20.12.2019 – Von Puerto San Carlos nach El Conejo

Die Nächte hier draussen am Pazifik sind immer etwas kühler als drüben am Golf, dort sind es meist 16 bis 18 Grad, hier nur 13.
Das Meer ist durch die Lagune erstaunlich still, eher ein plätschernder See, – beim Aufwachen herrscht Ebbe und die Wasserlinie ist gleich mal 25 Meter weiter draussen, der Tidenhub dürfte hier etwa bei knappen 2 Metern liegen.
Der Morgen ist sonnig und warm, – die reparierte Solaranlage bringt morgens um 10 Uhr schon so viel Leistung, wie bisher um Mittag bei bestem Sonnenstand, das sieht doch richtig gut aus, – die Arbeit hat sich gelohnt.

Gegen 10.30 Uhr fahren wir los.
Raus auf die MEX 22 und zurück nach „Ciudad Constitution“, dort auf die MEX 1 und nach Süden.
Die Landschaft ist mehr als eintönig, eine weite Ebene, ohne jede Erhebung, die bekannte Kakteenwüste, allerdings erstaunlich grün.
Erst nach mehr als 100 Kilometern tauchen wieder Hügel, später auch Berge und kleine Canyons auf und unterbrechen die Monotonie.

Nach weiteren 30 Kilometern gibt es einen kleinen Weg hinaus nach „El Conejo“ an der Pazifikküste, den Abstecher wollen wir noch machen, irgendwie gehen uns die Wale nicht aus dem Sinn, – ab der dritten Dezemberwoche sollen sie ziehen, haben wir gelesen.
Der Weg ist so klein, daß wir ihn gar nicht als solchen wahrnehmen und erst mal vorbeifahren, – der „Ort“ „El Conejo“ so klein, daß ihn das Navi gar nicht kennt, – also wieder ein paar Kilometer zurück, dort ist der einzige Weg, der in diesem Bereich überhaupt von der MEX 1 abgeht, – Richtung und Ende könnten passen, also nehmen wir den, – kein Wegweiser, kein sonstiger Hinweis, nichts, – ein offenes Tor zwischen Zäunen, das sieht alles irgendwie seltsam aus, – wir versuchen es einfach.
Der Weg ist eine sandige Piste, schmal, löchrig und kurvig, mitten durch die Kakteenwüste, hie und da hängen Büsche oder Kakteen so weit auf den Weg, daß sie am Lack kratzen, – nach einigen Kilometern kommen uns Zweifel, ob wir richtig sind.
Auf halber Strecke kommt uns ein Pickup entgegen, – ein Reisender auf dem Motorrad überholt uns, – das macht Mut und so fahren wir weiter, – der Weg zieht sich in die Länge, wird zwischendurch wahrlich grottenschlecht, steinig mit üblen Ausschwemmungen, in der Ferne können wir das Meer sehen und fahren weiter.

Nach fast 20 Kilometern kommen wir über einen Berg und schauen hinunter auf die Pazifikküste und tatsächlich erkennen wir dort ein paar Hütten und einige Camper, die sich entlang der Küste auf den Klippen oder unten an der Beach niedergelassen haben.
Unser Blick von hier oben geht weit hinaus aufs Meer, – beim Näherkommen sehen wir dort eine kleine Rauchfahne, – nein das Segel eines kleinen Bootes, – der Blick durchs Fernglas schafft Klarheit, – sie sind da !!! – das ist die Fontäne eines Wales, – einer, drei, fünf, – und dort drüben noch welche – sechs, acht, – jetzt sehen wir es ganz deutlich, die schwarzen Körper tauchen aus dem Wasser, – was sind das Kolosse.

Wir fahren ein Stück südlich, am Meer entlang, – dort stehen eher die Surfer, die Sicht aufs Meer ist schlecht, – wir fahren wieder ein wenig nördlich, – kurz durch den „Ort“, mehr als drei ärmliche Fischerhütten sind das nicht und hinauf auf die Klippen, dort ist die Sicht aufs Meer genial. Hier bleiben wir. ( N 24° 04′ 52.4″ W 111° 00′ 28.8″ )
Bis es dunkel wird sitzen wir und schauen, – immer wieder sehen wir Fontänen aus dem Wasser aufsteigen, sie sind relativ weit draussen, aber mit dem Fernglas gut zu sehen, morgen werden wir hier bleiben, mal schauen, was wir so zu sehen kriegen.

Tagesetappe:     214 km                    Gesamtstrecke:     38.940 km

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