06.12.2019 – Von Laguna de San Ignacio nach San Lucas

Die Nacht ist etwas unruhig.
Wir stehen direkt am Strand, nur 10 Meter von der Wasserlinie, auf einer kleinen Klippe.
In der Nacht, mit der auflaufenden Flut kommt Wind auf und so ist nicht nur ziemlicher Wellengang zu hören, sondern auch noch lautes Heulen und Pfeifen.

Am Morgen zieht sich die Flut schon wieder zurück, – die Sonne scheint, – der Wind ist kaum noch spürbar und es wird schnell 28 Grad warm.
Wir schauen lange den unzähligen Großvögeln zu, die sich auf der Lagune befinden, die Pelikane stürzen sich pfeilschnell kopfüber ins Wasser, die Ospreys jagen im seichten Wasser am Strand, sie fliegen pfeilschnell, mit den Krallen voraus über die Wasseroberfläche und schnappen zu.

Gegen 11 Uhr fahren wir los, wieder die 20 Kilometer knüppelharte Piste zurück, – es gibt keinen anderen Weg, etwas über eine Stunde brauchen wir dafür.
Dann gemütliche 45 Kilometer Asphalt, wir sind fast ganz alleine unterwegs, – zurück nach „San Ignacio“.
Heute bleiben wir, suchen uns einen schönen Parkplatz unter den riesigen Bäumen, die den Stadtplatz beschatten, – es ist ein herrlicher Anblick, der gepflegte Platz, die riesigen Bäume darüber, rundum eine Straße mit ganz wenig Verkehr und dort außen dann einige Restaurants und Geschäfte und die große Kirche aus dem 18. Jahrhundert.

Wir lassen uns im Schatten vor einem der Restaurants zum Essen nieder, – die Atmosphäre hier ist irgendwie verrückt, – pralle Sonne, 28 Grad, herrlich zum draußen sitzen und über den Stadtplatz schallen Weihnachtslieder aus einem Lautsprecher, – drüben in der anderen Ecke des Platzes ist ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, – irgendwie irreal.
Wir verbringen einen wirklich entspannten Nachmittag im Städtchen, – hier geht alles äußerst geruhsam seinen Weg, – Streß und Hektik scheint ein Fremdwort zu sein, – alle sind nett und freundlich, – grüßen im Vorbeigehen.

Wir ziehen weiter, wieder auf die MEX 1, die sich jetzt langsam wieder der Golfküste annähert, – nach den ersten engen Kilometern, – hat sie jetzt wenigstens ein Normalmaß an Breite erreicht und das Fahren ist wesentlich entspannter.
Die Fahrt führt über die Berge der „Sierra de Santa Lucia“, es wird kühler, die Landschaft ändert sich, in der Ferne sind die drei Kegel der „Volcan de las Tres Virgenes“ zu sehen. Bevor wir die Berge hinter uns lassen und uns dem Golf nähern, eröffnet sich uns ein sagenhafter Blick über eine weite Ebene voller Kakteen, kilometerweit bis zum Horizont.

Tagesziel soll heute die Hafenstadt „Santa Rosalia“ sein, – gegen Abend taucht das Meer auf und bald sind wir dort angelangt, – die Stadt schockt uns, – die Zufahrt eine einzige Industriehalde, in den nahen Bergen wird noch immer Kupfer abgebaut, Abraum- und Schutthalden, Förderbänder, die bis hinaus auf ein Schiff reichen, alte Hallen, teilweise eingestürzt, Schrottplätze und der örtliche Müllplatz, – irgendwie erzeugt das Fluchtgedanken bei uns. Die eigentliche Stadt taucht ein wenig später auf, wirkt auch etwas freundlicher, aber einladend ist auch die nicht. Also einfach nur durch und drüben wieder raus, immer am Meer entlang nach Süden.
Wenige Kilometer hinter der Stadt, bei dem kleinen Nest „San Lucas“ gibt es einen RV-Park, – es ist schon spät, wir steuern den mal an und bleiben für die Nacht.
Er ist nichts Besonderes, liegt aber direkt am Wasser, ist ganz nett und nur zu einem Drittel von „snowbirds“ belagert, der Rest ist frei. ( N 27° 13′ 09.3″ W 112° 12′ 49.8″ )
Hier treffen wir Erika und Wolfgang aus Deutschland wieder, die wir gestern schon zwei mal getroffen haben, ein Schweizer Camper steht auch noch dabei, wir halten einen Plausch, bevor es dunkel wird, es ist schön, mal wieder in deutscher Sprache einfach so zu reden. Später kommen noch zwei deutsche Motorradfahrer auf den Platz.

Tagesetappe:     158 km                    Gesamtstrecke:     38.148 km

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