03.03.2020 – Von Playa del Carmen nach Punta Allen

Am Abend endet die frische Meeresbrise und sofort wird es schwülwarm, – die Luft steht, – die Temperatur bleibt bei 30 Grad hängen, bis gegen Mitternacht, – die Luftfeuchtigkeit liegt bei knapp 80 %, – das fühlt sich nicht wirklich gut an, – alles ist klamm, die Klamotten kleben auf der Haut, – und die Moskitos kommen aus ihren Verstecken.

Entsprechend eklig und unruhig wird die Nacht, – unter 29 Grad fällt die Temperatur nicht ab, – kurz nach Sonnenaufgang steigt das Thermometer auf 31 Grad.

Gegen 11 Uhr fahren wir los, zunächst die MEX 307 zurück bis „Tulum“, – dort in die Innenstadt, Besorgungen machen, – Geld wechseln, ein paar kurze Hosen, Obst und Gemüse kaufen, dann raus an die Peripherie zum Supermarkt und frische Lebensmittel fassen.

Nach dem Mittagessen fahren wir über die „Avenue Cobá“, die 15 hinaus ans Meer und dann mehr als 50 Kilometer immer diese schmale Straße am Meer entlang, dort sind mehr als 20 verschiedene Plätze zum Campen verzeichnet, einer davon soll unser „Traumplatz“ für die nächsten Tage werden.
Anfangs sind wir erstaunt über die vielen kleinen Hotels, Bars, Restaurants und Geschäfte, die kilometerlang rechts und links der Straße in den dichten Wäldern stehen, Palmen und andere tropische Arten bringen Schatten, sehen schön aus, – hängen aber auch verdammt tief auf die Straße, ich bin ständig mit Blick nach oben auf der Lauer nach tiefhängenden Ästen und fahre so oft im Zickzack-Kurs über die Straße.

Dann endet die dichte Bebauung und die touristische Zone, – hinter einem großen Torbogen befindet sich der Eingang zum Biosphärenreservat „Sian Ká an“, einem fast 500.000 Hektar großen Schutzgebiet aus Lagunen, Mangrovewäldern, tropischem Wald und Palmenhainen, das wir die nächsten 40 Kilometer durchfahren werden.
Wir zahlen 36 Pesos ( 1,80 Euro ) Eintritt pro Nase und müssen uns in ein Gästebuch eintragen.
Die schmale, rumpelige Straße 15 führt auf einer Sandbank nach Süden, das Meer ist oft auf beiden Seiten zu sehen, – eine Vielzahl an seltenen Tieren lebt hier, unter anderem Tapir, Jaguar, Ozelot und Puma, – wir sehen einen kleinen Affen über die Straße huschen und dort, wo eine Brücke über einen Meeresarm führt, liegen Krokodile unter den Mangroven auf einer Sandbank im Wasser.

Unsere Suche nach „dem“ Traumplatz wird heute allerdings heftig enttäuscht, – die Hälfte der verzeichneten Campgrounds ist nur für Zelte geeignet, – einige andere sind so mit Urwald zugewachsen, daß die Einfahrt mit unserem HerrMAN ausgeschlossen ist, da haben ja schon kleinere Vans und Sprinter ihre Probleme.
Ein Stück weiter finden wir ihn dann, einen einsamen Stellplatz unter lichten Kokospalmen, ein Stück abseits der Straße, – weißer Sandstrand, – smaragdgrünes Meer, – Südseefeeling. Doch schon beim Einparken des HerrMAN im Schatten der Palmen sehen wir vereinzelt Müll liegen, und als wir dann aussteigen und an den Strand wollen, ist es vorbei mit der Herrlichkeit, – der gesamte „Traumstrand“ ist, so weit das Auge reicht, dick zugemüllt, aller nur erdenklicher Unrat, die Hinterlassenschaften der Zivilisation wurden hier angeschwemmt, ein jämmerlicher Anblick. Zunächst denken wir noch darüber nach, uns ein kleines Territorium zu säubern und doch zu bleiben, – das ist jedoch ein echtes Stück Arbeit, die wir uns jetzt nicht antun wollen, – es ist einfach zu viel, was hier liegt.

So fahren wir wieder weg, weiter nach Süden, – passieren noch ein paar schöne Stellen, – überall das gleiche Bild. So viel zum Thema Karibik, – die Menschheit ist einfach nur eine Zumutung für diesen Planeten.
Unsere letzte Hoffnung liegt auf zwei Campingplätzen im Örtchen „Punta Allen“, – dort endet die Sackstraße und die lange Sandbank, kein Weg führt mehr weiter, hier geht es nur noch zurück nach Norden.
Der Erste ist wahnsinnig eng, „unser“ Stellplatz mehr als 100 Meter vom Meer, neben einem Lagerplatz mit allem möglichen Unrat, dafür wollen sie dann 30 Euro pro Nacht, – nein danke. Der Zweite liegt mitten im Ort, zwar direkt am Meer, – von Traumplatz ist aber auch der weit entfernt, – wir bleiben trotzdem für die Nacht, es wird schon bald dunkel. ( N 19° 47′ 56.9″ W 087° 28′ 31.5″ )
Für die 50 Kilometer von „Tulum“ hierher haben wir 4 Stunden gebraucht, – oft ging es nur im Schritttempo und an den vielen tiefhängenden Ästen habe ich zu guter Letzt noch unsere beiden Kabelabweiser vom Dach gerissen, – die sind halt nur für Kabel gebaut, nicht für armdicke Äste.

Tagesetappe:    100 km                    Gesamtstrecke:     46.096 km

 

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