09.02.2020 – Von Catemaco nach La Venta

Eigentlich ist die Nacht ruhig, – leeres Hotel, – kein Autoverkehr, – die Reception ist später auch dunkel, der Portier wird sich aufs Ohr gelegt haben;
– eigentlich, – doch auch die Natur kann ziemlich laut sein, – so sind es am späten Abend die Hunde, die ständig irgendwo bellen, – einer stimmt an, alle im Umkreis von 500 Metern machen mit, – gegen Mitternacht dann beginnt irgend ein „gestörter“ Hahn zu schreien, – auch hier stimmt einer an und alle Hähne im Umkreis von 500 Metern machen mit, – irgendwie geht deren Uhr anders, – und gegen Morgen sind es dann die vielen Vögel in den hohen Bäumen über uns, – irgendwelche Papageien und andere Großvögel, die freudig den neuen Tag begrüßen, – wir allerdings empfinden deren „Gesang“ als jämmerliches Krächzen und lautes Schreien.

Gegen 11 Uhr fahren wir dann los, hinaus auf die MEX 180 nach Osten, bei „Acayucan“ auf die MEX 145 D und danach auf die MEX 180 D bis zu unserem Ziel „La Venta“, – an Maut zahlen wir 98 Pesos (4,90 Euro). Die 145 D und 180 D sind autobahnmäßig ausgebaut und entsprechend zu fahren, allerdings haben wir durch einen brennenden LKW-Auflieger in einem Baustellenbereich mal einen Stau, – hatten wir seit zigtausend Kilometern nicht mehr, 30 Minuten lassen wir dafür „liegen“.
Die MEX 180 ist eine normale Landstraße und wegen relativ wenig Verkehr ganz gut zu fahren, allerdings hat sie immer wieder mal ziemlich kaputte Abschnitte mit Schlaglöchern.

Die Landschaft zeigt sich tiefgrün, tropisch üppig, mit viel Wald, einigen Sumpflandschaften, aber auch vielen Mais- und Zuckerrohrfeldern, immer wieder auch mal Grasland mit Rindern drauf.

Am frühen Nachmittag durchfahren wir den „Istmo de Tehuantepec“, eine äußerst wasserreiche und flache Tiefebene, die sich hier, an der mit etwa 200 Kilometern schmalsten Stelle Mexikos vom mexikanischen Golf bis hinunter an den Pazifik zieht. Ende des vorletzten Jahrhunderts wurden hier Pläne für den Bau eines Riesenprojektes, nämlich dem eines Kanales quer durch das Land diskutiert, die sich allerdings dann mit dem Bau des Panama-Kanales, einige tausend Kilometer weiter südlich, erledigt hatten.
Für uns ist der „Istmo“ in so fern von Bedeutung, weil er die geografische Grenze zwischen Nord- und Mittelamerika darstellt und wir den nordamerikanischen Kontinent nun also hinter uns lassen und unsere Reise durch Mittelamerika hier beginnt.

Das Wetter zeigt sich auch tropisch, zwar „nur“ 29 Grad, aber bei 90 % Luftfeuchtigkeit ganz schön „pappig“ und auch der Himmel zeigt sich selten mal blau, meist ist er bewölkt, – helle wabernde Wolken, hochnebelähnlich, die Luft ist dunstig, man kann die Feuchtigkeit regelrecht sehen.

Am späten Nachmittag erreichen wir „La Venta“, dort am Besucherparkplatz an der „Olmeken“-Pyramide finden wir unseren heutigen Nachtplatz. ( N 18° 06′ 13.5″ W 094° 02′ 32.9″ )
Es ist Sonntagabend und Einige aus dem Städtchen kommen hier heraus, sind zu Fuß unterwegs oder mit dem Moped, – einige lassen sich fahren, Rikschas übernehmen das hier ganz vorbildlich, – gegenüber ist ein kleines Lokal, von dort klingt wieder die unvermeidliche Musik zu uns herüber, – mexikanisch ländlich, – so „Julio Iglesias-Verschnitt“ oder auch karibisch flott, – klingt gar nicht schlecht.

Tagesetappe:     200 km                    Gesamtstrecke:     44.029 km

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