17.12.2022 – Weihnachtliches Tepotzotlan

Natürlich wird auch in Mexiko Weihnachten gefeiert, auch wenn es uns bei Tagestemperaturen um 25 Grad etwas ungewöhnlich erscheint.

Schon seit Anfang Dezember schmückt sich die Stadt mit tausenden von Lichtern, es funkelt und blinkt überall und auch die üblichen Motive, Weihnachtsbäume, Rentiere und der Weihnachtsmann sind allgegenwärtig.
Vorne am Stadtplatz, nahe der Kirche, findet seit Tagen der Weihnachtsmarkt statt, – Stände und Verkaufsbuden sind aufgebaut, – unglaublich viel Süßzeug wird feilgeboten, aber auch Kleidung, dicke Ponchos und Schals, – aber auch Lederwaren und schöner Schmuck mit indigenen Motiven.

Aus den umliegenden Lokalen ertönt die übliche laute Musik und über den Platz verteilt geben einige Kapellen ihr Repertoire zum Besten, – Mexiko ist halt einfach laut !

An den 9 Tagen vor Weihnachten, – sie verkörpern die 9 Schwangerschaftsmonate Marias, – also ab dem 16. Dezember werden in vielen Städten die „Pastorales“ dargeboten, – im 16. Jahrhundert von den Spaniern eingeführte Hirtenspiele, rund um die Geburt Christi, – hier in Tepotzotlan in der Kirche, – einmal hätte ich mir das gerne angeschaut, bin aber erschrocken wieder abgezogen, als ich die lange Schlange der Besucher vor dem Eingang gesehen habe.
Am letzten Tag, dem Heiligen Abend, erreichen die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt mit dem Aufschlagen der „Pinata“, einem mit Süßigkeiten gefüllten Ballon, der mit Pappmaché überzogen ist, jeder darf hier soviel einsammeln, wie geht.
Danach wird zusammen bis in die Nacht gefeiert, gemeinsam gegessen, getanzt und laute Musik gespielt.

Marlis und Ralf haben mir einen Auszug aus einem Adventskalenderbuch geschickt, in dem beschrieben wird, daß die Menschen in Lateinamerika ihre Freude über die Geburt Christi noch deutlich zum Ausdruck bringen:
„Wir dürfen unserer Freude Ausdruck verleihen mit dem ganzen Körper: Singen, Hüpfen, Tanzen. Auch das ist eine Form der Anbetung Gottes“.

Fand ich beeindruckend gut beschrieben und erlebe noch am selben Abend genau das:
Zusammen mit Ursula und Markus will ich ein Restaurant am Stadtplatz aufsuchen, als irgendetwas in der Luft liegt, – vorne an der Kirche stehen und sitzen unglaublich viele Leute und auch entlang der Straße stehen sie dicht gedrängt, irgendetwas erwarten sie.
Wir stellen uns mal dazu und warten ab.

Es dauert nicht lange, bis die Polizei die Straße absperrt, – dann geht es los, – ein Weihnachtsumzug kommt um die Ecke, große LKW mit Plattformen, Pickups, Autos, Pferdegespanne und Motorräder, – alle weihnachtlich bunt geschmückt mit den üblichen Symbolen von Schnee und Weihnacht, – mit tausenden von Blinkelämpchen, lauter Musik und tösendem Hupen, – die Menschen auf den Wagen machen genau das, was in diesem Adventskalenderbuch beschrieben ist, sie Singen, Rufen, Hüpfen Lachen und Tanzen, – immer wieder bringen Eltern ihre Kinder für ein schnelles Foto auf einen der Wagen um danach gleich wieder in die Reihen der Zuschauer zurückzutreten.

Zur selben Zeit wird über dem Stadtplatz ein buntes (und natürlich lautes) Feuerwerk gezündet.

Auf uns wirkt das alles eher wie ein Karnevalsumzug, aber so ist das eben, – andere Länder, – andere Sitten.

Und auch später noch, als wir in einem Lokal an der Straße sitzen, fahren immer wieder einzelne Fahrzeuge hupend vorbei und die Mitfahrer rufen irgendetwas in die Nacht.


Tagesetappe: 0 km Gesamtstrecke: 48.096 km

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