23.12.2022 – Von Jantetelco nach Santa Maria del Tule / Oaxaca

Die Nacht ist herrlich ruhig, die Tankstelle wird derzeit umgebaut, so ist keinerlei Verkehr zu hören.

Das wird heute ein langer Tag, ich mache mich sicherheitshalber schon gegen 9 Uhr auf die Piste.
Ca. 300 km Landstraße und nochmal etwa 70 km Autobahn am Ende liegen vor mir.
Die MEX 160 und MEX 190 sind Landstraßen, wie ich sie eigentlich gerne fahre, relativ wenig Verkehr und ganz brauchbar ausgebaut führen sie durch die Landschaft, – immer wieder mal durch Dörfer oder kleine Städtchen, – so bietet sich für mich ein Einblick in die Welt der Einwohner, – geschäftiges Treiben in den Städtchen, – einfaches Landleben in den Dörfern, – aber auch hunderte dieser verrückten Toppes, – diesen in die Straße eingearbeiteten Bremsschwellern, die ein Nichtbeachten sofort und hart bestrafen, indem man gegen die Decke geschleudert wird, oder das Auto einen Sprung hinlegt, – mich hat Anfang der Woche beim Überfahren eines dieser Dinger ein PKW überholt und tatsächlich im freien Flug auf der anderen Seite krachend aufgesetzt.

Die Strecke führt über Izucar und Heroica Cd. nach Asuncion Nochixtlan, wo dann die Autobahn beginnt, – die Landstraßen sind mautfrei, – für die 70 km Autobahn zahle ich ca. 5 Euro an Maut.

Die ersten 50 km Landstraße sind recht in Ordnung, führen noch einigermaßen geradeaus mit wenigen, langgezogenen Kurven, – dann wird’s allerdings heftig, es beginnt eine ziemlich kurvenreiche Strecke, – zudem geht es dabei immer wieder auch bergauf und bergab.

Sie führt durch Gebiete, die landwirtschaftlich genutzt werden, Mais und Zuckerrohrfelder sind zu sehen, über wenige Kilometer wird wohl Gemüse angebaut, sogar riesige Gewächshäuser sind zu sehen.
Später, tiefer in den Bergen wird es zusehends trocken, – stacheliges Gestrüpp, Akazienbäume und Kakteen prägen die ausgedörrte Landschaft.

Irgendwann, ich schätze so nach ca. 200 km, komme ich dann wieder in die Berge hoch, bis auf 2.400 Meter schraube ich uns hoch, – über den Bergen hängen bedrohliche Wolken, sieht hier irgendwie nach November aus, – die Temperatur stürzt von 25 auf nur noch 11 Grad und irgendwann dann sind die Straßen naß und entsprechend schmierig, offensichtlich ist hier vor kurzem ein Regenschauer niedergegangen.

Nach etwa 20 bis 30 km ist der Spuk vorbei, die Straßen wieder trocken und es geht wieder abwärts.
Auch die Autobahn führt stets bergab, dort geht es nun zügig voran und gegen 16.30 Uhr bin ich unten auf etwa 1.400 Meter, die Temperatur liegt bei 22 Grad, ich erreiche die Stadt Oaxaca.

Das klappt zeitmäßig gut, – denke ich und werde gleich eines Besseren belehrt, – ich muß 18 km quer durch die Stadt, – hierfür brauche ich gute 1,5 Stunden.
Die Stadt ist jämmerlich voll, in der Innenstadt geht nur noch Stop-and-go, – das Weihnachtsfieber ist ausgebrochen, überall stehen Verkaufsbuden, ein Jahrmarkt ist auf der Straße aufgebaut, hier geht fast gar nichts mehr und im Zentrum tummeln sich Tausende Menschen.

Kurz nach 18 Uhr mit dem letzten Tageslicht erreiche ich den Rancho-RV-Park, hier haben wir vor 3 Jahren schon mal ein paar angenehme Tage verbracht. ( N 17° 03′ 10“ W 096° 38′ 33“ ).

Nach Rundgang oder gar Begrüßungen steht mir der Sinn heute nicht mehr, nach 9 Stunden anstrengender Fahrt bin ich schlagskaputt und falle ziemlich früh in die Federn.

Tagesetappe: 366 km Gesamtstrecke: 49.024 km

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