15. bis 19.03.2020 – Chetumal 3

Die Nächte sind hier eigentlich ganz angenehm, vom Meer kommt stets eine leichte Brise herein, die Temperatur fällt in der Nacht auf etwa 23 Grad.

Der Tag ist sonnig, wir haben uns gestern keinen Schattenplatz genommen, stehen in der prallen Sonne, – unsere Stromfabrik auf dem Dach arbeitet gut.
Wir machen heute mal auf Sonntag, faulenzen rum, schwimmen, sitzen im Schatten und unterhalten uns immer wieder mal mit den Nachbarn.
Mittlerweile wird es voller hier auf dem Platz, einige Reisende, die nach Süden wollen, stauen sich jetzt hier auf, die nahe Grenze nach Belize ist dicht, – nichts geht mehr !

Gegen Mittag kommt der Autoelektriker vorbei und schaut sich den Elektroblock an, – wir prüfen gemeinsam Einiges durch, – auch er kann den Fehler nicht finden. Wir müssen sehen, wie wir über die Runden kommen, vielleicht finden wir irgendwo in einer anderen Stadt eine Möglichkeit.
Heike fragt die Receptionisten nach einer Wäscherei in der Nähe und erfährt, daß sie das hier am Platz selbst übernehmen, – na das ist doch genial, – sie gibt gegen Mittag zwei volle Waschkörbe hin und am Abend haben wir sie schon zurück, und auch der Preis stimmt, – das ist mal ein toller Service hier.

So klingt der Sonntag aus, wir sitzen bis in die Dunkelheit draußen, – hier direkt am Meer und mit der leichten Brise gibt es so gut wie überhaupt keine Stechmücken, das ist sehr angenehm. Morgen wollen wir eigentlich weiter, beschließen aber, den schönen Platz hier noch ein wenig zu genießen und bleiben.

Tagesetappe:    0 km                    Gesamtstrecke:     46.465 km

16.03.2020

Heute ist ein echter Urlaubstag, – das Wetter allerfeinst und mal nichts tun. Naja, zu tun wäre schon, aber es fehlt die Lust dazu.
Wir sitzen im Schatten, Schwimmen, – am Abend kommen die Nachbarn auf einen Plausch herüber.
Hier läßt es sich wahrlich aushalten.

Tagesetappe:    0 km                    Gesamtstrecke:     46.465 km

17.03.2020

Auch hier werden wir so langsam vom „Corona-Fieber“ eingeholt, – außer den Plakattafeln an den Straßen, die den Menschen die Verhaltensregeln nahebringen sollen, verläuft das Leben ganz normal, – die Restaurants sind voll, die meist großen Familien tauchen nach wie vor in großen Gruppen auf, vom Bootssteg nebenan starten Bootstouren, die kleinen Boote proppenvoll.
Es erreichen uns allerdings immer wieder Hiobsbotschaften durch das Internet oder auch von Leuten, mit denen wir reden, – so ist von einer bevorstehenden Ausgangssperre ab Ende der Woche die Rede, – es kursiert das Gerücht, daß verschiedene Campgrounds schon geschlossen sind und weitere folgen sollen, – jeder weiß was, keiner was Genaues.

Mittlerweile halten wir es für das Beste, uns erst mal hier auf dem Campground zu „verschanzen“, hier haben wir alles was wir brauchen, die Stadt hat Supermärkte, Ärzte, auch ein Krankenhaus für den Fall der Fälle, – und hier haben wir Platz, jeder hat seine „eigenen“ 100 Quadratmeter um sich rum, – es fällt leicht Distanz zu halten, ansonsten ist der Platz abgesperrt und sicher.
Wir fahren in die Stadt hinein, nochmal Geld aus dem Automaten holen und ordentlich Lebensmittel und Trinkwasser bunkern, – im Supermarkt werden mittlerweile sogar die Einkaufswagen nach jeder Benutzung desinfiziert. Dann wieder zurück in unsere kleine Oase.

