27.05.2020 – Von Los Manantiales nach Santa Cruz Ocotlan

Die Nacht ist ziemlich übel, es ist gnadenlos heiß und die vielen Trucks auf dem nahen Highway machen einen Höllenlärm, es ist wohl das einzige kurze Bergstück weit und breit, die LKW, die den Berg hoch fahren geben mächtig Gas und röhren entsprechend laut, die abwärts fahrenden lassen ihre Motorbremsen knattern.

Ziemlich gerädert machen wir uns gegen 10.30 Uhr auf den Weg, weiter Richtung „Puebla“ und „Mexiko-City“.
Dazu fahren wir zunächst auf der MEX 180 D weiter nach Westen, bei „Minatitlan“ auf die MEX 145 D, die später auf die MEX 150 D mündet, über „Cordoba“ und „Orizaba“ bis zu unserem Tagesziel etwa 100 km vor „Puebla“.
Das ist heute durchgehend zweispurige Autobahn, die D-Bezeichnung steht für Mautstraßen, und die ist ziemlich heftig, um die 700 Pesos, also fast 35 Euro zahlen wir an fünf verschiedenen Mautstellen. Dafür kommen wir halt auch zügig voran, wollen ja Strecke machen, für sightseeing hätten wir auf jeden Fall die fast parallel laufende Landstraße benutzt, sie ist schmaler, ein wenig kurviger, aber wesentlich interessanter und eben auch mautfrei.

Autobahn fahren ist ziemlich eintönig, vom Leben in den Dörfern und Städtchen kriegt man kaum was mit.
Zunächst fahren wir weiter durch eine Mischung aus Dschungel, Sumpfland und einigen wenigen landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Gegen Mittag befahren wir die Brücke über den „Istmo de Tehuantepec“, jetzt haben wir Mittelamerika wieder verlassen und sind zurück in Nordamerika.
Mit dem verlassen des Sumpfgürtels wird allmählich die Besiedelung dichter, es gibt mehr Dörfer und kleine Städtchen, mehr Acker- und Weideflächen.
Am Nachmittag fahren wir durch „Ananasland“, eine Gegend, in der über viele Kilometer die wohlschmeckenden Früchte auf den Feldern angebaut werden, am Straßenrand werden sie direkt zum Verkauf angeboten, das lassen wir uns nicht entgehen, frisch und günstig.
Über viele Kilometer folgen Zuckerrohrfelder und Weideland, das an manchen Stellen bewässert werden muß, um überhaupt etwas herzugeben.

Die Temperatur ist heute, wie sie die letzten beiden Tage schon war, bis 39 Grad steigt sie an, der Himmel ist diesig, verschmiert, die Sonne kommt kaum durch den Dunst hindurch. Hinter „Cordoba“ erreichen wir endlich das Hochland, von dem wir uns gemäßigtere Temperaturen erwarten.
In kurzer Zeit schrauben wir uns auf fast 2.200 Meter hoch, an den Bergen stauen sich die Dunstwolken zu einer bedrohlich aussehenden, schwarzen Wand und nur wenig später kracht und donnert es, Blitze zucken und es regnet kurz und kräftig, die Temperatur stürzt von 39 auf 16 Grad, – nun, das ist dann doch wider Erwarten heftig.
Heike freut sich wie ein Schneekönig, – ich gestehe, daß mir die Abkühlung auch nicht unangenehm ist, ganz so heftig hätte sie aber nun nicht sein müssen, – naja…..

Nachdem überall die Campgrounds noch geschlossen sind, bleibt uns auch heute wieder nur ein Stellplatz an einer Pemex-Station.
Die bei „Santa Cruz Ocotlan“ bietet hinter dem Tankstellengebäude sogar zwei Stellflächen für Wohnmobile, – nunja nichts Besonderes, etwas heruntergekommen, – aber immerhin hinter dem Gebäude und damit schon mal wesentlich ruhiger als in der letzten Nacht. ( N 18° 52′ 56.8″ W 097° 35′ 12.1″ )

Tagesetappe:    433 km                    Gesamtstrecke:     47.782 km

 

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