Meer, – ein paar Hotels und Restaurants organisieren den Tourismus in dieser Region, – derzeit ist auch hier so gar nichts los, – vier kleine „Mercados“ hats im Ort, wir fassen ein wenig Frischware und fahren dann 10 Kilometer am Golf entlang nach Norden, an die „La Gringa Bucht“, – freies Campen ist hier erlaubt, – drei Fahrzeuge stehen schon am langen, kiesigen Ufer, – die Bucht liegt träge und ruhig, das Wasser ist kaum in Bewegung. ( N 29° 02′ 17.8″ W 113° 32′ 21.1″ )

Tagesetappe:     187 km                    Gesamtstrecke:     37.470 km

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