01.02.2020 – Von Hierve el Aqua nach Santa Maria del Tule

Stockdunkel und herrlich ruhig ist die Nacht hier oben in den Bergen, auch ein wenig frischer.

Eigentlich wollen wir die Besichtigung der „versteinerten Wasserfälle“ und der Pools in aller Ruhe nach dem Frühstück machen, die Busse kommen erst gegen 10 Uhr hatte man uns gesagt.
Aber denkste !
Um Punkt 8 Uhr kommt der Erste, gegen 8.45 Uhr sind es schon drei, – wir machen uns schnellstens auf die Socken, – es ist eine kleine Wanderung den Berg hinunter, durch das Gelände und auf der anderen Seite wieder den Berg hoch, – um kurz nach 10 Uhr sind es dann schon sieben Busse, die ihre Fahrgäste hier „ausspucken“, – nichts wie weg hier !

Die Pools und „versteinerten Wasserfälle“ sind im Laufe von Jahrtausenden durch das stete Fließen von mineralhaltigem Wasser aus dem Berg entstanden, die Mineralien haben sich mehr und mehr abgelagert, bis diese bizarren Gebilde entstanden sind.
Die Pools und der Boden drumherum bestehen aus glattem, harten Gestein von weißer bis beiger Färbung, das Wasser „blubbert“ zum Teil aus Felsspalten an die Oberfläche und fließt in kleinen, natürlichen Rinnen in die Pools, die je nach Sonnenstand und Bewölkung eine türkisfarbene oder grünliche Färbung haben, – deren Überlauf wiederum läuft über die Bergkante und als Wasserfall in die Tiefe. Dort haben die Mineralien, ähnlich wie bei Tropfsteinen, einen weißen Vorhang aus Stein hinterlassen, der aus der Ferne den Eindruck eines mächtigen Wasserfalles hinterläßt.
Ein wirklich eindrucksvolles Bild, – verständlich, daß so viele Touristen hierher kommen, um sich das anzuschauen, allerdings verträgt die Weite der Anlage auch eine ganze Menge davon, ohne daß sie sich gleich gegenseitig auf den Füßen stehen.

Gegen 10.30 Uhr ziehen wir weiter, über die etwas ruppige Höhenstraße zurück auf die MEX 179, die 31 Pesos (1,50 Euro) Maut kostet, dann weiter auf die MEX 190 zurück nach „Oaxaca“ und ein Stück nach Westen hinaus zum „Monte Alban“, einem Berg, 400 Meter über der Stadt, auf dem schon 500 v.Chr. erste Gebäude einer späteren Stadt erbaut wurden. Hier oben vereinen sich die Einflüße der verschiedensten Völker, beginnend in der Frühphase mit den „Olmeken“, dann hat die „Maya“-Kunst Einfluß auf die weitere Bebauung genommen, bis dann um 500 bis 600 n.Chr. letztendlich unter den „Zapoteken“, die wohl meisten Bauwerke hier errichtet wurden und schon damals 25.000 Menschen hier siedelten.
Eine mächtige Anlage thront dort oben auf dem Berg, um mehrere Plätze gruppieren sich Ruinen und Mauern von Palästen, Tempeln, Pyramiden und Grabkammern, – am eindrucksvollsten wirkt die „Gran Plaza“, ein 300 x 200 Meter großer, gerader Platz um den sich die meisten Gebäude gruppieren.
Am südlichen Ende beeindruckt die „Plataforma Sur“, eine beeindruckende Pyramide, die bisher nur zum Teil wieder ausgegraben ist und sicher noch viele Geheimnisse in sich trägt. An einigen Mauern sind Verzierungen erkennbar, am „Palacio de los Danzantes“ sind Steinplatten mit Reliefs ausgestellt, die Figuren und Gesichter der damaligen Zeit zeigen.
Die Pyramiden sind teilweise besteigbar, von dort oben bietet sich ein phantastischer 360 Grad-Rundumblick auf die 400 Meter tiefer liegenden Täler und die Stadt „Oaxaca“ mit den dahinterliegenden Bergen. Die wussten damals schon, wo die schönsten Plätze sind, um sich niederzulassen.

Am späten Nachmittag fahren wir zurück, durch „Oaxaca“ und weiter nach „Santa Maria del Tule“ zum „El Rancho RV Park“, wo wir schon 3 Tage und Nächte gestanden haben, wir haben uns für heute Abend zum „Spießbraten“ mit den Anderen verabredet. ( N 17° 03′ 11.3″ W 096° 38′ 33.2″ )
Oh ja, und das ist eine schöne Veranstaltung, – im Gemeinschaftsraum treffen sich alle Gäste des Platzes, mitsamt den Inhabern, – Petra und Stefan haben ein paar tolle Fleischstücke besorgt und den Grill-Backofen angeschürt, – es schmeckt herrlich, – die Clique hier ist wirklich toll, – so geht der Abend schnell dahin.
Hier könnten wir es schon auch noch ein wenig aushalten.

Tagesetappe:     97 km                    Gesamtstrecke:     43.319 km

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