Inzwischen sind weitere Reisende eingetroffen, – ein bunt gemischtes Völkchen, – die meisten denken wie wir und warten hier ab, wie sich das weiter entwickelt.

Tagesetappe:     14 km                    Gesamtstrecke:     46.479 km

18.03.2020

Ein illustres Völkchchen hat sich hier versammelt, – neben uns Deutschen stehen Schweizer, Österreicher, Luxemburger, Franzosen, Australier, Kanadier und US-Amerikaner. Alle wollen eigentlich reisen, – fahrendes Volk, – das geht jetzt nicht mehr, – die Grenzen sind dicht, werden wohl auch so schnell nicht wieder geöffnet werden, alle warten jetzt ab, wie sich die Lage hier und zu Hause entwickelt.

Die Australier gehen zurück, sie wollten sowieso in 2 Wochen für einen Break zurück, die Schweizer kamen aus Südamerika und wollten nach Norden weiter, das ist wohl aussichtslos, sie verschiffen zurück und fliegen am Monatsende, die beiden Kanadier machen sich auf dem Landweg zurück, für sie ist die USA-Grenze noch offen.
Wir anderen sind einhellig der Meinung, daß es für uns derzeit das Beste sein wird, hier auszuharren, – es gibt beileibe wesentlich schlechtere Plätze um hängen zu bleiben.
Jetzt zurück in die „Höhle des Löwen“ kommt für uns nicht in Frage, hier ist noch alles ruhig und sicher sind wir zudem, – falls die Situation irgendwann kippen sollte, können wir immer noch umdenken.

Tagesetappe:     0 km                    Gesamtstrecke:     46.479 km

19.03.2020

So wird es jetzt auch gemacht, ich buche uns heute für längere Zeit hier im Campground ein, – mal 4 oder 6 Wochen Urlaub wollten wir sowieso machen, wenn evtl. 8 daraus werden ist auch nicht schlimm, – irgendwann wird sich ja der Ausnahmezustand in Deutschland und Europa wieder mal „beruhigen“, dann kommen wir über den Sommer zurück und setzen unsere Reise im Herbst fort, bis dahin werden die Grenzen wohl wieder geöffnet sein.

Das Wetter ist weiterhin sommerlich, die stets angenehme Brise vom Meer läßt die Temperaturen erträglich erscheinen, – wir sind gespannt, wie sich der Frühsommer entwickelt.
Langweilig wird uns sicher nicht werden, – erst mal wollen wir uns von den Strapazen der langen Reise erholen, dann gibt es „in Haus und Hof“ zu tun, – Heike hat so manches auf ihrer Liste und ich habe Einiges am HerrMAN zu renovieren, das kann ich in aller Ruhe und langsam erledigen.

Ich werde nun nicht für jeden Tag einen Tagebucheintrag machen, würde wohl meist das selbe drin stehen, – also keine Panik, wenn längere Zeit nichts kommt, – es geht uns gut.
Und so bald wieder etwas Wichtiges passiert, berichte ich darüber.

Also kommt gut durch diese ungewöhnliche Zeit und bleibt alle schön gesund. Bis bald wieder.

Tagesetappe:     0 km                    Gesamtstrecke:     46.479 km

 

Ein Kommentar zu „15. bis 19.03.2020 – Chetumal 3

  1. Buenos dias H.H.

    es ist zwar unangenehm, nicht weiter Reisen zu können, aber es gibt schlimmeres und derzeit ist es sicherer, auf dem Platz zu bleiben. Mexico ist vielleicht doch noch besser als in Belize zu stranden, obwohl mir es damals, 1992, gut gefallen hat.
    Auch ich wollte nach Kreta, sieht aber nicht gut aus, werde die Zeit erst mal zu Hause abwartenes, was noch auf uns in Europa zukommt.
    Wünsche euch eine schöne und Krankheitsfreie Zeit in Mexico.
    Saludo, Hans. .

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