09.12.2019 – Von San Lucas nach Mulege

Der Morgen ist schwülwarm und bewölkt, es sieht am nördlichen Himmel nach Gewitter aus.

Heute ziehen wir aber wirklich mal wieder ein Stück weiter, auch die Anderen ziehen los, irgendwo treffen wir uns sicher wieder.
Gegen 11 Uhr wollen wir los, – der Reifen meldet sich wieder, schleichender Luftverlust, – das macht keinen Sinn, der muß nochmal runter.
Eigentlich wollen wir nach Süden, nun fahren wir jedoch nochmal die 15 Kilometer nach Norden, nach „Santa Rosalia“, eine Reifenwerkstatt aufsuchen.
Das klappt auch, zur Verständigung holen die Jungs einen Nachbarn aus seinem Laden nebenan, der englisch spricht, wir sind uns schnell einig.
Die Werkstatt macht einen sehr guten Eindruck, sauber und aufgeräumt, das gibts hier nicht alle Tage, die Jungs haben von dreiteiligen Felgen wenig bis keine Ahnung, aber ich bin ja dabei und zeige ihnen alles, – Rad runter, Felge auf, – da sehen wir gleich das Übel, der Rollring hat sich an zwei Stellen minimalst aus der Führungsnut gerollt, das kann nicht dicht werden. Ich habe schon einen Neuen parat, diesmal passe ich besser auf beim Montieren, die Jungs prüfen das Rad auf Dichtheit, nach einer guten halben Stunde sind wir fertig, alles ist gut.

Dann fahren wir auf der Suche nach einer Bank kurz ins Stadtzentrum, dort ist es verdammt eng und es herrscht „Dauerstau“, – letztendlich finden wir die Bank, es gibt aber keine Möglichkeit anzuhalten, wir werden irgendwie „weitergeschoben“, – ok, Heike macht sich zu Fuß los, ich fahre ein Stück raus und nehme sie später wieder auf, – dann tanken und ab nach Süden.

Unterwegs entfernen wir uns ein Stück vom Meer, kommen durch die Berge und später wieder ans Meer zurück, – die Klimazone scheint sich irgendwie verändert zu haben, plötzlich ist alles grüner, fast tropisch, – dort, wo sonst zwischen den vielen Kakteen in der Wüste nur Trockenheit, Sand und Steine sind, wächst plötzlich Gras, fett, grün und hoch, die Büsche tragen irgendwie frische Blätter, – offensichtlich hat es hier in der letzten Zeit öfters mal geregnet.

Weit kommen wir heute nicht, in „Mulege“, dem nächsten Städtchen wollen wir Trinkwasser fassen, das ist jetzt hier in Mexiko nicht mehr so ganz einfach, – bisher haben wir Trinkwasser im Supermarkt gekauft und Brauchwasser irgendwo aus einer Wasserleitung getankt. Hier können wir Brauchwasser auch aus der Wasserleitung tanken, allerdings sind Herkunft und Sauberkeit oft sehr zweifelhaft, daher nehmen wir es jetzt tatsächlich nur noch zum Waschen und Duschen, – zum Kochen, zum Obst- und Salat waschen, sowie zum Zähne putzen und Trinken brauchen wir Trinkwasser, das gibt es hier in speziellen kleinen Läden, – Kanister haben wir in den letzten Wochen schon reichlich gesammelt.
So lassen wir 15 Kanister befüllen, etwa 90 Liter, dafür zahlen wir 78 Pesos, also knappe 4 Euro, – so wird das wohl jetzt die nächsten Monate laufen.

Als wir im Ort noch einen Markt zum Einkaufen suchen, laufen uns Erika und Wolfgang wieder über den Weg, sie haben sich hier am Ortsrand auf dem kleinen Campground „Huerta Don Chano“ eingenistet. Wir fahren auch hin, – ein wirklich schöner Platz mit einem tropischen Garten, viel Grün, mit Blumen und schönen Bäumen, Bananenstauden, Bougainville in allen Farben, – und Rasen, auf dem die Camper stehen, – ein Platz für uns ist noch frei, wir bleiben. ( N 26° 53′ 53.2″ W 111° 58′ 25.2″ )
Am Abend gehen wir wieder zusammen aus, ein nettes Paar aus Montreal, Lithia und Michel schließt sich uns an, – Essen und Lokal sind nicht so gut, wie die letzten beiden Tage, aber die Gesellschaft und die Unterhaltung passt und wir können bei 19 Grad schön draussen sitzen.

Tagesetappe:      88 km          Gesamtstrecke:      38.236 km

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