20.01.2020 – Von Teotihuacan nach Metepec

Die Nacht ist wahnsinnig laut, das Böllern geht unaufhörlich weiter, – wie Silvester in Dauerschleife, – im Minutentakt, manchmal ganze Salven, – schlafen ist so irgendwie ganz schlecht möglich, – laufend werden wir wach, – bis zum frühen Morgen, bis es hell wird, geht das so weiter, und auch heute früh ist kein Ende in Sicht.
Die Bedeutung ist uns bis jetzt noch nicht ganz klar, – es ist wohl Ausdruck von Lebensfreude, – jede Familienfeier wird erst durch die Ballerei zum richtigen Fest, – auch kirchliche Feste werden so untermalt, – irgendeine Heilige oder irgendein Heiliger wird ständig irgendwo im Schrein durch die Stadt getragen, – natürlich begleitet von den Gläubigen und den „Ballermännern“. Nun ja, – ist halt hier so Sitte !

Das Wetter ist jetzt komplett „hinüber“, – wieder grauer Himmel, dicke Wolken und es ist kalt geworden, 11 Grad, mehr wird es hier im Hochland bei fast 2.300 Metern nicht.
Nichts wie weg hier !
Gegen 11 Uhr verabschieden wir uns von den anderen Travellern am Platz und ziehen los, – unser Ziel ist die Pazifikküste bei „Acapulco“, dort herrscht Sommer mit mehr als 30 Grad, – endlich mal.
So fahren wir wieder brav in weitem Bogen um den Moloch „Mexiko-City“ herum, – über die MEX 132 D fahren wir hinaus auf den „Ring“, die MEX 40 D bis kurz vor „Puebla“, dann über die MEX 438 D bis „Atlixco“ und letztendlich nach „Metepec“, der Kleinstadt östlich des „Popocatepetl“, unserem heutigen Tagesziel.
An Maut hatten wir heute 220 Pesos ( etwa 11 Euro ), sind dafür aber recht gut vorwärts gekommen und hatten mit dem Verkehrschaos der Großstadt überhaupt nichts zu tun.

Landschaftlich gibt es in der Peripherie der Großstadt keine Sensationen, – die Natur ist weiterhin gelbbraun und dürr, – die Bebauung schon ziemlich dicht, – Einiges an Industrie und Gewerbe ist zu sehen, – ein paar große Fabriken, unter anderem das große „VW-Werk“. Erst am Ende unserer Fahrt, bei „Atlixco“ wird es plötzlich herrlich grün, die Landschaft ändert sich schlagartig, hier ist wieder Landwirtschaft möglich, – wohl auch Tourismus, ein mächtiges Feriendorf an einem Hang, mit Blick auf den Vulkan.
Leider bleibt das Wetter heute den ganzen Tag trüb und wolkig, es nieselt gelegentlich ein wenig, – für eine gute Sicht und ein paar schöne Fotos ist das natürlich gar nichts.

Und der „Popocatapetl“, dieser fast 5.500 Meter hohe, legendäre Vulkan versteckt sich natürlich komplett unter dicken Wolken, dort drüben scheint es richtig zu schütten.
Zusammen mit seiner schlafenden Schwester „Iztaccihuatl“, die auch fast 5.300 Meter hoch in den Himmel ragt, bilden sie als Teil der „Sierra Nevada“ den südlichen Abschluß des mexikanischen Hochtales. Der „Popocatepetl“ bildete sich vor fast 2 Millionen Jahren und ist bis heute aktiv, – erst am 9. Januar 2020 hat er wieder kräftig „gespuckt“, – seine Eruptionen sind unregelmäßig, aber an der Tagesordnung, – eine Rauchwolke hängt ständig über seiner Spitze, – von der starken Eruption von vor 10 Tagen ist allerdings nichts mehr zu sehen.

Wir finden unseren Nachtplatz wenige Kilometer entfernt vom Fuß des Vulkans, im „Amatzcalli Sport Fishing und Camping“ in „Metepec“, einer schönen Freizeitanlage, mit einem, wohl künstlich angelegten, kleinen See, in dem sich normalerweise mächtige Lachsforellen tummeln und der beliebtes Ziel für Sportfischer ist, – ein Campingplatz, Minimarkt und Restaurant gehören dazu. ( N 18° 56′ 44.9″ W 098° 28′ 16.3″ )
Der See ist momentan weitgehend abgelassen und wird von Wasserpflanzen gereinigt, mit 3 Pontons sind sie auf dem Wasser und fischen mit Keschern und Stangen das Grünzeug heraus, – die Lachsforellen sind in der Zwischenzeit in mehreren großen Becken am Hang darüber untergebracht.

Wir haben Glück, – als wir uns auf dem Platz eingerichtet haben, verziehen sich die dicken Regenwolken über dem Vulkan, – der Himmel zeigt sich blau, er ist wunderbar zu sehen, die obere Hälfte weiß eingeschneit und immer wieder stößt er eine graubraune Rauchwolke in den Himmel.
Vielleicht klart es ja auf und wir können morgen früh noch einmal den Anblick geniessen.

Tagesetappe:     164 km                    Gesamtstrecke:     41.981 km

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