10.01.2020 – Von Santa Elena nach Guanajuato

Auch in dieser Nacht herrscht wieder grandiose Stille, – der Mond erleuchtet alles taghell, – und die Temperatur fällt auf 6 Grad.
Das ist nicht wirklich tragisch, denn die Sonne heizt so kräftig, daß es schon wieder 17 Grad warm ist, bis wir aus den Federn kriechen.
Das Klima ist sehr angenehm hier im Hochland, am Tag erreicht das Thermometer 26 Grad, bei trockener Luft und blauem Himmel ist es meist windstill, – ideales Reisewetter.

Bis wir alles erledigt und uns verabschiedet haben ist es schon 11.30 Uhr.
Wir fahren von „Santa Elena“ nach „Atotonilco el Alto“ auf die MEX 90 / 90 D, passieren „La Piedad“ und gehen in „Irapuato“ auf die MEX 45 bis zu unserem Tagesziel „Guanajuato“.
Auf den ersten Kilometern ist die MEX 90 ziemlich heftig, wellig, mit kräftigen Schlaglöchern, einige Male muß ich ziemlich kräftig auf die Bremse, die tiefen Löcher sind nicht gut zu erkennen, – durchdonnern auch keine Lösung.
Allerdings bietet die langsame Fahrt über die relativ kleine und wenig befahrene Straße schöne Ausblicke auf die umliegende Natur und die kleinen Dörfer und Städtchen, die an ihr liegen.
Doch bald ist die Straße wieder ok und wir kommen zügig voran, – schon einige Kilometer vor „La Piedad“ und bis zum Tagesziel ist sie dann wieder autobahnmäßig ausgebaut, allerdings wird auch der Verkehr immer dichter, – an Maut zahlen wir heute etwa 1 Euro.

Die erste Hälfte unserer heutigen Strecke ist noch eher ländlich und landwirtschaftlich geprägt, auch hier wird Mais und Zuckerrohr in großem Stil angebaut und natürlich auch noch die „blaue Agave“, unzählige Felder leuchten blau in der Landschaft und selbst die unmöglichsten Stellen, die sonst zu wirklich nichts mehr zu gebrauchen sind, sind noch mit ihnen bepflanzt. So steht dann hie und da auch eine Destillerie in der Landschaft, – herrschaftliche Gebäude, mächtige Anwesen in gutsherrlichem Stil, altehrwürdig und stilvoll.

In der zweiten Hälfte nimmt die Besiedelung ziemlich zu, aus den Dörfern werden Städtchen, die reihen sich irgendwann dicht an dicht, dazwischen siedeln Gewerbebetriebe kilometerweit entlang der Straße, Industriegebiete in erstaunlich modernem Ambiente, große Fabriken, Maschinenhallen, Autohäuser.

Gegen Abend erreichen wir „Guanajuato“, 170.000 Einwohner, trotzdem wirkt es provinziell, ist hübsch und stilvoll, – durch die Lage in den Hügeln und Bergen waren die Städteplaner und Bauherren gezwungen, sich der zerklüfteten Hügellandschaft anzupassen, so sind kleine Viertel in engen Tälern entstanden, die Häuser ziehen sich die Hänge hinauf, sind herrlich bunt, die Stadt ist sauber und nett hergerichtet, – Silbervorkommen, die im 18. Jahrhundert ausgebeutet wurden haben ihr zu Reichtum und Ansehen verholfen, so stehen auch heute noch stilvolle Herrenhäuser im Kolonialstil in der Stadt. Wir werden morgen mal schauen, wie das hier so aussieht.

Für heute reicht es, wir fahren zum einzigen Campground der Stadt, „Morrill RV“, die gepflasterte Straße schlängelt sich durch die Stadt, die Hänge hinauf, durch zahlreiche Tunnels und wird zusehends enger, an einigen Stellen schon fast kritisch, doch kommen wir durch, allerdings haben wir über uns ständig Kabelkontakt, sie hängen hier so wahnsinnig tief, daß wir immer damit rechnen, eines abzureißen, – unser Kabelabweiser auf dem Dach allerdings macht einen guten Job, – wie geplant, schleifen die Kabel über uns hinweg und schaukeln hinter uns in ihre alte Stellung zurück.
Über schmalste Gassen erreichen wir den kleinen Stellplatz und finden unseren Platz für die Nacht. ( N 21° 01′ 29.9″ W 101° 15′ 08.8″ )
Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob hier vor uns schon mal so ein Dickschiff vor Anker gegangen ist.

Tagesetappe:     216 km                    Gesamtstrecke:     40.910 km

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