21. und 22.12.2019 – Whale Watching am El Conejo Beach

Die Nacht ist stockdunkel und so gar nicht ruhig.
Die Brandung des Pazifik ist ziemlich laut, wild donnern die Wellen ununterbrochen gegen die Klippen unter uns.

Schon beim Frühstück beginnt ganz großes Kino.
Ein ganzes Stück draussen sehe ich eine mächtige Wasserfontäne, gleich daneben einige Kleinere, – eine Gruppe Wale zieht ihre Morgenrunde, – dann erkenne ich es deutlicher, – ein riesiger Wal steht senkrecht auf dem Wasser, nur noch die Schwanzflosse ist unter Wasser, – er springt komplett aus dem Wasser, taucht wieder ab, und nochmal und nochmal, – drei oder vier mal wiederholt er dieses Spektakel, absolut beeindruckend, – Wahnsinn, wie leicht der seine mehr als 20 Tonnen Gewicht in die Luft erhebt und voller Lebensfreude eine platschende Bauchlandung hinlegt.

So verbringen wir den ganzen Tag draussen sitzend, mit dem Fernglas vor den Augen, wir können das Meer über einige Kilometer einsehen, – ständig ist irgendwo etwas los, Fontänen, Sprünge, oft mehrere beieinander, aber auch kleinere Fische sind zu sehen, ein Delphinschwarm zieht springend vorbei, ein paar „fliegende Fische“ segeln über das Wasser, – und damit meine ich nicht den „fliegenden Fisch“, den wir tatsächlich über uns sehen, – ein Greifvogel fischt ihn aus dem Meer, hält ihn in seinen Krallen und fliegt voller Stolz einige Runden über uns, als wollte er uns seine Beute zeigen, – sieht irre aus, wie ein untergeschnalltes Torpedo an einem Flugzeugrumpf.

Finnwale, Buckelwale und Grauwale, aber auch Orkas und kleinere Arten ziehen jeden Herbst aus den kalten, arktischen Gewässern über den Pazifik nach Süden, hierher in die warmen Gefilde der mexikanischen Küste, hier draussen im Pazifik treffen sie sich ab der zweiten Dezemberhälfte zur Paarung, – um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen ziehen sie im Januar und Februar in die seichten und warmen Gewässer des kalifornischen Golfes, füttern ihn kräftig genug, um im späten Frühjahr gemeinsam die weite Reise zurück in die nahrungsreichen Gewässer des Polarmeeres anzutreten. So ist der Zyklus, – immer wieder, – jedes Jahr, – und immer ziemlich pünktlich.

Sie kreisen hier draussen, ziehen an der Küste entlang, sind von Weitem erkennbar an den Wasserfontänen, die sie beim Ausatmen erzeugen, – schon an der Größe der Fontäne können wir mittlerweile die Größe des Wales erahnen, bei großen Fontänen kommen mächtige Kolosse aus dem Wasser, – sie schwimmen, manche springen, andere schlagen mit ihrer Schwanzflosse wild aufs Wasser, – immer wieder.
Das Alles spielt sich so 500 bis 1.000 Meter vor uns ab, von unserem „Ausguck“ recht gut zu erkennen, mit dem Fernglas richtig gut, – allerdings für gute Fotos ist das alles zu weit weg, wir haben Einige gemacht, aber die Ergebnisse sind eher kläglich.
Wir sind zuversichtlich, daß wir nächste Woche noch an Plätze kommen, an denen sie näher an den Klippen vorbeischwimmen, dann gibts auch schöne Bilder, vielleicht auch ein kleines Video, mal schauen.

Heute verbringen wir den Tag gemächlich in der Sonne, sie brennt ganz schön heftig, ohne Hut geht da gar nichts ohne „Dachschaden“.
Wenn sie am Abend spektakulär drüben im Meer versinkt, wird es schnell frisch und wir verziehen uns nach drinnen.

Tagesetappe:     0 km                    Gesamtstrecke:     38.940 km

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Am Morgen beschließen wir spontan, noch einen Tag zu bleiben.
Der Platz, die Gegend, die Bucht und das Meer hier sind so genial, daß es ein Frevel wäre, schnell wieder weiter zu ziehen.

So sitzen wir wieder den ganzen Tag draussen und spähen, – heute mit weniger Erfolg.
Das Meer ist heute irgendwie anders, – rauher, wilder, die Brandung stärker, die Wellen wesentlich höher, – wahrscheinlich liegt es daran.
Die Wale sind da, nur wesentlich weiter draussen auf dem Meer, – wir können die Fontänen sehen, knapp vor dem Horizont, – erst gegen Abend, als sich das Meer irgendwie beruhigt, kommen sie auch wieder näher an die Küste und wir kriegen noch ein paar schöne Exemplare vor das Fernglas.

So schauen wir den Fischern bei der Arbeit zu, – an der südlichen Bucht mühen sich die Surfer mit den hohen Wellen, – dort, wo das Wasser ruhiger ist, stehen Angler am Wasser und rechts von uns, in der weitläufigen, nördlichen Bucht gehen ein paar ganz Mutige trotz kaltem Pazifikwasser und mächtigen Wellen baden.

Ein herrlich entspannter Tag, – friedlich und ruhig, warm und sonnig, – wie gemacht fürs Faulenzen.
Morgen ziehen wir dann weiter, Weihnachten naht, – wir wollen uns mit unseren neuen Reisefreunden zum Feiern treffen.

Tagesetappe:     0 km                    Gesamtstrecke:     38.940 km

 

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