22.12.2022 – Von Tepotzotlan nach Jantetelco

Pepes Campground ist leer, außer den Langzeitparkern ist niemand da, auch der Platzwart Raoul hat wohl Weihnachtsferien, so treffe ich niemanden an, der mir sagen kann, ob mein Paket da ist.
Der Internetstatus sagt dann nichts Gutes, – Zustellversuch am heutigen Tag, – niemand angetroffen, – Schei….benkleister ! Was nun ?

Gegen 10.30 Uhr rücke ich ab, vorher habe ich noch Edith, die Besitzerin am Telefon und diskutiere mit ihr, wie das mit dem Paket weitergehen kann.
Gestern bei meiner Ankunft steckte ein Zettel am Tor, könnte vom Paketdienst gewesen sein, Benjamin hat ihn mitgenommen, auf meinen Hinweis hin, schaut Edith nach……
…. und siehe da, genau so war es, und dort steht, daß das Paket im Ort auf dem Postamt hinterlegt wurde.
Ich mache mich hin, – und werde schon erwartet, – ein Paket aus Deutschland hat man hier auch nicht alle Tage, – ohne Probleme kriege ich es überreicht, – suuuper, das war knapp !
Hocherfreut mache ich mich auf den Weg, – zunächst noch zum Supermarkt, dann nach Süden, Oaxaca ist mein Ziel.

Die Hauptstadtregion rund um Mexiko-City ist ein Riesenmoloch und alles andere als einfach zu fahren. Die Fahrverbote für verschiedene Fahrzeuge mit bestimmten Endziffern auf dem Nummernschild, zu verschiedenen Tageszeiten oder gar für uns als ausländische Fahrzeughalter sind mir nicht geläufig und nachdem wir bei der letzten Durchfahrt vor fast 3 Jahren schon in die Fänge der Polizei geraten waren und ich mich mit einem blauen Auge aus der Affäre gemogelt hatte, versuche ich heute in einem weiten Bogen von Tepotzotlan, das 40 km nordwestlich der Hauptstadt liegt, über den östlichen Umgehungsring den Süden zu erreichen, dabei aber auch Puebla zu meiden, dort soll es nämlich mittlerweile genauso schlimm sein.

So fahre ich zunächst kilometerweit über kleine Seitenstraßen nach Osten, durch Teoloyucan und Jaltenco, bis ich irgendwann die MEX 57 D erreiche, die nach Süden bis Chimalhuacan und von dort in einem weiten Bogen über Coatepec und Chalco auf die MEX 115 und dann auf der MEX 115 D nach Atlatlahucan und weiter nach Cuautla führt.
Dort geht es dann auf die MEX 160, morgen dann weiter auf die MEX 190.

Die Hauptstadtstraßen sind nicht nur ziemlich voll, sondern auch ziemlich teuer, heute berappe ich an 6 Mautstellen ca. 32 Euro, – natürlich ist vor jeder Mautstelle ein Stau von mindestens 500 Metern, richtig vorwärts geht es sowieso nicht, dafür sind die Straßen irgendwie zu eng mit den Dörfern und Städtchen verknüpft, – nicht mit unseren Autobahnen vergleichbar, – ständig Ein- und Ausfahrten, – es kreuzt alles, was halt in den Städtchen zu Hause ist, – nicht nur Fußgänger, – auch Fahrräder, Traktoren, Schubkarren und Verkaufswagen der Straßenhändler einschließlich der dazugehörigen Hunde, – für die 175 km heute habe ich annähernd 5 Stunden gebraucht.

Vor Chimalhuacan führt die MEX 57 D durch die Laguna de Texcoco, – ein Sumpfgebiet, unweit des Flughafengeländes. Hier zeigen sich dann die Probleme einer solchen Megastadt in aller Deutlichkeit, – dort wo eigentlich ein „Naturpark“ sein soll, – es steht unglaublich viel Wasser überall, in kleinen Seen, Tümpeln, Bächen und Flüßen, liegt ein ziemlich übler Geruch in der Luft, das Wasser hat eine schwarzgrüne Farbe und ist wohl eher eine Mischung aus Brackwasser und Abwässern der Stadt, garniert mit Millionen von Plastikflaschen, die die Ufer dick säumen und mit den Wasserpflanzen um die besten Plätze kämpfen, bei manch kleinem Tümpel ist kaum noch das Wasser darunter zu erkennen. Die Silberreiher, die trotzdem hier noch zu Hause sind, verlieren sich in den Maßen von Müll. Wirklich schade !

Hinter Chalco führt die Straße westlich des Nationalparks „Iztaccihuatl-Popocatepetl“ vorbei, – Nadelwald prägt hier die hügelige Mittelgebirgslandschaft.
…und wie sollte es um diese Jahreszeit auch anders sein, dort findet allenthalben der Verkauf von Weihnachtsbäumen statt, – also auch darin stehen uns die Mexikaner in nichts nach.

Die Straße führt nun Richtung Cuautla über viele Kilometer immer bergab, aus den fast 2.300 Metern Höhe über NN der Hauptstadtregion werden bis heute abend gute 1.400 Meter.

Zwischen Cuautla und Jantetelco wird wieder einmal eine Pemexstation zu meinem Nachtquartier, hier kassiert das nahe Restaurant ca. 2,50 Euro, – vollkommen berechtigt, – der Platz ist blitzsauber, hell erleuchtet und die Stellplätze liegen wieder hinter den Gebäuden, die Geräusche der Straße sind also nur schwach zu hören ( N 18° 43′ 59.3“ W 098° 49′ 07.0“ ).

Tagesetappe: 175 km Gesamtstrecke: 48.658 km

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