10.02.2020 – Von La Venta nach Villahermosa

Irgendwann gegen 23 Uhr verstummt die Musik aus dem Lokal gegenüber, an Schlaf ist trotzdem im Entferntesten nicht zu denken, – eine Horrornacht.
Schon als wir in der Abenddämmerung noch draußen sitzen, geht es los, – Moskitos, – zu Tausenden kommen sie aus dem Grünzeug hinter unserem Parkplatz und stürzen sich auf uns.
Also, nichts wie rein in die gute Stube, – nur dauert es nicht lange und sie sind auch da, – wir kennen ja die Problematik mit Fliegengittern an Wohnmobilen, – ohne wärs genauso, – und haben entsprechend nachgerüstet, indem wir schon seit Alaska die Belüftungsschlitze abgeklebt haben und extra Schaumstoffstreifen in die seitlichen Führungsschienen der Netze einklemmen, – aber es nutzt nichts, sie kommen irgendwie rein, – in Scharen.
Stunden sind wir beschäftigt, sie zu jagen, – es sieht aus wie auf dem Schlachtfeld, blutverschmiert sind Schränke, Decken und Wände, – Heike wird am Morgen eine Sonder-Putzschicht einlegen.

Irgendwann siegt die Müdigkeit und wir gehen schlafen, – doch dort im „Schlafzimmer“ sind auch schon zig von diesen Viechern, – also weiter „schlachten“, – sind dann alle beseitigt, dauert es keine 5 Minuten bis zum nächsten „Pssssttt“. So geht das bis um 4 Uhr in der Früh, – irgendwann sind wir es leid und holen die chemische Keule raus, – dann ist endlich Ruhe und wir können schlafen, – vielleicht haben wir uns auch mit der chemischen Keule selbst „betäubt“ und konnten deswegen einschlafen.

Gegen 10 Uhr am Morgen, besichtige ich das „Olmeken“-Museum und die Ausgrabungsstätten dahinter.
Hier in „La Venta“ erlebte die Hochkultur der „Olmeken“ vor 3.000 Jahren ihre Blütezeit, „La Venta“ soll wohl die Hochburg und der Hauptort dieser Frühkultur gewesen sein.
Im Museum sind Fundstücke aus der damaligen Zeit ausgestellt, Figuren, Werkzeuge und Ausrüstung der damaligen Menschen und einige dieser Kolossalköpfe, – die größten hat man wohl weggeschafft und in „Villahermosa“ in einem Museum untergebracht, – außerdem Stelen und Steintafeln auf denen schon zur damaligen Zeit durch Schrift und Zahlen Ereignisse festgehalten wurden.

Die Ausgrabungsstätten hinter dem Museum sind zwar wertvoll für die Archäologie, bieten allerdings dem Besucher nicht wirklich Spektakuläres, um eine Lehmpyramide herum, die eigentlich nur als grün bewachsener Hügel erkennbar ist, reihen sich verschiedene Fundstücke der damaligen Kultur, auch wieder diese Kolossalköpfe und Stelen, die weit verstreut um die Pyramide angeordnet sind.
Die Anlage selbst, wie auch das Museum machen leider keinen guten Eindruck, alles sieht ziemlich unaufgeräumt oder abgelebt aus, – ich bin auch über die gesamte Stunde, die ich auf dem Gelände verbringe, der einzige Besucher.
Achso, – nein, alleine war ich deswegen allerdings nicht, denn die unzähligen Moskitos von gestern abend, die sich „retten“ konnten, haben sich bei Tageslicht nur hierher in das Grünzeug verzogen und bei jedem Schritt durchs Gras fliegen sie auf und fallen über mich her.
Irgendwann kriege ichs dann nur noch eilig, – nichts wie weg hier !

Dann fahren wir los, raus auf die MEX 180 D, Richtung „Villahermosa“, an Maut zahlen wir 82 Peso (4,10 Euro).
Fast eine Stunde lang führt sie durch eine fettgrüne, nasse Sumpflandschaft mit Tümpeln, Sumpfpflanzen und unglaublich vielen Wasservögeln, – kein Wunder, daß Moskitos hier wachsen und gedeihen.
Der Bundesstaat „Tabasco“, in dem wir hier sind, besteht zu mehr als der Hälfte aus Sumpflandschaften, – in früheren Zeiten war leben hier nur schwer möglich, brütende Hitze und Moskitos ohne Ende, die seinerzeit zudem noch die Malaria übertragen haben, – das ist zumindest heute nicht mehr der Fall,
Erst die zweite Hälfte unserer heutigen Strecke führt durch etwas trockenere Gefilde, – es sind wieder Häuser und Felder zu sehen, meist wird Zuckerrohr angebaut, eine Zuckerfabrik mit schwarz rauchenden Schornsteinen gehört wohl dazu.

Nachmittags erreichen wir „Villahermosa“ als Zwischenziel, – wir drehen eine Runde durch die Stadt, zu bieten hat sie nicht wirklich viel.
An der Peripherie gibt es den „Parque Acuatico El Gordo y San Pancho“, dort werden Stellplätze angeboten, – der Wasserpark ist wenig einladend, unser Stellplatz ganz in Ordnung. ( N 17° 58′ 57.7″ W 093° 02′ 48.3″ )

Tagesetappe:     161 km                    Gesamtstrecke:     44.190 km

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