18.01.2020 – Von Tula de Allende nach Teotihuacan

Etwa 200 Meter weiter unten an der Durchgangsstraße ist ein Restaurant mit Karaoke-Bar, dort scheint es am Abend richtig rund zu gehen, jedenfalls dringt laute Musik zu uns herauf, bis spät in die Nacht, – nun, – nicht zu laut, jedenfalls schlafen wir irgendwann trotzdem ein.
Musik und Feiern ist übrigens ein großes Thema in Mexiko, – in den Städten und Dörfern, – aus vielen Autos heraus, – Musik ist allgegenwärtig, – wir können uns an keinen Abend, den wir in der Stadt oder einem Dorf verbracht haben, erinnern, an dem nicht von irgendwo Musik zu hören war, – und oft passend dazu Böllerschüsse, Chinakracher, die explodieren, – keine Feuerwerke, nur die Böller, – die aber ständig und oft stundenlang.

Der Morgen beginnt diesig, die Sonne steht am Himmel, kommt aber gar nicht so richtig durch, – irgendwie hängt Dunst in der Luft, wir sind halt doch sehr nah an der Hauptstadt mit ihren enormen Luftproblemen, die Raffinerie hier im Städtchen trägt ihren Teil dazu bei.
Die Temperatur tut sich dadurch etwas schwerer, – als wir dann aber hinausfahren, kommt die Sonne eher durch und 22 Grad sind angenehm zum Fahren.
Heute fahren wir zurück auf die MEX 40 D, – wir machen einen weiten Bogen um die Hauptstadt, – bis wir weit im Osten der Stadt die MEX 132 kreuzen und auf ihr Richtung „Mexiko-City“ fahren, allerdings noch weit vorher „Teotihuacan“ erreichen. An Maut sind wieder 155 Pesos (ca. 7,50 Euro) fällig.
Es gibt eine wesentlich kürzere Strecke von „Tula“ nach „Toetihuacan“, sozusagen mittendurch, das tun wir uns aber nicht an, erstmal im Sog des brodelnden Verkehrs der Hauptstadt ist man schnell verloren, gerade mit einem Dickschiff, wie unserem, – also außen herum erscheint uns die bessere Lösung.

Und in knapp zwei stressfreien Stunden sind wir da und steuern gleich das „Archäologische Zentrum“ an.
Das alte „Teotihuacan“ ist eine der eindrucksvollsten Ruinenstätten der Welt, – UNESCO Weltkulturerbe, dessen Bau bereits 600 v. Chr. begann und bis zum Jahr 350 n. Chr. seine größte Ausdehnung erreichte. Seine Blütezeit erreichte die damals einflußreichste Macht in Mittelamerika in den Jahren 350 bis 650 n. Chr., als bereits 200.000 Menschen die Stadt besiedelten.
In den Jahren nach 750 n. Chr. begann der Niedergang der Stadt, – die Gründe hierfür sind bis heute nicht gänzlich bekannt, – bis sie ganz verlassen wurde und komplett unter Erde verschwand. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit Ausgrabungen begonnen und diese prächtige Ruinenstadt ans Tageslicht befördert.

Auf über 20 qkm erstrecken sich riesige Pyramiden, kleinere Paläste, Tempel und Mauerreste, – unter der Erde wird noch viel mehr vermutet, – was allerdings heute hier schon zu sehen ist, ist monumental.
Entlang einer in Nord-Süd-Richtung erbauten, 2 km langen und 45 Meter breiten „Prachtstraße“ ziehen sich die Reste von kleinen Pyramiden, Tempeln, Nischen, Mauern und Terrassen entlang, an der Südseite durch die „Zitadelle“, an der Nordseite durch die „Mondpyramide“ begrenzt. Im Osten steht das größte Bauwerk der Anlage, die Sonnenpyramide, mit 220 x 225 Metern Grundfläche und 74 Metern Höhe ein gigantisches Bauwerk.

Unseren Besuch hatten wir uns ein wenig anders vorgestellt, schon aus der Ferne erkenne ich unglaublich viele Menschen auf der Spitze der Pyramide, – als ich den Vorplatz dazu und die Treppenaufgänge sehe, trifft mich fast der Schlag, Tausende Besucher stehen hier und fotografieren, die Stufen zur Spitze der Pyramide sind vollgestopft mit pilgernden Touristen, der Zugang wird zeitweise wegen Überfüllung gesperrt, die anstehende Schlange ist mehrere hundert Meter lang.
Ich mache ein paar Fotos und verschwinde, so schnell ich kann.
Auch auf der „Prachtstraße“ ist noch unheimlich viel los, – dazwischen tummeln sich unglaublich viele fliegende Händler, die ihre Souvenirs anbieten, – wenigstens sind sie nicht aufdringlich.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz finde ich außerhalb des Trubels einen Pfad, der hinüber zur Mondpyramide führt, – aber auch dort sind unglaubliche Touristenmassen unterwegs. Schade, hier hätten wir uns gerne länger aufgehalten, – vielleicht ist Samstag nicht der richtige Tag, – vielleicht ist hier auch immer so viel los.

Wir ziehen ab und fahren zum „RV-Park“, den Campground „Rancho Viejo“, der im iO als Tip gehandelt wird, finden wir leider verlassen und abgeschlossen vor, – der „RV-Park“ hier ist nichts Besonderes, mitten in der Stadt, also ziemlich laut, einige Overlander haben hier ihre Fahrzeuge abgestellt, um die europäische Heimat zu besuchen, es stehen aber auch ein paar hier zum Rasten, – wir haben gleich ein paar nette Gespräche und werden morgen sicher noch hier bleiben. ( N 19° 40′ 57.1″ W 098° 52′ 15.0″ )

Tagesetappe:     120 km                    Gesamtstrecke:     41.817 km

 

 

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