04.02.2020 – Von Santa Maria del Tule nach Vega del Sol

Am Morgen verabschieden wir uns von Allen, es waren schöne Tage im „El Rancho“, – Sigrid und Hans fahren heute auch, – ihr Weg führt rüber Richtung Puebla, – Petra und Stefan, sie stehen seit 3 Monaten hier, wollen dann diese Woche auch noch weiterfahren, – und uns zieht es hinauf an den Golf von Mexiko.

Gegen 11 Uhr fahren wir los, ein Stück durch „Oaxaca“, dann auf die MEX 175 nordwärts, – klingt einfach, ist es aber nicht wirklich.
Die kompletten 180 Kilometer von heute sind wieder eine einzige Kurve und ein einziges Auf und Ab.
So zieht sich die Landstraße im ersten Stück von 1.550 Meter ü. NN. hinauf auf den ersten Bergkamm der „Sierra Madre de Oaxaca“, auf mehr als 2.700 Meter, – nach dem Paß führt sie wieder kilometerlang abwärts in ein tropisches Tal, – dann hinauf auf den zweiten Bergkamm, der diesmal fast 3.000 Meter hoch ist, und danach über viele Kilometer bergab, bis wir schließlich am Abend auf Höhe 50 Meter ü. NN ankommen.

So verhalten sich auch die heutigen Temperaturen, – beim Start in „Oaxaca“, Sonnenschein und 28 Grad, auf dem ersten Paß bei 2.700 Metern weiter Sonnenschein und 21 Grad, nach der Paßüberquerung und dem Abstieg ins tropische Tal schlagen uns schwüle 34 Grad entgegen, die Luft drückt heftig, – erst als wir den zweiten Bergkamm erklommen haben, sinkt die Temperatur auf kühle 17 Grad, zudem ist es jetzt wolkig und ein leichter Wind weht, – mit jedem Meter, den wir dann auf der anderen Seite absteigen, wird es wieder spürbar wärmer, am Abend in „Vega del Sol“ sind es 30 Grad bei recht hoher Luftfeuchtigkeit, der karibische Einfluß ist deutlich zu spüren.

Die Landschaft heute: 180 Kilometer Wald, – in all seinen Variationen.
Vor dem ersten Bergkamm, in den niederen Regionen ist es Laubwald, auf weiten Stücken trägt er braune Blätter, – vermutlich fühlt die Natur hier den „Winter“, obwohl der sich ja eher sommerlich gibt.
In den höheren Regionen wechselt er dann zu Nadelbäumen, – Pinien, – in manchen Bereichen von kräftigem Wuchs, dicke und hohe Bäume, hier wird auch Holzwirtschaft betrieben.
Im Tal zwischen den beiden Bergkämmen wird es tropisch, typisch tropische Bäume mit großen Blättern und bunte Blüten daran, – Palmen, – Bananen, – im Tal fließt ein kleiner Fluß.
Auf dem zweiten Bergkamm und dahinter dann tropischer Regenwald, üppiges Grün, – es scheint oft zu regnen, – naße Stellen auf der Straße, dort, wo durch das dichte Blätterdach keine Sonne durchkommt, – Lianen hängen aus dem dichten Laub weit herunter auf die Straße, oft muß ich die andere Straßenseite benutzen, damit sie uns auf unserem Dach keinen Schaden anrichten, – Schlingpflanzen überwuchern oft ganze Bäume oder hohe Hecken, – exotische Pflanzen mit riesigen Blättern und baumgroße Farne prägen den Straßenrand.
Erst auf den letzten 10 Kilometern kommen wir durch kleine Dörfer und sehen Freiflächen, auf denen wieder ein wenig Landwirtschaft betrieben wird.

Der Verkehr unterwegs ist sehr gemäßigt, nur hie und da ein Fahrzeug, das ist auch gut so, die Straße ist oft eng, – am Straßenrand nur hie und da irgendwelche einfache Behausungen, – einige freilaufende Rinder stöbern durch den Wald und suchen sich ihr Futter, – zum Wiederkauen liegen sie dann am Straßenrand oder auch schon mal auf der Straße.
Nur ganz oben auf den Bergkämmen gibt es ein paar kleinere Dörfer, – Werbeschilder weisen auf Ökotourismus hin, – Zimmer und Hütten werden vermietet, – an einem Fluß werden Bademöglichkeiten vermarktet, – hier ist wohl im Sommer Saison, wenn unten im Flachland die Temperaturen unerträgliche 45 Grad erreichen, machen die Menschen gerne mal ein paar Tage Ferien im Wald auf 3.000 Meter, dort sind die Temperaturen auch im Sommer moderat.

Am Abend kommen wir in das kleine Städtchen „Vega del Sol“, – der „Rio Valle Nacional“, ein breiter Fluß schlängelt sich durch das Tal, erstaunlich sauber und badetauglich, auch hier am Fluß wird Ökotourismus angeboten, – ein kleiner Park am Ufer mit hohen Bäumen, die Schatten bieten und ein Campingplatz, den wir zum Übernachten ansteuern. Der Platz ist schön und sauber, aber niemand ist da, die Pforte offen, wir stellen uns an den Fluß, wieder mal alleine. ( N 17° 48′ 45.7″ W 096° 13′ 11.6″ )

Tagesetappe:      179 km           Gesamtstrecke:      43.498 km

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