03.12.2019 – Von Bahia de Los Angeles nach Guerrero Negro

Still ruht der See, – auch am Morgen noch, – und trotzdem werden wir irgendwie um kurz nach 6 Uhr wach und erleben einen spektakulären Sonnenaufgang, – ein paar Wolken hängen am Himmel, die Sonne leuchtet darunter hervor, quer über den See und läßt die Berge in einem unglaublichen Rot leuchten, das glatte Wasser spiegelt alles noch einmal wieder.
Auf dem See sind schon unzählige Vögel unterwegs, – Möven, – Strandläufer schauen, was die nächtliche Flut so mitgebracht hat, – Pelikane jagen, sie stürzen sich aus der Höhe ins Wasser oder schweben nur Zentimeter über der Wasseroberfläche dahin. Einer unserer Nachbarn war schon Fischen, er nimmt gerade seinen Fang aus, die Möven kennen das wohl und kommen ganz nah ran. Auf einem Kandelaberkaktus sitzen gleich vier „Turkey“ Geier und spähen nach Beute, den toten Jungkojoten, den wir beim Wegfahren entdecken, haben sie noch nicht gesehen.

Gegen 11 Uhr fahren wir los, zunächst 10 km zurück nach „Bahia de Los Angeles“, dann gute 65 km über die MEX 12 zur MEX 1 und weiter nach Süden, bis „Guerrero Negro“.

Der Himmel bleibt den ganzen Tag über bedeckt, die Temperatur liegt bei 23 Grad, – ganz angenehm zum Fahren.
Die MEX 12 ist wieder erfreulich leer, es sind fast keine Fahrzeuge unterwegs, – also genug Zeit, sich die herrliche Kakteenlandschaft entlang der Straße anzuschauen.

Die MEX 1 ist dann eher das Gegenteil, zwar ist auch hier nicht wirklich viel Verkehr, aber meist LKW´s und diese enge Straße mit der steilen, seitlichen Böschung, jedesmal kriege ich Schweißausbrüche, wenn so ein Teil entgegengeflogen kommt, – die Trucker nehmen den Fuß noch keine Sekunde vom Gas, – also, der Klügere gibt nach, – wenn es geht, fahre ich jedesmal schon rechtzeitig irgendwie rechts ran, – nur halt auch nicht zu weit rechts, sonst kanns gnadenlos die Böschung runtergehen.
So ist es wohl einem Overlander aus Frankreich ergangen, dessen MAN wir vorhin im Vorbeifahren am Abzweig MEX 12 – MEX 1 auf einem Schrottplatz entdeckt haben, – das Schadensbild zeigt genau, was passiert ist, – Rolle rechts über die A-Säule, Führerhaus und Kabine komplett zerstört, – bleibt nur zu hoffen, daß die Insassen irgendwie heil aus dem Crash herausgekommen sind.

Erst später wird die Straße ein wenig breiter, so daß ich wenigstens nicht mehr anhalten muß, wenn LKW entgegen kommen, – abbremsen und gut zielen reicht jetzt.
Auch die Landschaft ändert sich, die herrlichen Kakteen verschwinden, die Wüste wird bretteben, leert sich, nur noch einige niedrige Büsche finden hier Nahrung, ziemlich trostlos sieht es aus. Das einzige, was höher als einen Meter über die Erde schaut, sind die Masten der kilometerlangen Stromleitung.

Unsere heutige Etappe führt uns wieder nur durch die beiden kleinen Nester „Rosarito“ und „Villa Jesus Maria“, eine Stadt suchen wir seit Tagen vergebens.

Gegen Abend nähern wir uns „Guerrero Negro“, einer Stadt am 28. Breitengrad, der Trennlinie zwischen „Baja California Nord“ und „Baja California Süd“ und gleichzeitig Übergang in eine andere Zeitzone, unsere Uhr springt schon mal 1 Stunde vor, – jetzt sind wir wieder nur noch 8 Stunden hinter der deutschen Zeit zurück, obwohl wir noch wenige Meter vor der Trennlinie zum „Naturpark Laguna Ojo de Liebre“ abbiegen, – ein Stück von der MEX 1 entfernt, in den flachen Dünen finden wir unseren heutigen Nachtplatz. Gerne wären wir noch ein Stück weiter in die Dünen hineingefahren, aber der Regen, der hier irgendwann die letzten Tage vom Himmel gefallen ist, hat den Wüstenboden an vielen Stellen ziemlich aufgeweicht und sogar kleine Seen gebildet, also bleiben wir mal besser ein Stück draussen. ( N 28° 02′ 11.5″ W 114° 01′ 55.7″ )

Tagesetappe:     207 km                    Gesamtstrecke:     37.677 km

 

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