28.02.2020 – Von Chichen Itza nach Valladolid

Die Nacht ist dann etwas kürzer als sonst, – die Menschen hier im Ort sind früh auf den Beinen, schon ab 6 Uhr beginnt das Knattern der vielen Mopeds, Roller und Tuk-Tuks, Autos fahren auf der Straße neben uns und natürlich auch schon einige schwere LKW, – so richtig ausschlafen geht da nicht.

Gegen 10 Uhr macht sich Heike auf den Weg zu den Ruinen und kommt gute 2 Stunden später zurück, – auch sie ist beeindruckt von der Größe der Anlage und dem, was es dort zu sehen gibt.

Wir fahren dann mal wieder ein Stück weiter, – zunächst im Ort noch Trinkwasser tanken, dann geht es auf der MEX 180 weiter nach Osten, – heutiges Ziel „Valladolid“.
Einige Kilometer vorher machen wir einen kurzen Abstecher nach Süden, – dort sind die Cenotes „Dzitnup“ und „Samula“ zu besichtigen.
Cenotes gibt es hier in Yukatan Hunderte, – es sind Erdhöhlen, deren Dach irgendwann eingestürzt ist.
Cenotes sind eine Besonderheit der hiesigen Gegend, – der kalksteinhaltige Untergrund Yucatans wurde im Laufe von Jahrmillionen ausgeschwemmt, – es hat sich ein einzigartiges, unterirdisches Höhlensystem von mehr als 1.000 Kilometern Länge gebildet.
Dort wo die einstigen Höhlen jetzt ohne Dach im Tageslicht liegen, treten unterirdische Flußläufe oder auch nur Grundwasser in Form von kleinen Badepools zum Vorschein.
Dieses unterirdische Wasser ist wohl verantwortlich für den seinerzeitigen Aufschwung der Mayakultur, es wurde reichlich genutzt, um die Städte mit Trinkwasser zu versorgen, aber auch zur Bewässerung der Felder dort, wo es nicht sowieso schon für ein gutes Wachstum gesorgt hat, es hat wohl zu einem Teil mit zum Wohlstand und Erhalt der alten Kultur beigetragen.

Tiefliegende, in Höhlen versteckte Cenotes dienten den Maya als Kultstätten, dort wurden alte Rituale zelebriert und wohl auch Menschen geopfert, – bei Expeditionen in diese unerforschten „Reiche“ haben Taucher Kultgegenstände, Kunst und Schmuck gefunden, aber auch zahlreiche menschliche Skelette.
Das Wasser in den Cenotes ist in der Regel angenehm warm und unglaublich klar, der Blick reicht meist bis auf den Grund der kobaltblauen Seen, – es darf gebadet werden und das nutzen die Mexikaner hier ausgiebig.
Wir lassen das mal lieber, anschauen reicht uns, – heute ist es wieder mal bewölkt und mit 26 Grad für hiesige Verhältnisse ziemlich kühl.

Kurz vor „Valladolid“ erreichen wir unser heutiges Tagesziel das „Ecocamp Valladolid“, – die Zu- und Einfahrt ist wieder mal eine echte Herausforderung, während der Einfahrt zum Platz muß ich erst mal hoch aufs Dach und mich um die herabhängenden Kabel kümmern, die das sonst nicht überleben werden.
Der Platz ist ein absolutes „Must see“, – die Besitzer sind VW-Fans durch und durch und haben einige alte Käfer und Bullys zu „Schlafgemächern“ umgebaut, eine Überdachung drüber gebaut, eine Sitzgarnitur daneben gestellt, – und fertig ist das originelle Open-Air-Zimmer.
Den Vogel allerdings schießen sie mit dem alten Flugzeug ab, das sie auf einem eisernen Gestell drapiert, mit einer Treppe versehen und auch als Zimmer augestattet haben.
Ein großer Gartenteich, – Blumen, Sträucher und Bäume, – schöne Sitzgruppen im Freien, – die Open-Air-Bar und natürlich auch die Open-Air-Muckibude verleihen dem Ganzen ein angenehmes, aber auch ziemlich „schräges“ Ambiente, – die Versorgung des gesamten Geländes mit Strom erfolgt ausschließlich über Photovoltaik. ( N 20° 39′ 38.2″ W 088° 11′ 56.0″ )
Hier draußen sind wir weit von der nächsten Straße und der nächsten Ansiedlung entfernt, mitten im Nirgendwo, – morgen früh werden wir wohl ausschlafen können.

Tagesetappe:     57 km                    Gesamtstrecke:     45.842 km

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