19.02.2020 – Von Isla Aguada nach Campeche

Nach einer weiteren warmen und stickigen Nacht fahren wir gegen 10.30 Uhr los, – noch kurz in der Wäscherei vorbei, dort hat Heike gestern unsere Wäschesäcke abgegeben, heute ab 10 Uhr können wir sie wieder abholen.

Hinaus auf die MEX 180 bzw. später MEX 180 D, sie führt an der Golfküste entlang nach Norden, – über das „Haff“ zurück, – durch „Champoton“ und weiter nach „Campeche“, – an Maut zahlen wir auf der MEX 180 D 77 Pesos ( 3,85 Euro ). Bis „Champoton“ fahren wir meist in Sichtweite zu Meer und Strand, – das sind schon traumhaft schöne Ausblicke, – typisch karibisch halt, – das Meer leuchtet smaragdgrün in der Sonne, – fast weißer Strand und Palmen machen das Bild komplett, – immer wieder stehen palmgedeckte Palapas an herrlichen Badeplätzen, – kleine Hotels und Restaurants bieten ihre Dienste an, allerdings sind auch hier die meisten (derzeit ?) geschlossen, – weiter nördlich sind private Ferienhäuser an den Strand gebaut, – wirklich schöne Anwesen in traumhafter Kulisse.
Erst zwischen „Champoton“ und „Campeche“ rückt die Straße ein Stück ins Landesinnere, – über weite Stücke durch tropischen Wald, – oder durch weitläufige Felder, hier wird wieder Zuckerrohr in großem Stil angebaut.

Eigentlich wollen wir noch bis „Edzna“ fahren und dort übernachten, – daraus wird allerdings nichts, – heute läßt uns unser HerrMAN seit Beginn unserer Reise vor 45.000 Kilometern zum ersten mal im Stich. In zwei hintereinander folgenden Anstiegen auf der autobahnmäßig ausgebauten MEX 180 D ruckelt er und verliert an Durchzug, – beim dritten Anstieg geht er einfach aus. Wir haben Glück und können gerade noch so in eine der ganz seltenen Haltebuchten neben der Standspur rollen, sogar im Schatten unter hohen Bäumen.
Einige Startversuche sind vergebens, er springt nicht mehr an, – also das Komplettprogramm, – Warndreiecke stellen, die große Werkzeugkiste raus, Faltenbalg weg, Fahrerkabine kippen und suchen, – so wie sich das anhört, ist die Dieselzufuhr unterbrochen, – Diesel im Tank haben wir, das ist sicher, – ich probiers zunächst mit Entlüften, das hilft jedoch nicht, – schau die Filter durch, die sind auch ok, – nächster Schritt ist Dieselpumpe auf Funktion prüfen, dazu öffne ich eine Dieselleitung und starte, – Diesel spritzt, also funktioniert sie, – gut so.
Ich erinnere mich, daß wir genau dieses Problem vor fast 7 Jahren in der Ukraine schon einmal hatten und als ich die gelöste Dieselleitung wieder fest habe, starte ich, und siehe da, – auf einem Zylinder will er anspringen, – so wie damals. Da war so viel Luft in den Dieselleitungen, daß sie durch normales Entlüften per Handpumpe nicht wegzukriegen war, – erst nachdem ich alle 6 Dieselleitungen gelöst und per Starter „durchgespült“ hatte, schnurrte er wieder. Und genau so funktioniert es heute auch wieder.
Nach knapp 2 Stunden rollen wir weiter, – damals in der Ukraine standen wir 2 Tage, – ist doch eine ganz vernünftige Steigerung, – man lernt dazu.
Woher und warum die Leitungen allerdings voller Luft waren, kann ich nicht klären, – wir sind gespannt, ob sich das wiederholt oder ob es eine einmalige Sache bleibt.

So ist es dann schon später Nachmittag, als wir „Campeche“, die 220.000 Einwohner zählende Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates erreichen.
Heike will noch ein wenig was im Supermarkt besorgen, – dann wird es schon Zeit, einen Nachtplatz zu suchen.
Vernünftige Campgrounds sind hier offensichtlich Mangelware, allerdings finden wir in der „iOverlander-App“ den interessanten Hinweis auf einen Parkplatz hinter dem „Galerias Campeche“-Einkaufszentrum (mit C & A), dicht am Meer, dort haben schon andere Traveller vernünftig und sicher gestanden, – der Parkplatz ist schrankengesichert und von Security bewacht, unser Stellplatz liegt auf der straßenabgewandten Hinterseite der Gebäude, ist hell und übersichtlich, für Aspros gibts ein Stück Rasen direkt daneben, ein Fluß läuft direkt vorbei, – naja hie und da riecht es etwas seltsam von dort, aber ansonsten passt das. Ich hatte die Security um Erlaubnis gefragt, als zufällig gerade irgendein Galeria-Manager vorbeikommt, grünes Licht gibt und uns noch eine sehr günstige Übernachtungspauschale von 5 Euro zusagt. Na, wenn das nichts ist. ( N 19° 51′ 20.0″ W 090° 31′ 24.3″ )
Am Abend kommt ein angenehmer Wind vom Meer herüber, der die 35 Grad vom späten Nachmittag gleich erträglicher macht, – auch jetzt gegen Mitternacht sind es immer noch 29 Grad, aber endlich mal lange draussen sitzen geht heute ganz super, der Wind erfrischt und vertreibt die sonst recht lästigen Stechmücken.

Tagesetappe:      173 km           Gesamtstrecke:      45.182 km

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